Heilung XIX – berühmte Kranke im NT III – Timotheus

wein-1Ein weiterer berühmter Kranker im NT ist Timotheus. Paulus schrieb in seinem Brief an ihn einige Zeilen, die viele Bibelausleger zu der Annahme verleiteten, Timotheus hätte schlimme Verdauungsprobleme gehabt:

Trink nicht nur Wasser, sondern nimm auch etwas Wein, mit Rücksicht auf deinen Magen und deine häufigen Krankheiten. (1.Timotheus 5,23 nach der Einheitsübersetzung)

Als ich vor einigen Jahren in Istanbul war, standen überall am Wasser kleine Fischbuden, die gebratenen, gekochten und frittierten Fisch anboten. Der Reiseleiter schärfte uns immer wieder ein, auf gar keinen Fall irgendetwas von diesen Buden zu essen. Das Essen wäre einfach nichts für europäische Mägen. Wollten sie damit andeuten, dass alle Europäer magenkrank sind? Sicher nicht. Sie wussten nur, dass das Wasser nicht geklärt und gesäubert wurde und deshalb voller Keime ist an die wir nicht gewöhnt sind. „Heilung XIX – berühmte Kranke im NT III – Timotheus“ weiterlesen

Gottes letztes Wort

Lippen_II

…hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat; (Hebräer 1,2)

Nachdem Gott sich also durch das ganze AT hindurch immer wieder als ein redender, sich gerne offenbarender Gott erwiesen hat, hat er in diesen letzten Tagen durch den Sohn gesprochen.
Die Schlachterübersetzung bringt uns auf eine gute Fährte, wenn die Übersetzung auch einigermassen ungenau ist, was mit dem Grundtext zusammenhängen könnte, den sie verwendet: …hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn. “Zuletzt” ist das griechische Wort eschatos, von dem sich die Eschatologie, die “Lehre von den letzten Dingen” ableitet. Wenn Schlachter übersetzt, dass Gott zuletzt durch den Sohn, Jesus, gesprochen hat, dann meint es, dass Jesus Gottes letztes Wort war – da kommt nicht mehr. „Gottes letztes Wort“ weiterlesen

Heilung XVIII – berühmte Kranke im NT II – Paulus II

skorpionDer Stachel kam nicht von Gott
Zunächst einmal kam der Stachel nicht von Gott. Er war ein Engel des Satans, der Paulus mit Fäusten schlug. Es war kein Engel Gottes, den Jesus gesandt hatte. Wäre er von Gott gewesen hätte Paulus sicherlich nicht so motiviert gegen ihn gebetet.
Es ist seltsam, dass es Leute gibt, die meinen, dass etwas Negatives von Gott in ihr Leben kommt und dennoch dagegen kämpfen. Manche Christen meinen, dass Gott ihnen eine Krankheit gegeben hätte, gehen aber zum Arzt um sie loszuwerden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Paulus so ungehorsam gewesen wäre, dass er gegen Gottes Willen gekämpft hätte. „Heilung XVIII – berühmte Kranke im NT II – Paulus II“ weiterlesen

Der Gelähmte an der schönen Pforte III

bettelnDies ist der letzte Post über Apostelgeschichte 3,1-10. Wenn du die anderen verpasst hast, ist es vielleicht nützlich, sie noch einmal nachzulesen.

Mehr als Gold und Silber
“Gold und Silber habe ich nicht”, sagte Petrus zu dem Gelähmten und gab ihm etwas viel Besseres als das: Er brachte ihn mit Gottes Kraft in Berührung und der Mann wurde geheilt. Wir haben den Menschen mehr zu geben, als sie erwarten. Mehr als Materielles, viel mehr. Wir leben in Deutschland unter einem Trugschluss, wir denken, dass doch schon alle alles haben, was sie brauchen. In biblischen Zeiten war Not offensichtlicher als heute: man sah die Obdachlosen, Nackten und Kranken überall auf der Strasse; es war schwer sie zu übersehen. Heute gibt es nur noch in den grossen Städten so ein sichtbares Elend und wir reden uns leicht und gerne ein, dass die Zeiten besser geworden wären und es heute keine Bedürftigen im grossen Stil mehr gäbe. „Der Gelähmte an der schönen Pforte III“ weiterlesen

Heilung XVII – berühmte Kranke im NT II – Paulus I

dornDer Stachel des Paulus
Dieses Prinzip gilt für Zeugnisse in der Bibel ebenso wie für Zeugnisse in unserem eigenen Leben.  An diesem Punkt geht oft einiges daneben wenn Christen das Wort lesen. Sie lesen im 2.Korintherbrief, dass Paulus einen Stachel im Fleisch hatte. Das ist zunächst einmal nichts als ein Zeugnis. Selbst wenn die Auslegumgstraditionen die sagen, dass es sich bei dem Stachel um eine Krankheit gehandelt hat, wahr wären, würde dieses Zeugnis die klaren Stellen aufheben in denen Gottes Wort sagt, dass Heilung Gottes Wille ist? Natürlich nicht! Niemandes Leben macht Gottes Wahrheit zunichte. „Heilung XVII – berühmte Kranke im NT II – Paulus I“ weiterlesen

Der Gelähmte an der schönen Pforte II

bettelnWarum bist Du vorbeigegangen?
Wie Morti in einem Kommentar anmerkte, gab es nur eine Geschichte im Neuen Testament, in dem Jesus einen Kranken heilte, der nicht zu ihm gekommen ist (vgl. Johannes 5). Das mag ein Licht auf den Gelähmten an der schönen Pforte werfen.

Vielleicht war er innerlich schon so tot, dass er sich nicht nach Jesus ausstreckte, obwohl da ein stadtbekannter Wunderonkel an ihm vorbeiging.
Vielleicht, aber darauf kommt es nicht an. Der Punkt hat mich dennoch genug irritiert um darüber zu beten. “Warum bist Du vorbeigegangen?”, habe ich Jesus gefragt. “Warum gehst Du vorbei?”, hat er geantwortet. „Der Gelähmte an der schönen Pforte II“ weiterlesen

Heilung XVI – berühmte Kranke im NT I

erstehilfeIch bin in der letzten Zeit leider nicht richtig dazu gekommen, die Heilungsreihe fort zu führen, aber ich bin noch lange nicht am Ende damit. Heute beginnt meine nächste Unterreihe und es geht um berühmte Kranke im Neuen Testament. Ich merke, dass das Thema einfach super wichtig ist. Gott betont Heilung derzeit in seinem Leib in Deutschland. Es ist eine spannende Zeit in der wir leben – Gott stellt den Heilungsdienst in unserem Land wieder her, da bin ich absolut sicher! „Heilung XVI – berühmte Kranke im NT I“ weiterlesen

Der Gelähmte an der schönen Pforte I

BettlerText zum Lesen: Apostelgeschichte 3,1-10

Die Geschichte in der Johannes und Petrus den Gelähmten an der “Schönen Pforte” des Tempels heilen ist eine der bekanntesten Wundergeschichten des Neuen Testaments. Grund genug, sich wieder einmal Gedanken über die Geschichte zu machen, denn oft stecken die grössten Schätze in den Geschichten, die uns am alltäglichsten geworden sind.

