Die Vorstellung, mit Geisteskraft Heilung zu bewirken, kommt in sehr unterschiedlichen weltanschaulichen Milieus vor: in den Naturreligionen, in […]

wein-1Ein weiterer berühmter Kranker im NT ist Timotheus. Paulus schrieb in seinem Brief an ihn einige Zeilen, die viele Bibelausleger zu der Annahme verleiteten, Timotheus hätte schlimme Verdauungsprobleme gehabt:

Trink nicht nur Wasser, sondern nimm auch etwas Wein, mit Rücksicht auf deinen Magen und deine häufigen Krankheiten. (1.Timotheus 5,23 nach der Einheitsübersetzung)

Als ich vor einigen Jahren in Istanbul war, standen überall am Wasser kleine Fischbuden, die gebratenen, gekochten und frittierten Fisch anboten. Der Reiseleiter schärfte uns immer wieder ein, auf gar keinen Fall irgendetwas von diesen Buden zu essen. Das Essen wäre einfach nichts für europäische Mägen. Wollten sie damit andeuten, dass alle Europäer magenkrank sind? Sicher nicht. Sie wussten nur, dass das Wasser nicht geklärt und gesäubert wurde und deshalb voller Keime ist an die wir nicht gewöhnt sind.

skorpionDer Stachel kam nicht von Gott
Zunächst einmal kam der Stachel nicht von Gott. Er war ein Engel des Satans, der Paulus mit Fäusten schlug. Es war kein Engel Gottes, den Jesus gesandt hatte. Wäre er von Gott gewesen hätte Paulus sicherlich nicht so motiviert gegen ihn gebetet.
Es ist seltsam, dass es Leute gibt, die meinen, dass etwas Negatives von Gott in ihr Leben kommt und dennoch dagegen kämpfen. Manche Christen meinen, dass Gott ihnen eine Krankheit gegeben hätte, gehen aber zum Arzt um sie loszuwerden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Paulus so ungehorsam gewesen wäre, dass er gegen Gottes Willen gekämpft hätte.

bettelnDies ist der letzte Post über Apostelgeschichte 3,1-10. Wenn du die anderen verpasst hast, ist es vielleicht nützlich, sie noch einmal nachzulesen.

Mehr als Gold und Silber
“Gold und Silber habe ich nicht”, sagte Petrus zu dem Gelähmten und gab ihm etwas viel Besseres als das: Er brachte ihn mit Gottes Kraft in Berührung und der Mann wurde geheilt. Wir haben den Menschen mehr zu geben, als sie erwarten. Mehr als Materielles, viel mehr. Wir leben in Deutschland unter einem Trugschluss, wir denken, dass doch schon alle alles haben, was sie brauchen. In biblischen Zeiten war Not offensichtlicher als heute: man sah die Obdachlosen, Nackten und Kranken überall auf der Strasse; es war schwer sie zu übersehen. Heute gibt es nur noch in den grossen Städten so ein sichtbares Elend und wir reden uns leicht und gerne ein, dass die Zeiten besser geworden wären und es heute keine Bedürftigen im grossen Stil mehr gäbe.

dornDer Stachel des Paulus
Dieses Prinzip gilt für Zeugnisse in der Bibel ebenso wie für Zeugnisse in unserem eigenen Leben.  An diesem Punkt geht oft einiges daneben wenn Christen das Wort lesen. Sie lesen im 2.Korintherbrief, dass Paulus einen Stachel im Fleisch hatte. Das ist zunächst einmal nichts als ein Zeugnis. Selbst wenn die Auslegumgstraditionen die sagen, dass es sich bei dem Stachel um eine Krankheit gehandelt hat, wahr wären, würde dieses Zeugnis die klaren Stellen aufheben in denen Gottes Wort sagt, dass Heilung Gottes Wille ist? Natürlich nicht! Niemandes Leben macht Gottes Wahrheit zunichte.

bonnke james kisopVon Günter J.Matthia. Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen. -Galileo Galilei

Mancher behauptet von sich, Gott zu verstehen. Daraus leitet er dann Rezepte und Anleitungen ab, wie der Rest der Menschheit Gott verstehen kann und soll.
Womöglich haben solche Gottversteher Erlebnisse gehabt und Erfahrungen gemacht, die durchaus echt sind. Anschließend gehen sie davon aus, dass ihnen ein Wissen zuteil geworden ist, das sie nun weitergeben sollen und müssen.
Ich halte es gar nicht für verkehrt, von solchen Ereignissen zu berichten, gefährlich wird es nur dann, wenn

bettelnWarum bist Du vorbeigegangen?
Wie Morti in einem Kommentar anmerkte, gab es nur eine Geschichte im Neuen Testament, in dem Jesus einen Kranken heilte, der nicht zu ihm gekommen ist (vgl. Johannes 5). Das mag ein Licht auf den Gelähmten an der schönen Pforte werfen.

