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Kollegah, Farid Bang und der Holocaust

Gestern fand die Verleihung des für die Musikindustrie wichtigen Echopreises statt. Einen solchen Echopreis bekamen die Rapper Kollegah und Farid Bang. Und sofort hagelte es massive Kritik wegen einer Textzeile, die in einem Lied des Albums „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ vorkommt, die wie folgt lautet: „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“. Das Problem ist hier…

Was versteht man unter Prozesstheologie?

Klingt erstmal langweilig, ist aber durchaus wirklich nicht ganz uninteressant. Es ist eine Strömung, die vorwiegend aus Nordamerika kommt und versucht, Gott nicht einfach nur als den Startpunkt aller Existenz zu sehen, sondern, ich glaube zusätzlich, als etwas, was sich mit dem Sein mit entwickelt. Die Omnipotenz Gottes wird neu definiert, teilweise allerdings negiert, was…

Sir Nicholas Winton

Der Mann, der vor nicht allzu langer Zeit im Alter von 106 Jahren starb, wurde in eine Fernsehshow eingeladen. Zunächst war ihm doch etwas unklar, warum alle plötzlich aufstanden, und warum es so viele waren. Allmählich dämmerte es ihm. Er drehte sich um, er drehte sich weiter um und dann stand er auch auf. Mehr…

Dietrich Bonhoeffer: dem Rad in die Speichen fallen

Darf ein Christ politisch sein? Darf er womöglich sogar bewaffneten Widerstand gegen ein Unrechtsregime unterstützen? Dietrich Bonhoeffer tat dies und unterstützte den Versuch eines Attentats auf Adolf Hitler.  Er war der Ansicht, als Pastor könne man zwar für sich selbst im Prinzip nach den Werten der Bergpredigt leben, also gewissermaßen die andere Wange hinhalten, wenn…

Sind Muslime die neuen Juden? #Extrameile | GekreuzSIEGT

… ist diese Frage eine maßlose Übertreibung? Wie viel Wahres ist dran, und darf oder muß man sie öffentlich stellen? Es gibt momentan keinen Holocaust an Muslimen. Und doch heizt die Situation sich auf, die politische Situation ist gereizt. Die Stimmung in unserer Gesellschaft macht mir Angst. Fronten verhärten sich. Herzen verhärten sich. Mich beschäftigt das. Ich mache mir…

Wenn der Björn und der Adolf

Das habe man ja alles gar nicht gewusst, hört man gerne. Man habe es einfach gar nicht mitbekommen. Die Eltern unserer Eltern reden manchmal so, wenn es um die Zeit der Nationalsozialisten und deren Verbrechen geht. Bald sind sie ausgestorben und was bleibt, sind wir, die jüngere Generation. Und man könnte glauben, diese hätte etwas…

EKD sagt Nein zur Judenmission

Auch, wenn es nicht jedem schmecken dürfte, der auf evangelikalen Portalen wie idea reinliest, ist es doch eine sinnvolle und begründete Entscheidung der EKD-Synode.  Judenmission in Deutschland ist aufgrund der Geschichte ohnehin äußerst problematisch. In früheren Zeiten galt der Taufschein gewissermaßen als Eintrittskarte in die sogenannte christliche Welt, indem man seine jüdische Herkunft gewissermaßen verleugnete.…

Wie kontert man argumentativ gegen Holocaustleugnung? | bpb

Immer wieder finden sich Leute, die in Deutschland meinen, der Holocaust, also die gezielte und massenhafte Vernichtung von Juden in der Hitlerdiktatur, habe doch gar nicht stattgefunden – was übrigens in Deutschland (zu Recht) einen Straftatbestand darstellt. Es ist wichtig, derartige Argumentationsmuster möglichst schnell zu enttarnen und argumentativ kontern zu können, gerade auch in Zeiten,…