Gott geht an Menschen vorbei
In Matthäus 26,55 sagt Jesus zu den Männern die ihn verhaften wollen: “Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen, um mich festzunehmen. Tag für Tag saß ich im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht verhaftet.” Tag für Tag, also jeden Tag sass er im Tempel und lehrte. In Nazareth ging er nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge (Lukas 4,16), also hat er diese Gewohnheit vermutlich auch in Jerusalem fortgesetzt und ging mindestens am Sabbat in den Tempel. Wenn Jesus täglich im Tempel war, muss er an diesem verkrüppelten, stadtbekannten Bettler vorbeigekommen sein. Vielleicht nicht täglich, „Der Gelähmte an der schönen Pforte I“ weiterlesen

Heilung XV – Gründe für Krankheiten V

Öl6 Heilung durch die Salbung und den Glauben

Die meisten Christen verbinden den Heilungsdienst mit Dienst unter oder in der Salbung. Diese Sichtweise ist stark von der „Voice of Healing“-Bewegung geprägt, die zwischen Mitte der 40er und 50er Jahre des 20.Jahrhunderts in den USA sehr berühmt war. Es gab zu der Zeit eine grosse Anzahl von Predigern, die eine starke Heilungssalbung hatten und die Heilung meist durch Handauflegung vermittelten.
Zu dieser Bewegung gehörten Grössen wie William Branham, A.A.Allen, Jack Coe und viele andere. Ihnen allen war gemeinsam, dass sie eine enorme Kraft zum Heilen hatten und es gelernt hatten in ihren Gottesdiensten in der Kraft zu dienen. Zur Heilungskraft kam oft noch das Wort der Erkenntnis hinzu und es wurden Kranke mit vielen spezifischen Beschreibungen ihres Hintergrundes, der Krankheit usw. nach vorne gerufen. So etwas weckt natürlich einen starken Glauben auf der Seite des Kranken, dass das Übernatürliche wirklich funktioniert. „Heilung XV – Gründe für Krankheiten V“ weiterlesen

Antwort

telefonDa antwortete der Herr dem Ijob und sprach (Hiob 40,1)

Eigentlich ist der Vers fast zu klein, um über ihn zu schreiben. Trotzdem steckt er so voll emotionaler Tiefe, dass man ihn vermutlich kaum ausschöpfen kann. Was mag diese Antwort Gottes für Hiob bedeuetet haben? Im Grunde ist doch fast das Schlimmste am Leid, dass es oft so aussieht, als wäre Gott gerade in einem anderen Universum beschäftigt und hätte sich schon lange nicht mehr blicken lassen. Auch wenn wir wissen, dass das objektiv falsch ist (Matthäus am Letzten), kann es uns doch subjektiv so beeindrucken, dass alle Wahrheit dagegen verblasst. Was bedeutet in dem Fall eine Antwort? „Antwort“ weiterlesen

Heilung XIV – Gründe für Krankheiten IV

seele4 Krankheiten, die von psychischen Problemen kommen

In der Medizin spricht man von psychosomatischen Krankheiten, wenn ein körperliches Leiden eigentlich keine organische Ursache hat. Es gibt viele solcher Krankheiten die ihren Ursprung in der Seele und nicht im Körper haben.
Manche Seelsorger erleben körperliche Heilungen obwohl sie nicht dafür gebetet haben. Die Heilung tritt ganz einfach ein wenn seelische Blockaden beiseite geräumt wurden. Solche Krankheiten können medizinisch oft nicht behandelt werden. Besonders drastische Beispiele treten in jedem Krieg auf, wenn Frontsoldaten ihr Leben lang neurologisch bedingt zittern oder teilweise blind sind.
In solchen Fällen, die gar nicht so selten sind, kann es sein, dass man mit innerer Heilung weiter kommt als mit einfachem Heilungsgebet. „Heilung XIV – Gründe für Krankheiten IV“ weiterlesen

Die Grösse Gottes

andromedaDa antwortete der Herr dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach:
Wer ist es, der den Ratschluß verdunkelt mit Gerede ohne Einsicht? Auf, gürte deine Lenden wie ein Mann: Ich will dich fragen, du belehre mich! Wo warst du, als ich die Erde gegründet? Sag es denn, wenn du Bescheid weißt. Wer setzte ihre Maße? Du weißt es ja. Wer hat die Meßschnur über ihr gespannt? (Hiob 38,1-5)

Im 38. Kapitel beginnt endlich Gottes Antwort, es ist der Moment, den Hiob in seinen Leiden über alles herbeigesehnt hat: Gott antwortet ihm. Manchmal ist es so, dass die erhoffte Antwort zunächst ausbleibt; dann lohnt es sich in jedem Fall dranzubleiben und weiter zu suchen, weiter zu hoffen und zu beten – Gott wird antworten. „Die Grösse Gottes“ weiterlesen

Heilung XIII – Gründe für Krankheiten III

rücken2 Krankheiten, die durch Faktoren im Leben kommen

Ich habe viele Erfolge beim Beten für Rückenschmerzen. Eine zeitlang ist jeder Rückenschmerz für den ich gebetet habe weggegangen. An einem Samstag haben meine Frau und ich für eine Bekannte gebetet, die so starke Rückenschmerzen hatte, dass sie nachts halb im sitzen schlafen musste. Wir legten ihr die Hände auf und die eine Seite war sofort schmerzfrei. Das reichte natürlich nicht, denn Gott macht keine halben Sachen. Also beteten wir noch einmal und die andere Seite war auch schmerzfrei. Unsere Bekannte konnte Sachen tun, die sie seit Monaten nicht mehr konnte: sie sprang durch unser Wohnzimmer, machte Kniebeugen, stieg ins Auto ein und wieder aus und es ging ihr richtig gut.
Zwei Tage später waren die Schmerzen wieder da, es wurde zwar nie wieder so schlimm wie vor dem Gebet, aber es war auch nicht ganz weg. Sie musste erst eine Rückenschule machen um die Schmerzen ganz loszuwerden. „Heilung XIII – Gründe für Krankheiten III“ weiterlesen

C.S. Lewis und Hiob

lautsprecherDen Geplagten rettet Gott durch seine Plage und öffnet durch Bedrängnis sein Ohr. (Hiob 36,15)

Von C.S.Lewis, u.a. Autor der Narnia-Bücher, habe ich einen Satz im Ohr. Ich weiss nicht mehr, woher er ist, möglicherweise aus diesem Film über ihn, dessen Titel ich auch nicht mehr erinnere, Shadowland? In the Shadows? Keine Ahnung, jedenfalls sagte er: „Schmerz ist Gottes Megaphon“, wenn jemand das Zitat nachweise kann bin ich dankbar und ein Stück glücklicher.
Das ist so ein schöner Schlagsatz, dass ich ihn übernommen hatte und früher immer wieder angebracht habe wenn jemand nach dem Grund von Leid fragte. Warum Gott Elend und Krankheit zulässt? Doch sicher um Menschen aufzurütteln, aus dem ruhigen Weg zur Hölle aufzuschrecken! Ebenso wie Hiobs Kollege es sieht: Gott öffnet das Ohr durch Bedrängnis.

Eine Weile bin ich mit dieser Theologie recht gut gefahren, dann las ich im Neuen Testament etwas anderes über Gottes Megaphon: „C.S. Lewis und Hiob“ weiterlesen

Heilung XII – Gründe für Krankheiten II

Frucht1 Sünde

Im letzten Eintrag ging es um die Heilung des Blindgeborenen aus Johannes 9. Die Jünger Jesu konnten sich keine andere Ursache für seine Krankheit vorstellen als dass er oder seine Eltern gesündigt hatten. Auch heute noch ist es so, dass manche Christen Krankheit immer mit Sünde in Verbindung bringen und so nach Sünde im Leben eines Kranken suchen wenn sie mit ihm beten. Dass so eine Ansicht einen Kranken unter Schwierigkeiten bringen kann ist klar. Man sollte sehr vorsichtig damit sein, wenn man Sünde anspricht um dem Kranken nicht zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen zu machen was sich nicht selten kontraproduktiv auf die Heilung auswirkt. (Druck und Verspanntheit führen oft zu Problemen mit dem Empfangen von Gottes Gnade). „Heilung XII – Gründe für Krankheiten II“ weiterlesen