Vielleicht war er innerlich schon so tot, dass er sich nicht nach Jesus ausstreckte, obwohl da ein stadtbekannter Wunderonkel an ihm vorbeiging.
Vielleicht, aber darauf kommt es nicht an. Der Punkt hat mich dennoch genug irritiert um darüber zu beten. “Warum bist Du vorbeigegangen?”, habe ich Jesus gefragt. “Warum gehst Du vorbei?”, hat er geantwortet.

erstehilfeIch bin in der letzten Zeit leider nicht richtig dazu gekommen, die Heilungsreihe fort zu führen, aber ich bin noch lange nicht am Ende damit. Heute beginnt meine nächste Unterreihe und es geht um berühmte Kranke im Neuen Testament. Ich merke, dass das Thema einfach super wichtig ist. Gott betont Heilung derzeit in seinem Leib in Deutschland. Es ist eine spannende Zeit in der wir leben – Gott stellt den Heilungsdienst in unserem Land wieder her, da bin ich absolut sicher!

BettlerText zum Lesen: Apostelgeschichte 3,1-10

Die Geschichte in der Johannes und Petrus den Gelähmten an der “Schönen Pforte” des Tempels heilen ist eine der bekanntesten Wundergeschichten des Neuen Testaments. Grund genug, sich wieder einmal Gedanken über die Geschichte zu machen, denn oft stecken die grössten Schätze in den Geschichten, die uns am alltäglichsten geworden sind.

Gott geht an Menschen vorbei
In Matthäus 26,55 sagt Jesus zu den Männern die ihn verhaften wollen: “Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen, um mich festzunehmen. Tag für Tag saß ich im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht verhaftet.” Tag für Tag, also jeden Tag sass er im Tempel und lehrte. In Nazareth ging er nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge (Lukas 4,16), also hat er diese Gewohnheit vermutlich auch in Jerusalem fortgesetzt und ging mindestens am Sabbat in den Tempel. Wenn Jesus täglich im Tempel war, muss er an diesem verkrüppelten, stadtbekannten Bettler vorbeigekommen sein. Vielleicht nicht täglich,

Öl6 Heilung durch die Salbung und den Glauben

Die meisten Christen verbinden den Heilungsdienst mit Dienst unter oder in der Salbung. Diese Sichtweise ist stark von der „Voice of Healing“-Bewegung geprägt, die zwischen Mitte der 40er und 50er Jahre des 20.Jahrhunderts in den USA sehr berühmt war. Es gab zu der Zeit eine grosse Anzahl von Predigern, die eine starke Heilungssalbung hatten und die Heilung meist durch Handauflegung vermittelten.
Zu dieser Bewegung gehörten Grössen wie William Branham, A.A.Allen, Jack Coe und viele andere. Ihnen allen war gemeinsam, dass sie eine enorme Kraft zum Heilen hatten und es gelernt hatten in ihren Gottesdiensten in der Kraft zu dienen. Zur Heilungskraft kam oft noch das Wort der Erkenntnis hinzu und es wurden Kranke mit vielen spezifischen Beschreibungen ihres Hintergrundes, der Krankheit usw. nach vorne gerufen. So etwas weckt natürlich einen starken Glauben auf der Seite des Kranken, dass das Übernatürliche wirklich funktioniert.