Holocaust-Überlebende lobt Merkels Flüchtlingspolitik

Die Stimmungen im Volk sind wankelmütig – gefragt sind Konzepte, die darüber hinausgehen. Eine Holocaust-Überlebende lobt in diesem Zusammenhang die Haltung der Bundeskanzlerin in Bezug auf die Flüchtlinge. Im Bundestag lobt Ruth Klüger die „Großherzigkeit“, mit der Deutschland heute Flüchtlinge aufnehme. Quelle: Holocaust-Überlebende: Merkels heroischer Slogan – Politik – Süddeutsche.de

9./10. November 1938 – Pogrome gegen Juden – Yad Vashem

Aufdass derartiges nie wieder auf deutschem Boden und am besten nirgendwo in Europa, möglichst nirgendwo in der Welt jemals wieder passieren mögen. Schon gar nicht gegen Juden, nach Möglichkeit aber gegen gar keine Religion oder Menschengruppe. Gedenken ist wichtig, denn nur so kann man, hoffentlich, für die Zukunft ähnliche Grausamkeiten und Menschenrechtsverletzungen vermeiden. Wenn man sich…

Die EKD-Synode gesteht Schuld gegenüber Juden ein 

Lange hat es gedauert, nun aber endlich: Juden seien „verstockte Gotteslästerer“ und „Lügner“, sagte Martin Luther. Generationen von Protestanten folgten ihm. Jetzt will die Synode auf Distanz gehen. Quelle: Antisemitismus und Kirche: Die EKD-Synode gesteht ihre Schuld gegenüber den Juden ein | ZEIT ONLINE

Der letzte Auschwitz-Prozess

Manche Verbrechen verjähren nie. Je grausamer, desto wichtiger ist es, sie letztlich doch noch aufzuarbeiten. Die große Frage ist und bleibt aber, warum dies nicht längst geschehen ist? Wodka. Ölsardinen. Und Speckstreifen. Das scheinen Oskar Grönings stärkste Erinnerungen an Auschwitz zu sein. Nicht die Berge von Leichen, die er dort brennen sah. Nicht die Schreie der jüdischen Kinder…

Paris-Attentate: Keimt nun Verfolgung und Ausgrenzung von Muslimen ?

Zu dem Attentat gegen die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ schreibt das Magazin Cicero, es sei Zeit für eine islamische Revolution: im Vergleich zu den islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Deutschland solle sich nun eine überwältigende Mehrheit aller Muslime in aller Welt erheben, um gegen die gewaltsame Auslegung des Koran zu demonstrieren. Das klingt einleuchtend, allerdings geschieht das offenbar bereits…

Hitler und die Aufklärung

Josef Bordat. Mich erreichten in den letzten Wochen und Monaten sehr viele Bücher zur Besprechung. Leider finde ich nicht immer die Zeit, diese mit der gebührenden Sorgfalt durchzuarbeiten, um sie fair rezensieren und so zu einem fundierten Urteil kommen zu können. Dennoch erscheinen mir einige der Bücher nach kurzer Durchsicht empfehlenswert, so dass ich sie hier in Jobo72′s Weblog nach und nach kurz vorstellen möchte. Dafür gibt es nun die Rubrik „Buch der Woche“. *** Das Buch, das ich heute vorstellen möchte, hat mich in seiner Intention und Anlage sehr an die These des Soziologen Zygmunt Baumans erinnert, die Shoa sei…

Progromnacht: Gedenken in Form einer Haggada

Stefan Ehrhard. Als “Startschuss” für die Schoa, “die gezielte, geplante Vernichtung des jüdischen Volkes“, hat Kardinal Christoph Schönborn die Novemberpogrome von 1938 bezeichnet. “Auch in Österreich hätten die Nazis gewütet, besonders schlimm in Wien, wo 24 der 25 Synagogen vernichtet wurden. Fehlende Proteste gegen die Gewaltakte – auch seitens der Kirchen – hätten Hitler freie Hand gegeben, “seine mörderischen Pläne anzugehen”. Die Christen hätten aus diesem Versagen gelernt, versicherte Kardinal Schönborn: “Dankbar bekennen wir jetzt, dass wir im Judentum unsere Wurzeln haben, nicht nur historisch, als Jesus, der Jude, der Messias, lebte. Sondern wir leben aus dieser Wurzel, bis heute.”…>mehr. foto: 110stefan  / pixelio.de