Häutungen

NatternhemdAm See dachte ich heute darüber nach, was es heisst, dass der Glaube sich immer wieder neu erfinden muss. Persönlich glaube ich, dass wir in unserer geistlichen Entwicklung nie hundertprozentig ankommen werden. Das ist nicht etwa negativ gemeint, wir müssen nicht mit einem Loch im Leben herumlaufen, das uns permanent schmerzt und für das wir eine (er)Füllung suchen. Jesus hat uns schon satt gemacht (Johannes 4,14). Dennoch heisst glauben in Bewegung bleiben. Vielleicht in unserer Zeit mehr als in früheren. In dem Masse in dem unser Leben sich verändert wird unser Glauben, unsere Art zu glauben, sich verändern müssen. „Häutungen“ weiterlesen

Heilung XI – Gründe für Krankheit I

krankWenn man über Krankheit redet kommt natürlich schnell die Frage auf, warum jemand krank ist oder warum er nicht geheilt wird. Damit verbunden ist manchmal die Frage warum jemand nicht geheilt wird, wenn für ihn gebetet wird.
Ich möchte gerne einige der Gründe für Krankheiten nennen, die ich vom Wort her kenne. Es ist nicht nur theoretisch interessant diese Gründe zu kennen sondern auch in der Praxis wichtig. Vielfach bleibt eine Heilung nicht für immer sondern geht irgendwann wieder weg. Dem kann man oft vorbeugen indem man die Ursache der Krankheit beseitigt. „Heilung XI – Gründe für Krankheit I“ weiterlesen

Still stehen

stilleHör dir dies an, Ijob ! Steh still, um die Wunder Gottes zu betrachten. (Hiob 37,14)

Manchmal denke ich, dass ich zu schnell unterwegs bin; wie durch das Leben haste ohne es zu bemerken. Kennst Du das, dass Du Dich manchmal fühlst als würde Dein Leben an Dir vorbeirauschen wie die Landschaft vor dem Zugfenster? Vielleicht ist das der Grund dafür, dass wir oft in Autos, Flugzeugen oder eben Zügen die melancholischsten Momente haben – weil die vorbeifliegende Landschaft uns an das Leben erinnert, das wir geniessen könnten wenn wir nicht dauernd zwischen A und B hängen würden. „Still stehen“ weiterlesen

Heilung X – Gottes Ziel mit den Menschen

KrankenhausWenn man von Heilung spricht kommt schnell das Gefühl auf, als wäre Heilung das grösste Ziel Gottes mit den Menschen. Ich kann mir vorstellen, dass das daher kommt, das manche Heilungen einfach so spektakulär sind, dass man sie gerne immer wieder erzählt und Gottes Grösse darin erkennt.
In den Evangelien sind, je nachdem was man zählt, ungefähr 20 grössere Heilungsgeschichten überliefert. Das ist nicht einmal annähernd die Zahl der Menschen die Jesus geheilt hat, denn manchmal heisst es, dass er ganze Volksmengen heilte. Johannes stellt fest, dass die ganze Welt die Bücher nicht fassen könnte wenn alles niedergeschrieben worden wäre was Jesus getan hat (Johannes 21,25). Auch wenn das vermutlich leicht übertrieben ist können wir doch davon ausgehen, dass Jesus sehr viele Menschen geheilt hat. „Heilung X – Gottes Ziel mit den Menschen“ weiterlesen

Das ultimative Zeichen

BlitzGott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt, und als Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg verehren. (2.Mose 3,12)

Viele Christen suchen absolute Sicherheit in der Frage, ob Gott zu ihnen geredet hat oder nicht. Sie haben vielleicht einen prophetischen Eindruck gehabt oder ein Gefühl, wohin ihr Leben gehen soll oder was sie für Gott machen könnten. Aber ihnen fehlt die Sicherheit die sie bräuchten um das, was sie denken wirklich umzusetzen. Ständig ist die Frage in ihrem Kopf, ob es wirklich Gott war, der es ihnen gesagt hat.
Wie kann man sicher sein, dass man sich nicht verhört hat und die Ansage wirklich von Jesus kam und nicht aus den eigenen Gefühlen oder gar vom bösen Teufel? ES mag Dich überraschen, weil es scheinbar nicht zu ihm passt, aber auch Mose hat vor dieser Frage gestanden. „Das ultimative Zeichen“ weiterlesen

Heilung IX – Die Gabe(n) der Heilung(en) II

sonnehandIch weiss, dass viele Christen entmutigt werden wenn sie hören, dass es Gaben der Heilungen gibt. Sie lesen von einer Salbung und meinen: „habe ich nicht, dann brauche ich ja gar nicht erst für Leute zu beten.“
Das ist ein falscher Gedanke und ich vermute, dass es sogar ein satanischer ist. Es gibt kaum etwas, das uns so effektiv aus einem Wunderdienst heraushalten kann wie dieser Gedanke. Deswegen möchte ich heute der Frage nachgehen, ob man auch Heilungen erleben kann ohne eine entsprechende Salbung zu haben.

Kann man übernatürliche Heilungen erleben ohne Christ zu sein? Ganz bestimmt!
sela! (an diese Stelle gehört in einer Predigt eine rhetorische Pause zum Luftholen!) „Heilung IX – Die Gabe(n) der Heilung(en) II“ weiterlesen

Heilung VIII – Die Gabe(n) der Heilung(en) I

sonnehandIch schreibe diese Zeilen in einer originellen Situation: Es ist Freakstock, das Hauptevent unserer Bewegung und ich sitze in der Pension. Heute abend sollte ich eigentlich predigen, das habe ich aber abgesagt, statt dessen ist Ferry für mich eingesprungen. Ich hatte vorgestern, nachdem dem Auto-einladen, auf einmal Rückenschmerzen. Habe mich dann in die Badewanne gelegt und als ich wieder aufstand ging gar nichts mehr: Hexenschuss. Blöde Sache. Wir haben einen Stand und den konnte ich schon nicht mehr mit aufbauen, habe im Stuhl daneben gesessen und Anweisungen gegeben. Nun sind alle auf dem Stock und ich liege lesend, betend und schreibend in unserem winzigen Zimmer. „Heilung VIII – Die Gabe(n) der Heilung(en) I“ weiterlesen

Heilung VII – Das Evangelium III – Der Dienst Jesu

Jesus und die KrankenIn Hebräer 1,3 heisst es, dass Jesus das Abbild von Gottes Wesen ist. Das bedeutet nichts anderes, als das kein wesensmässiger Unterschied zwischen ihm Gott bestand als er hier auf der Erde war. Deshalb konnte Jesus im Gespräch mit seinem Jünger Philippus sagen: „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen“ (Johannes 14,9). Demnach ist alles, was wir Jesus in den Evangelien tun sehen der Wille des Vaters. Jesus hat in keinem Fall etwas getan, was nicht Gottes Willen entsprochen hätte. Also sollten wir uns den Dienst Jesu hier auf der Erde anschauen, wie er in den vier Evangelien überliefert ist. Wenn wir dem glauben, was die Bibel sagt, wird uns das die Augen für den Willen Gottes über Heilung öffnen.