seele4 Krankheiten, die von psychischen Problemen kommen

In der Medizin spricht man von psychosomatischen Krankheiten, wenn ein körperliches Leiden eigentlich keine organische Ursache hat. Es gibt viele solcher Krankheiten die ihren Ursprung in der Seele und nicht im Körper haben.
Manche Seelsorger erleben körperliche Heilungen obwohl sie nicht dafür gebetet haben. Die Heilung tritt ganz einfach ein wenn seelische Blockaden beiseite geräumt wurden. Solche Krankheiten können medizinisch oft nicht behandelt werden. Besonders drastische Beispiele treten in jedem Krieg auf, wenn Frontsoldaten ihr Leben lang neurologisch bedingt zittern oder teilweise blind sind.
In solchen Fällen, die gar nicht so selten sind, kann es sein, dass man mit innerer Heilung weiter kommt als mit einfachem Heilungsgebet.

rücken2 Krankheiten, die durch Faktoren im Leben kommen

Ich habe viele Erfolge beim Beten für Rückenschmerzen. Eine zeitlang ist jeder Rückenschmerz für den ich gebetet habe weggegangen. An einem Samstag haben meine Frau und ich für eine Bekannte gebetet, die so starke Rückenschmerzen hatte, dass sie nachts halb im sitzen schlafen musste. Wir legten ihr die Hände auf und die eine Seite war sofort schmerzfrei. Das reichte natürlich nicht, denn Gott macht keine halben Sachen. Also beteten wir noch einmal und die andere Seite war auch schmerzfrei. Unsere Bekannte konnte Sachen tun, die sie seit Monaten nicht mehr konnte: sie sprang durch unser Wohnzimmer, machte Kniebeugen, stieg ins Auto ein und wieder aus und es ging ihr richtig gut.
Zwei Tage später waren die Schmerzen wieder da, es wurde zwar nie wieder so schlimm wie vor dem Gebet, aber es war auch nicht ganz weg. Sie musste erst eine Rückenschule machen um die Schmerzen ganz loszuwerden.

lautsprecherDen Geplagten rettet Gott durch seine Plage und öffnet durch Bedrängnis sein Ohr. (Hiob 36,15)

Von C.S.Lewis, u.a. Autor der Narnia-Bücher, habe ich einen Satz im Ohr. Ich weiss nicht mehr, woher er ist, möglicherweise aus diesem Film über ihn, dessen Titel ich auch nicht mehr erinnere, Shadowland? In the Shadows? Keine Ahnung, jedenfalls sagte er: „Schmerz ist Gottes Megaphon“, wenn jemand das Zitat nachweise kann bin ich dankbar und ein Stück glücklicher.
Das ist so ein schöner Schlagsatz, dass ich ihn übernommen hatte und früher immer wieder angebracht habe wenn jemand nach dem Grund von Leid fragte. Warum Gott Elend und Krankheit zulässt? Doch sicher um Menschen aufzurütteln, aus dem ruhigen Weg zur Hölle aufzuschrecken! Ebenso wie Hiobs Kollege es sieht: Gott öffnet das Ohr durch Bedrängnis.

Eine Weile bin ich mit dieser Theologie recht gut gefahren, dann las ich im Neuen Testament etwas anderes über Gottes Megaphon:

Frucht1 Sünde

Im letzten Eintrag ging es um die Heilung des Blindgeborenen aus Johannes 9. Die Jünger Jesu konnten sich keine andere Ursache für seine Krankheit vorstellen als dass er oder seine Eltern gesündigt hatten. Auch heute noch ist es so, dass manche Christen Krankheit immer mit Sünde in Verbindung bringen und so nach Sünde im Leben eines Kranken suchen wenn sie mit ihm beten. Dass so eine Ansicht einen Kranken unter Schwierigkeiten bringen kann ist klar. Man sollte sehr vorsichtig damit sein, wenn man Sünde anspricht um dem Kranken nicht zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen zu machen was sich nicht selten kontraproduktiv auf die Heilung auswirkt. (Druck und Verspanntheit führen oft zu Problemen mit dem Empfangen von Gottes Gnade).

krankWenn man über Krankheit redet kommt natürlich schnell die Frage auf, warum jemand krank ist oder warum er nicht geheilt wird. Damit verbunden ist manchmal die Frage warum jemand nicht geheilt wird, wenn für ihn gebetet wird.
Ich möchte gerne einige der Gründe für Krankheiten nennen, die ich vom Wort her kenne. Es ist nicht nur theoretisch interessant diese Gründe zu kennen sondern auch in der Praxis wichtig. Vielfach bleibt eine Heilung nicht für immer sondern geht irgendwann wieder weg. Dem kann man oft vorbeugen indem man die Ursache der Krankheit beseitigt.