“mmh…” Schreien und…

Mechthild Werner. Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt. Ein jüdisches Sprichwort. Ein Wort für uns. Heute, morgen. Besonders morgen. 75 Jahre nach dieser neunten Novembernacht. Unglaublich zu lesen, was damals geschieht. Es brennt, Briderlech, es brennt. Unerträglich zu hören, wie es vormals geschah. Die Christen, die Briderlech Jesu, schweigen. Die Kirche, selbst die bekennende, stumm. Rettungslos. Helmut Gollwitzer predigt damals:…>mehr. foto: 110stefan  / pixelio.de

Solange noch Mörder leben

NS-Verbrechen müssen verfolgt werden, auch wenn die Angeklagten alt und gebrechlich sind. Vor dem Landgericht Ellwangen wurde gegen den 93-jährigen Hans Lipschis, der als SS-Mann in Auschwitz eingesetzt war, Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zum Mord in über 10.000 Fällen vor. Schon als vor zwei Jahren gegen den früheren KZ-Wärter John Demjanjuk verhandelt wurde, war zu lesen, es sei der letzte NS-Verbrecherprozess. Ähnliches dürfte nun wieder behauptet werden, doch es ist heute so falsch, wie es bislang immer falsch war…>mehr. foto: theolounge

Was unterscheidet uns von Adolf Eichmann ?

Josef Bordat. Adolf Eichmann sprach in dem Jerusalemer Prozess davon, während seiner Zeit im Reichssicherheitshauptamt, als er die Deportation und Vernichtung der europäischen Juden zu organisieren hatte, eine Art Persönlichkeitsspaltung empfunden zu haben. Diese habe dazu geführt, das Gewissen streckenweise auszuklammern, es zum Schweigen zu bringen. Doch ab und an sei es unvermeidlich gewesen, von der einen, der öffentlichen, bürokratischen, funktionalen Seite des Denkens und Fühlens, das – wie Hannah Arendt überzeugend ausführt – gar kein wirkliches Denken und Fühlen einer menschlichen Person war, hinüber zur anderen, der persönlichen, menschlichen Seite des Bewusstseins zu wechseln, ohne es dort lange aushalten zu können. Am…

NS-Zeit: wer sind wir heute ?

  Deutsche werden wieder öfter als Nazis beschimpft. Zugleich sollen sie Europa führen. Und die jüngere Generation will sich nicht mehr schuldig fühlen. Eine Reise in die Zukunft unserer Vergangenheit. Ich bin noch in Hörweite des Holocaust geboren, 1960 war das. Wir Schüler der Sechziger und Siebziger kennen den Nazi-Sound nicht nur aus dem Fernsehen, sondern auch von alten Männern vorn am Pult. Zudem fiel es mir leicht, Zugang zum Schweren zu finden, weil die Propagandabücher des Großvaters im Regal standen, auch Mein Kampf. Ich habe Aschenbecher mit Hakenkreuzen in Familienschränken gefunden und Orden, die nicht ehren. Die spätere Politisierung vertiefte den…

Atomkonflikt – Bevor unsere Ohren taub werden

Via FAZ.Der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist David Grossmann schreibt zum aktuellen Kriegsszenario in Nahost Folgendes: Israelisch-iranischer Atomkonflikt – Bevor unsere Ohren taub werden 13.03.2012 ·  Greift Israel Iran an, um eine mögliche Katastrophe zu verhindern, beschwört es selbst eine sichere Katastrophe herauf. Ein Plädoyer für Zurückhaltung. Von DAVID GROSSMAN Ministerpräsident Netanjahu hat viele Reden gehalten. Seine Zuhörer und sich selbst feuert er häufig mit Erinnerungen an den Holocaust, mit mahnenden Worten über die Bestimmung des jüdischen Volkes und das Schicksal künftiger Generationen an. Bei dieser düsteren Katastrophenrhetorik fragt man sich, ob er unterscheiden kann zwischen den realen Gefahren, die Israel drohen, und den…