Eine gute Zusammenfassung der Tätigkeit Jesu bietet ein evangelistisches Gespräch zwischen Petrus und Kornelius aus dem zehnten Kapitel der Apostelgeschichte. „Heilung VII – Das Evangelium III – Der Dienst Jesu“ weiterlesen

Heilung VI – Das Evangelium II – Heilung ist Teil der Erlösung

ePaketFür mich war es einer der wichtigsten Knackpunkte zu verstehen, dass Heilung ein Teil der Erlösung ist, die Christus für uns erwirkt hat. So lange man das nicht weiss, wird man sich immer die Frage stellen müssen, ob es gerade jetzt Gottes Wille ist zu heilen. Viele Christen glauben, dass Gott heilen kann (schliesslich ist er ja allmächtig) und manchmal, nach seinem unergründlichen Ratschluss auch tatsächlich heilt.
Wer so glaubt, der wird immer ein „wenn es Dein Wille ist“ an seine Gebete dranhängen und das Ergebnis der Sache bei Gott lassen. Oft sind solche Gebete schlicht Unglaube und sehr halbherzig. Manchmal ist es aber auch die bange Frage eines Glaubenden: „Willst Du mich heilen?“ Diese Frage steht so schon in der Bibel. In Matthäus 8 spricht Jesus mit einem Aussätzigen. Dieser sagt: „Herr, wenn du willst, kannst du machen, daß ich rein werde.“ (Vers 2). Die Antwort, die Jesus ihm gibt ist dieselbe, die er auch heute noch jedem geben wird, der ihm ernsthaft diese Frage stellt: „Ich will es – werde rein!“ „Heilung VI – Das Evangelium II – Heilung ist Teil der Erlösung“ weiterlesen

Unergründlichkeit

Ewiges_Eis_142Den Allmächtigen ergründen wir nicht, er ist erhaben an Macht und Recht, er ist reich an Gerechtigkeit; Recht beugt er nicht. (Hiob 37,23)

Neulich hatte ich ein Gespräch mit meiner Mutter, das mir nachgegangen ist. Sie hatte eine Predigt von mir gehört in der es um Sehnsucht ging und darum, Gott immer wieder zu suchen weil es immer noch mehr gibt, was wir mit ihm erleben können und neue Tiefen, in die wir vordringen können. Sie hat die Predigt zweimal gehört, weil sie herausgehört hatte, dass ich recht unzufrieden bin. Nun bekommen Eltern immer mehr mit, als ihre Kinder denken oder ihnen lieb ist und sie konnte sich noch gut erinnern, dass ich immer auf der Suche nach etwas war. Die Predigt hat sie mächtig irritiert weil sie es so gehört hat, dass ich immer noch nicht angekommen wäre und noch immer auf der Suche wäre. „Unergründlichkeit“ weiterlesen

Heilung V – Das Evangelium I – Erlösung

ePaketDie Kernfrage ist ob Heilung jedem gehört, der darum bittet und Gott jeden heilen will oder nicht. Meine These ist: „es ist nicht die Frage, ob Gott heilen will, die Frage ist wie wir diese Heilung bekommen“. Alles, wofür Christus gestorben ist gehört uns, es ist unser Erbe. Auf alles andere gibt es keinen Anspruch und es ist die Frage, ob wir es überhaupt bekommen können. Meiner Ansicht nach sind Gott ausserhalb des Evangeliums quasi die Hände gebunden, deswegen war der Tod Gottes Universallösung für alle Probleme einer kaputten und sterbenden Menschheit. Ich kann mir kein Problem vorstellen über das Gott sich den Kopf zerbricht und sagt: „hätte ich daran mal vorher gedacht, dann hätte ich es irgendwie in das Opfer Jesu eingearbeitet!“ Diese These gibt uns eine Verantwortung: ich will nicht, dass Jesus umsonst gestorben ist. Ich will jeden Bereich haben für den er geblutet hat, alles was er mir erkauft hat soll mein sein. „Heilung V – Das Evangelium I – Erlösung“ weiterlesen

Familie

familieNoch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders. Da kam ein gewaltiger Wind über die Wüste und packte das Haus an allen vier Ecken; es stürzte über die jungen Leute, und sie starben. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten. (Hiob 1,18 -19)

Dieser Post fällt aus der Reihe, denn eigentlich sind wir ja schon bei Hiob 34. Dennoch, es ist wichtig und am Anfang der Reihe ist mir dieser Aspekt durchgegangen. Es geht heute um “Anfechtung”. Anfechtung definiere ich wie folgt:

Anfechtung ist alles, womit der Teufel versucht uns davon abzuhalten Gottes Werk zu tun.

Jeder, der schon einmal was für Gott getan hat weiss, wieviel ausgerechnet an solchen Tagen passieren kann. Auch wenn Du noch nie von Murphys Law gehört hast, erlebt hast Du es mit Sicherheit: „Familie“ weiterlesen

Das Evangelium

Bedeutet das Evangelium, dass Menschen, die daran glauben eine gute Zukunft im Himmel haben? Ist das wirklich schon alles? Ich habe über diese Frage zwei Jahre lang gedacht – immer wieder. Und ich komme zu dem Schluss, dass Errettung der wichtigste, zugleich aber auch kleinste Teil der Erlösung ist und dass ein volles Evangelium wesentlich mehr bedeutet als das. Ich glaube: das Evangelium ist Gottes Antwort auf die Nöte des Menschen, Seine Hinwendung an uns. Es richtet sich an den gesamten Menschen: Körper, Seele, Geist, Gesellschaft und jeder andere Bereich, der uns ausmacht. Ich weiss, dass dieses Evangelium in Deutschland … Das Evangelium weiterlesen

Perikles und die Stadt

Akropolis_AthenIch war neulich seit langem mal wieder auf einer Party. Bin kein grosser Partygänger und normalerweise kann ich mich drücken, ging diesmal aber nicht. Glücklicherweise gab es einige interessante Gespräche, unter anderem eins über Gemeindemodelle und –vision. Ich habe später zuhause noch weiter über das Thema nachgedacht und mir ist ein Satz von Perikles eingefallen: „alles Gute fliesst in die Stadt, weil die Stadt Grösse hat“. Ich hoffe, er hat das wirklich gesagt, ich zitiere aus dem Gedächtnis nach einem Spielfilm (City Hall), den ich mal gesehen habe… ;-)
Ich glaube, dass die meisten Christen, natürlich die Pastoren vorneweg, über (ihre) Gemeinde denken wie Perikles über Athen: alles Gute muss in die Gemeinde fliessen, weil die Gemeinde Grösse hat – sie ist Gottes Plan und Strategie, etwas wofür es sich lohnt, alles zu geben. Alles verfügbare an Zeit, Geld, Gebet, Motivation usw. muss in die Gemeinde fliessen, die damit schnell zu einem Selbstzweck wird, denn was macht die Gemeinde mit all den Ressourcen, die sie bekommt? Sie wird grösser… „Perikles und die Stadt“ weiterlesen

Heilung IV – Das Reich und der Auftrag III – Kennzeichen des Reiches

rollstuhlWas sind die Zeichen an denen man erkennen kann, dass die Herrschaft Gottes in einem Bereich angebrochen ist? Eine der deutlichsten Aussagen dazu kommt von Jesus selber. Johannes der Täufer saß im Gefängnis und hatte eine echte Glaubenskrise. Man kann es sich kaum bei jemandem seines Kalibers vorstellen, aber so war es. Er stand vor der Frage ob er sein Leben verpfuscht und wider Erwarten doch auf die falsche Karte gesetzt hätte oder nicht.
In dieser dunklen Stunde schickte er seine Künger los zu Jesus und liess fragen: „bist Du der, der kommen soll? Oder müssen wir auf einen anderen warten?“ „Heilung IV – Das Reich und der Auftrag III – Kennzeichen des Reiches“ weiterlesen

Gottes Werben

liebesbriefElihus Reden scheinen mir insgesamt interessanter als die seiner Vorredner. Ich bitte Dich, die neunzehn Verse um die es heute geht selber nachzulesen, sie sind mir zu lang zum zitieren. Wenn Du sie liest, dann am besten in einer Einheitsübersetzung, falls Du eine zur Hand hast.

Elihu beschreibt den Werbungsweg um den Menschen zum Heil zu bringen, der Weg ist typisch für die Theologie nahezu aller Jahrtausende und der Unterschied zwischen Altem und Neuem Testament ist hier wieder einmal sehr klein. Es geht um einen Weg mit drei Schritten: „Gottes Werben“ weiterlesen

Heilung III – Das Reich und der Auftrag II – die Spannung

spannungNachdem ich im letzten Beitrag John Wimber positiv erwähnt habe, möchte ich ihn nun auch noch zitieren. Ich habe in meinem Regal ein kleines Büchlein von ihm gefunden: „Einblicke ins Reich Gottes“, Projektion J, 1981.
Wimber folgt dem Ansatz von George Ladd, einem Professor am Fuller Seminary. Ladd scheint die Theologie der „eschatologischen Spannung“ geprägt zu haben, wenn ich auch nicht weiss, ob er je das Wort benutzt hat. Wimber zitiert ihn jedenfalls mit der Spannung zwischen dem „schon-jetzt“ und dem „noch-nicht“. Wimber zitiert auch Oscar Cullmann mit einem genialen Vergleich dieser Theologie: „Heilung III – Das Reich und der Auftrag II – die Spannung“ weiterlesen

Gericht

justitia

Nein, was der Mensch tut, das vergilt er ihm, nach eines jeden Verhalten läßt er es ihn treffen. Nein, wahrhaftig, nie tut Gott unrecht, und der Allmächtige beugt nicht das Recht. (Hiob 34,11-12)

Wenn es Stellen in der Bibel gibt, die einem gläubigen Menschen Angst machen können, dann doch sicherlich solche. Wenn es stimmt, dass Gott dem Menschen vergilt, was er tut, dann “Gut´ Nacht”. Wer kann dann noch dem Gericht gelassen entgegensehen? Sündlos ist ja wahrscheinlich keiner, nicht einmal jemand, der diesen Blog liest – auch keiner, der ihn schreibt…. Alle haben Leichen im Keller und jeder hätte das Gericht Gottes zu fürchten, wenn der Herr nur nach unseren Taten richten würde.

Die gute Nachricht: Es ist nicht falsch (sonst würde es ja nicht in der Bibel stehen), es stimmt aber auch nicht. „Gericht“ weiterlesen

Heilung II – Das Reich und der Auftrag

morgenrotIm Konfirmandenunterricht habe ich damals schon etwas über Gottes Reich gelernt was ich nicht mehr vergessen habe: Es ist ein Reich, dass gleichzeitig schon da ist und doch noch nicht da ist. Ein Reich, das gegenwärtig und zukünftig zur gleichen Zeit ist. Manche vergleichen Gottes Reich mit einem Sonnenaufgang: Man sieht schon den roten Streifen am Horizont, aber die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen. Ich kann diesen Vergleich gerade gut nachempfinden, denn ich schreibe im Garten. Es ist noch zu kalt um überall zu sitzen und so ziehe ich alle paar Minuten mit meinem Stuhl um und gehe der Sonne nach. In einigen Stunden wird der ganze Garten sonnendurchflutet sein und es wird kaum mehr einen Platz geben an dem man es aushält, weil es zu warm ist.
So stellen sich viele Gottes Reich vor: Es ist „Heilung II – Das Reich und der Auftrag“ weiterlesen

Gefährliche Erklärungen

hiob1Unsere Erklärungsversuche für das menschliche Leid richten gelegentlich mehr Schaden an als das Leid selber.

Beim Lesen von Hiob stellt sich die Frage, ob Christen überhaupt glücklich sein können. Ich denke tatsächlich manchmal, dass sie es schwerer damit haben als Ungläubige. Ein Mensch ohne Gott rechnet mit Leid: er weiss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass er unter suboptimalen Umständen im Krankenhaus sterben wird, er weiss, dass Freunde und Bekannte vor ihm den Tod finden, er rechnet damit arbeitslos zu werden und keine Rente zu bekommen – und richtet sich in allen Unsicherheiten ein Leben ein. Den Christen fällt das manchmal schwerer, weil sie nicht damir klar kommen, dass ihnen Leid widerfährt obwohl sie mit einem allmächtigen Gott leben. Auf der anderen Seite widerfährt ihnen nicht selten erheblich mehr Leid als nötig, weil sie es nicht gelernt haben in Gottes Segen und Kraft zu leben. „Gefährliche Erklärungen“ weiterlesen

Heilung I – ausgewogene Theologie

krankenhausAuf vielfachen Wunsch beginne ich heute mit einer vermutlich recht langen Reihe über das Thema Heilung. Ich bin auch vorher schon auf die Idee gestossen worden, mal ein Buch darüber zu schreiben, fühle mich da aber noch nicht reif für. Vielleicht werden ja diese Blogeinträge Vorarbeiten zu einem Buch, wer weiss?

Toby hat meine Theologie deutlich als „einseitig“ bezeichnet, andere haben das nicht ausdrücklich gesagt, es aber in einigen Kommentaren mindestens impliziert. Das ist natürlich nicht das, was man gerne hört. Schon gar nicht, wenn man selber „ausgewogener Theologie“ einen hohen Stellenwert beimisst. Ich möchte gleich am Anfang sagen, dass es mir darum geht einen ausgewogenen Ansatz zu lehren und  ich deshalb Vorwürfe der Einseitigkeit unbedingt ernst nehme. Allerdings sollten wir genauer definieren, was mit ausgewogen gemeint ist.
Ich habe da selber eine Reise hinter mir. „Heilung I – ausgewogene Theologie“ weiterlesen

Soziale Gerechtigkeit

obdachlos

Hat nicht mein Schöpfer auch ihn [den Armen] im Mutterleib geschaffen, hat nicht der Eine uns im Mutterschoß gebildet? Wenn ich der Armen Wunsch versagte, verschmachten ließ der Witwe Augen, wenn ganz allein ich meinen Bissen aß, das Waisenkind aber nicht davon aß – von Jugend an hat wie ein Vater er mich großgezogen, vom Mutterschoß an mich geleitet -, wenn ich den Verlorenen sah ohne Kleid und ohne Decke den Verarmten, 20 wenn nicht seine Lenden mir dankten, er nicht von der Schur meiner Lämmer sich wärmte, wenn meine Hand der Waise drohte, weil ich am Tor Helfer für mich sah, dann falle die Schulter mir vom Nacken, breche der Arm mir aus dem Gelenk. (Hiob 31,15-22)

In der ganzen Bibel, nicht nur im Alten Testament, nimmt der soziale Auftrag der Gläubigen einen grossen Raum ein. Gott hat uns gesandt, um seine Liebe zur Welt in der Welt praktisch werden zu lassen. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Lebensumständen der Menschen damals und heute, speziell in Europa. Ich habe noch nie einen Nackten in unserem Gottesdienst gesehen und auch noch nie jemanden getroffen, der buchstäblich am Verdursten war. Dennoch kann Elizabeth Achtemeier in ihrem Kommentar zu Amos schreiben: “the situation was not too different from that found in any prosperous modern nation” (p.170)[1] „Soziale Gerechtigkeit“ weiterlesen

Feedback

zeugnis3

Nicht dessen Kindern spare Gott sein Unheil auf, ihm selbst vergelte er, so daß er es spürt. (Hiob 21,19 nach der Einheitsübersetzung)

Stell Dir vor, Du wärst in der Schule und müsstest nie eine Klassenarbeit schreiben. Es gäbe keine Tests, keine Klausuren, keine mündlichen Prüfungen, keine Hausaufgabenkontrollen, nichts dergleichen. Nicht einmal Noten. Der Haken an der Sache: ganz am Ende, beim Abitur erfährst Du, ob Du es geschafft hast oder nicht, dann gibt es eine Endnote, die über alle dreizehn Schuljahre in allen Klassen entscheidet.
So ähnlich stellen sich viele Nichtchristen das Leben mit Gott vor. Man sieht und hört nichts von ihm, weiss nicht wie man sich schlägt, ob man gut lebt oder falsch, bis zum jüngsten Tag. Dann werden auf einmal Bücher geöffnet und gewälzt, Zeugen befragt und Schafe von Böcken getrennt. Eine beunruhigende Vorstellung, so ins Gericht zu gehen. „Feedback“ weiterlesen

Verzicht

bauch2

Denn kein Genug kennt er in seinem Bauch, drum entkommt er nicht mit seinen Schätzen. 21 Nichts entgeht seinem Fraß, darum hält sein Glück auch nicht stand. (Hiob 20,20 nach der Eineitsübersetzung)

Manche Menschen sind einfach maßlos. Sie können nicht genug bekommen, ihr Gott ist der Bauch (Philipper 3,19). Wenn wir ehrlich sind, geht es nicht nur manchen Menschen so. Wir könnten so ziemlich alle gemeint sein. Fast jeder geht mit einer Menge Ballast durchs Leben und häuft immer mehr und mehr an. Das ist nicht einmal schlimm, ich predige kein Ideal der Armut, aber nachdenkenswert ist es allemal. Leider stoppen an dieser Stelle einige christliche Denker und kommen eben doch zu einem Ideal der Armut. Askese wird zur Tugend des Monats ernannt und Besitz generell kritisch gesehen. Dabei ist es nicht der Besitz oder der Wohlstand, der schwierig ist. Der Bauch wird dann zum Gott, wenn „Verzicht“ weiterlesen

Spätfolgen

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Schmeckt süß das Böse in seinem Mund, birgt er es unter seiner Zunge, spart er es auf und will nicht von ihm lassen, hält er es auch tief in seinem Gaumen fest, in seinem Innern verwandelt sich die Speise, sie wird in seinem Leib ihm zu Natterngift. (Hiob 20,12-14)

Eines der Probleme am Bösen ist, dass es einfach Spass macht. Natürlich gibt man das nicht gerne offen zu, aber Sünde ist toll! Sich unmoralisch zu verhalten, fies sein, nur die eigene Erfüllung suchen, all das kann wirklich Spass machen. Ich glaube niemandem, der etwas anderes sagt. Von Haus aus hat kein Mensch eine absolute Abneigung gegen das Böse, im Gegenteil: es zieht uns wie magisch an und verspricht eine Erfüllung, die tugendhaftes Verhalten scheinbar nicht hat. „Spätfolgen“ weiterlesen

Memento mori

vanitas“Bedenke, dass du sterben musst!” Irgendwann kommt der Tod auf jeden von uns zu.

Der Mensch, vom Weib geboren, knapp an Tagen, unruhvoll, 2 er geht wie die Blume auf und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht bestehen. (Hiob 14,1-2)

Es macht keinen Sinn die Augen davor zu schliessen und so zu tun als würden wir ewig hier bleiben. Natürlich versuchen wir das trotzdem, wir klammern den Tod soweit aus unserem Leben aus, dass er wie etwas Irreales erscheint, dass man nur noch aus Hollywood-Actionfilmen kennt. Stirbt dann jemand im näheren Umfeld tun alle so, als wäre so etwas noch nie vorgekommen und sind fassungs- und orientierungslos. Die Bibel bezeichnet so ein Denken als dumm. Das Gegenteil ist Weisheit: Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. (Psalm 90,12 nach Luther) „Memento mori“ weiterlesen

Gottes Gerechtigkeit

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Wenn du selbst dein Herz in Ordnung bringst und deine Hände zu ihm ausbreitest – wenn Unrecht klebt an deiner Hand, entfern es, und laß nicht Schlechtigkeit in deinem Zelte wohnen! -, dann kannst du makellos deine Augen erheben, fest stehst du da und brauchst dich nicht zu fürchten. (Hiob 11,13-15)

Gerecht vor Gott zu stehen ist ein Thema, dass Christen zu Recht beschäftigt. Es beschäftigt sie so stark, dass es oft zu ernstzunehmenden Missverständnissen führt. Für Luther war es das Schlüsselerlebnis als er, im Römerbrief lesend, verstand, dass nicht er die Gerechtigkeit Gottes in sich schaffen muss sondern dass ihm Gerechtigkeit von Gott zugesprochen wird. Mit anderen Worten: wir können nicht von uns aus gerecht werden, wir müssen die Gerechtigkeit annehmen, die uns Gott in Christus gibt.
Welch eine Erleichterung! Der Kampf ist vorbei, wir können durchatmen. „Gottes Gerechtigkeit“ weiterlesen

Gebet

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Und wär’ ich im Recht, ich könnte nichts entgegnen, um Gnade müßte ich bei meinem Richter flehen. Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, daß er auf meine Stimme hört. (Hiob 9,15 – Einheitsübersetzung )

“Stell Dir vor Du betest und Gott antwortet”, habe ich mal als Aufkleber an einer Stoßstange gesehen. “Wenn das beten sich lohnen würde, wie ich dann beten würde”, hat mal eine schlimme Kölner Band gesungen (Übersetzung von mir). Beten scheint gerade deshalb so aus der Mode gekommen zu sein weil es in der Bevölkerung einen schlechten Ruf hat: es gilt als reine Zeitverschwendung. Letzten Endes sind beide Aussagen ja Antworten auf Hiobs Frage: “würde er mir Antwort gaben?” “Nö!” „Gebet“ weiterlesen

Ein gefährliches Ideal

fesselnSeit gut einem Jahr beschäftige ich mich wieder locker mit dem Thema Heilung;  seit etwa einem halben ziemlich intensiv. Dabei hat sich eines schon sehr deutlich geändert:  Ich habe in der Zeit drei Erkältungen weggebetet. Die Symptome waren schon da und vom “normalen” Krankheitsverlauf, wie ich ihn kenne, hätte ich ein paar Tage flachgelegen. Im gleichen Zeitraum sind auch meine Freunde und jetzt gerade meine Frau krank geworden. Ich kann noch nicht viel darüber sagen, wie es funktioniert, ich weiss nur, dass es funktioniert. Ein Schlüssel ist für mich 1.Petrus 2,24: “In seinen Wunden seid ihr geheilt“, was direkt Bezug nimmt auf Jesaja 53.

Ich lese und bete fast täglich über das Thema und mir ist jüngst etwas aufgefallen: Es gibt Situationen, in denen möchte ich krank sein. Tatsächlich, das hat mich gewundert. Aber seien wir mal ehrlich: Kranksein kann richtig Spass machen – wenn man nicht zu krank ist. Ein paar Tage frei machen, „Ein gefährliches Ideal“ weiterlesen

Bibellesen

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Ißt man denn ungesalzene Speise? Wer hat Geschmack an fadem Schleim? Ich sträube mich, daran zu rühren, das alles ist mir wie verdorbenes Brot. (Hiob 6,6-7 nach der Einheitsübersetzung)

Als ich diese Stelle las musste ich daran danken, wie oft mir vor meiner geistlichen Nahrung genauso ekelte wie Hiob vor seinem Essen. Wahrscheinlich ging es mir die meiste Zeit in meinem Christsein so, dass mir die Bibel genauso widerwärtig war wie verdorbenes Brot. Natürlich hätte ich das nie so ausgedrückt, aber so verhalten habe ich mich allemal. Ich frage mich manchmal, wie vielen bibelgläubigen Christen es eigentlich so geht, dass sie das lebendige Wort doch nur im Gottesdienst zu sich nehmen und sonst eher nicht in der Bibel lesen? „Bibellesen“ weiterlesen

Eine schöne Geschichte

handIch übersetze gerade ein Buch über Heilung. Es ist von Kenneth Hagin, der Titel steht noch nicht fest. Eben habe ich eine Geschichte übersetzt, die mich echt berührt hat und die ich Euch nicht vorenthalten will, auch wenn es noch eine Zeit dauern wird bis das Buch mal auf dem deutschen Markt erhältlich ist.
Ich schätze auch das an Hagin, dass er ein einfacher Mann war und mit einfachen Leuten auf dem platten Land arbeitete; sicher nicht immer, aber seine Bücher zeigen, dass ihn die Zeit, in der er das tat, sehr geprägt hat. Wenn ich solche Geschichten lese, merke ich, wie verkopft wir eigentlich in Deutschland sind. Glaube ist eine Herzenssache die einfachen Menschen oft leichter fällt als uns Intellektuellen. Um ehrlich zu sein, ich suche diese Einfachheit des Glaubens! „Eine schöne Geschichte“ weiterlesen

Integrität

rien_ne_vas_plusSieh, viele hast du unterwiesen und erschlaffte Hände stark gemacht. Dem Strauchelnden halfen deine Worte auf, wankenden Knien gabst du Halt. Nun kommt es über dich, da gibst du auf, nun faßt es dich an, da bist du verstört. (Hiob 4,3 -5 nach der Einheitsübersetzung)
Hiobs Freunde sehen seinen momentanen Zustand, und mehr noch seine Reaktion auf diesen Zustand, als etwas an was nicht zu dem passt, was er anderen gepredigt hat. Früher war Hiob ein geachteter Mann dessen Worte etwas galten und der vielen weitergeholfen hat. Nun sitzt er im Staub, schabt sich die Geschwüre mit einer Scherbe (2,7), klagt und jammert. Das Anliegen der Freunde ist völlig nachvollziehbar. Wer hat sich noch nie über Leute geärgert, die Brot predigen und Schnitzel essen?

Markus 2,1-12

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Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, daß er (wieder) zu Hause war. 2 Und es versammelten sich so viele Menschen, daß nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort. 3 Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. 4 Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. 5 Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! 6 Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im stillen: 7 Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott ? „Markus 2,1-12“ weiterlesen

Schweigen

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11 Die drei Freunde Ijobs hörten von all dem Bösen, das über ihn gekommen war. Und sie kamen, jeder aus seiner Heimat: Elifas aus Teman, Bildad aus Schuach und Zofar aus Naama. Sie vereinbarten hinzugehen, um ihm ihre Teilnahme zu bezeigen und um ihn zu trösten. 12 Als sie von fern aufblickten, erkannten sie ihn nicht; sie schrien auf und weinten. Jeder zerriß sein Gewand; sie streuten Asche über ihr Haupt gegen den Himmel. 13 Sie saßen bei ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte; keiner sprach ein Wort zu ihm. Denn sie sahen, daß sein Schmerz sehr groß war.
(Hiob 2,11-13 nach der Einheitsübersetzung) „Schweigen“ weiterlesen

Zulassen

hiob1Hiob bietet keine eindeutige Antwort auf das Theodizeeproblem, das Buch liefert keinen Hinweis auf die Fragen Epikurs, die die grosse Diskussion darum entfacht haben, wie ein guter, allmächtiger Gott das Leid in der Welt zulassen kann. Es ist ja ein altes Paradox:
Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht: dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft, oder er kann es und will es nicht: dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist, oder er will es nicht und kann es nicht: dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott, oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt: Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?[1] „Zulassen“ weiterlesen

Charakter

hiob1Ich arbeite mich gerade wieder einmal durch Hiob. Die letzte intensivere Beschäftigung mit diesem interessanten Buch liegt lange zurück und es wird einfach mal wieder Zeit. Ausserdem habe ich den Eindruck, es durchlesen zu sollen um einige falsche Haltungen gegenüber Gottes (Nicht)Wirken zu entdecken (über dieses Thema werde ich allerdings eher nicht posten). Es ist also in den nächsten Wochen immer wieder einmal damit zu rechnen, dass hier Hiobbetrachtungen zu lesen sind. 

9 Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Geschieht es ohne Grund, daß Ijob Gott fürchtet? „Charakter“ weiterlesen

Bruder Lorenz

klosterWieder einmal eine Buchbesprechung.
Ich habe die letzte Woche ein kleines Büchlein aus dem späten 18.Jahrhundert gelesen: Bruder Lorenz, Allzeit in Gottes Gegenwart. Die Sammlung ist 1785 erschienen, die Originaltexte sind allerdings älter, sie stammen aus der Zeit von 1660-1690. Bruder Lorenz war Laienbruder und hatte sich ganz der Gegebwart und Liebe Gottes verschrieben. Alles was er tat, und sei es nur einen Strohhalm in der Küche aufzuheben, tat er aus Liebe zu Jesus. Er war dafür bekannt, ständig in der bewussten Gegenwart Gottes zu leben.
Dabei war seine Übung für das damalige Klosterleben ungewöhnlich: er dachte einfach ständig und unentwegt an Gott und pries ihn in seinem Herzen für seine Liebe. Diese Übung entwickelte mit der Zeit eine Eigendynamik in ihm und so stellte er fest, dass Gott ihn immer wieder zu sich zog, sobald er sich einmal von ihm entfernte. „Bruder Lorenz“ weiterlesen

Falsch geheuchelt

maskeGestern im Gottesdienst hatte ich ein Wort für ein oder zwei Leute. Es ging um einen Bibelvers, durch den Jesus immer wieder mal zu mir spricht:

Galater 1,10: “Würde ich noch versuchen Menschen zu gefallen, so wäre ich nicht Christi Knecht”. Starker Tobak, aber absolut wahr. Auch wenn wir nicht Christi Knechte sind sondern geliebte Söhne und Töchter, dienen wir ihm dennoch. Und wir werden feststellen, dass man nur einem Herren dienen kann: Jesus oder den Menschen um uns herum.

Von einer Meinung sind wir immer abhängig. Entweder tun wir alles, um in den Augen unserer Freunde, Kollegen, Familienmitglieder gut dazustehen, oder wir leben so, wie Gott es will – und damit meist gegen den Strom. Ich weiss, dass viele der Leute, die diesen Post lesen Heuchler sind. „Falsch geheuchelt“ weiterlesen

Sinuschristen

sinusIch stelle immer wieder fest, dass meine Motivation Jesus nachzufolgen und im Glauben zu wachsen erheblichen Schwankungen unterworfen ist. Gerade bei Themen, die länger dauern und wo ich über Monate viel Energie hineininvestieren muss um den Willen Gottes zu erkennen und auf mein Leben anzuwenden, fällt es mir manchmal schwer mich noch motiviert damit auseinanderzusetzen.
Früher dachte ich, dass es einfach Christen gibt (oft sehr jung im Glauben), die wie eine Sinuskurve (s.Bild) schwanken. Mal sind sie Glaubenshelden und dann schlittern sie wieder am Rande des Atheismus entlang. “Sinuschristen” nannte man solche Leute denn auch treffend. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass ich durchaus auch selber Anteile eines Sinuschristen in mir habe. Klar, die wesentlichen Punkte „Sinuschristen“ weiterlesen

Nachjagen – Hebräer 12,14

nachjagenJagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird (Hebräer 12,14 nach der Elberfelder)

„Jagen“ ist ein sehr aktives Wort. Es bedeutet, sich schnell hinter etwas herzubewegen, etwas motiviert hinterher zu laufen. Es ist schon bemerkenswert, dass der Schreiber des Hebräerbriefes uns ermahnt, etwas hinterherzulaufen, was wir eigentlich doch schon haben! Wir sind doch bereits heilig in Christus und haben Frieden, oder nicht?
Ich glaube, dass beides stimmt. Wir können etwas haben, das wir nicht besitzen. Wir können Frieden haben ohne freidlich zu sein; können die Gerechtigkeit sein, die vor Gott gilt (2.Korinther 5,21) ohne Heiligkeit in unserem Leben widerzuspiegeln. „Nachjagen – Hebräer 12,14“ weiterlesen

Reformation oder Deformation?

spaltungJohn Wimber zitierte in einer Predigt mal einen Freund, dessen Namen ich vergessen habe. Sinngemäss sagte er, dass man die Reformation als eines der grössten Geschenke an den Leib Jesu sehen kann – und als eine der grössten Katastrophen, die ihm je passiert sind.
Sicher war die Reformation notwendig, das Heil in Christus, der Glaube und das Wort mussten betont werden, da führte kein Weg dran vorbei. Aber das Ziel Gottes war nicht die Spaltung seiner Kirche sondern ihre Erfrischung. Im Negativen hat die Reformation ebenso grosse Akzente gesetzt wie im Positiven, seither sind Spaltungen normal bis dahin dass jetzt Gemeinden eher ausserhalb der kirchlichen Sphäre gegründet werden als innerhalb “Refomation” zu versuchen. „Reformation oder Deformation?“ weiterlesen

Jesus vs. Dorian Gray

ikoneVor ein paar Jahren waren Alex und ich in Düsseldorf. Wir haben bei Zweitausendeins eine Gesamtausgabe der Werke Oscar Wildes erstanden, der zufällig an diesem Tag Geburtstag gehabt hätte, und setzten uns nach einem ausgiebigen Spaziergang in ein Restaurant mit Strassentischen in der Schneider Wibbel Gasse. Wir haben da gesessen, gegessen, Kaffee getrunken und Wilde gelesen bis es zu kalt wurde. Ein schöner Tag, an dem ich “Lord Arthur Saviles Verbrechen” gelesen habe.
Das ist meine eindrucksvollste Begegnung mit Wilde gewesen. Nachher gab es noch viele andere: Ein Hörspiel über seinen Prozess, das ich auf dem Weg zu einer Predigt im Hessischen Rundfunk gehört habe; zwei seiner Märchen, die Alex in einem Weihnachtsgottesdienst vorgelesen hat; ein genialer Film über ihn mit Stephen Frye ( ich hoffe, er schreibt sich so ) in der Hauptrolle; weitere Bücher.
Ein absolut brillianter Schriftsteller. „Jesus vs. Dorian Gray“ weiterlesen

Vergebung

fusswaschenVor vier Jahren kursierten in einer amerikanischen Großstadt im Westen Gerüchte über eine Katholikin, die Christus-Visionen hatte. Die Bereichte gelangten auch zum erzbishof. Er beschloss, die Glaubwürdigkeit der Frau zu überprüfen.
“Stimmt es, Madam, dass sie Visionen von Jesus haben?”, fragte der Geistliche.
“Ja”, erwiderte die Frau einfach.
“Nun, wenn sie das nächste Mal eine Vision haben, dann möchte ich, dass sie Jesus fragen, welche Sünden ich bei meiner letzten Beichte bekannt habe.”
Die Frau war verdutzt. “Habe ich sie richtig verstanden, Bischof? Sie wollen wirklich, dass ich Jesus nach Sünden aus ihrer Vergangenheit frage?”
“Genau! Bitte rufen sie mich an, wenn etwas passiert ist.” „Vergebung“ weiterlesen

Gezeichnet

seilziehenUnd Jakob blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte heraufkam. Und als er sah, daß er ihn nicht überwältigen konnte, berührte er sein Hüftgelenk; und das Hüftgelenk Jakobs wurde verrenkt, während er mit ihm rang. Da sagte er: Laß mich los, denn die Morgenröte ist aufgegangen! Er aber sagte: Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du hast mich vorher gesegnet. Da sprach er zu ihm: Was ist dein Name? Er sagte: Jakob. Da sprach er: Nicht mehr Jakob soll dein Name heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast überwältigt. (1.Mose 32,25-29)

In Gottes Segen hineinzukommen ist nicht immer ganz einfach. Oft fühlt es sich so an, als müsste man ihm alles abringen, was man hat und als würde er nichts freiwillig geben – genau wie in der Geschichte von Jakobs Ringkampf mit Gott. Dieser Eindruck ist nicht ganz falsch, ganz richtig ist er aber auch nicht. So wie ich es sehe, gibt Gott sehr wohl freiwillig und gerne, aber wir bekommen nur etwas, wenn wir uns mit Ihm auseinandersetzen. „Gezeichnet“ weiterlesen

Publikumspredigt

publikumHeute haben wir im Gottesdienst eine Publikumspredigt gemacht. Das Ganze war nicht ganz spontan, weil es schon am Sonntag vorher angesagt worden ist, aber dennoch sehr geil. Ich habe nicht selbst gepredigt, sonder jeder hatte bis zu maximal fünf Minuten Zeit etwas über einen Bibelvers ihrer/seiner Wahl zu sagen. Am ende waren es sechs Leute, die was gesagt haben, so dass wir auf eine gute Predigtlänge gekommen sind.

Ich muss sagen, dass ich schon ganz schön nervös war. Es gibt ja viele Prediger, die vor einer Predigt nervös sind; das Problem habe ich in der Regel eigentlich nicht. Meist bin ich nur angespannt und etwas angeregt, aber nicht richtig nervös. Diesmal war ich es schon, weil man bei derartigen Experimenten doch eine Menge Kontrolle über der Gottesdienst abgibt und natürlich nicht sagen kann, ob es klappt. Die Hauptfrage war, ob überhaupt einer mitmachen wird. „Publikumspredigt“ weiterlesen

Die Motivation Anderer

zollstockWährend es uns oft schwer fällt die eigene Motivation einzuschätzen, sind wir häufig recht schnell dabei, die Motivation Anderer zu beurteilen. Wer kennt es nicht, dass man jemandem, der eine andere Meinung vertritt unlautere Motive unerstellt, die er gar nicht hat. Ganze Volksgruppen (Politiker!) werden so verurteilt. Denen geht es allen sowieso nur ums Geld oder um Macht. Selbst vor Glaubensgeschwistern macht es nicht halt. Auch da sind die Anderen voller unlauterer Motive. Alle Anderen, nur nicht wir selber.

Mittlerweile bin ich vorsichtig damit geworden, Anderen irgendetwas zu unterstellen. Wie leicht täuscht man sich dabei! Ich habe mir schon vor Jahren vorgenommen, von Anderen „Die Motivation Anderer“ weiterlesen

Vertrauen

Vielleicht befinden wir uns alle in der Lage des Mannes, der an den Rand eines Abgrunds kam. Als er so dastand und überlegte, was er als Nächstes tun sollte, staunte er nicht schlecht, als er entdeckte, dass ein Seil über den Abgrund gespannt war. Und langsam und mit grosser Sicherheit kam auf dem Seil ein Akrobat anbalanciert, der einen Karren vor sich herschob, in dem ein weiterer Akrobat sass. Als die beiden schliesslich festen Boden unter den Füssen hatten, lächelte der Akrobat, der den anderen geschoben hatte, über die Verwunderung des Mannes.”Glauben sie etwa nicht, dass ich das noch einmal … Vertrauen weiterlesen

Den ganzen Ratschluss predigen

waage“Die Summe Deines Wortes ist Wahrheit”, heisst es in Psalm 119,160; zumindest in der Schlachter- und der Elberfelderübersetzung.

Als Prediger sollten wir immer darauf aus sein das ganze Wort zu predigen und nicht nur immer dieselben Teilaussagen, die uns angenehm sind. Das ist eine ziemliche Herausforderung, denn das ganze Wort Gottes ist schwer zu fassen. Die Bibel ist ein vielschichtiges Buch, das zu den meisten Themen des Lebens etwas zu sagen hat; ganz sicher hat sie zu allen wichtigen Themen einen guten Beitrag zu leisten. Wie will man dem gerecht werden? „Den ganzen Ratschluss predigen“ weiterlesen

Geschenke finden

geschenke1Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. (1.Korinther 2,12 nach der Einheitsübersetzung)

Der Vers passt ja richtig in die Jahreszeit, zumindest zu Weihnachten, auch wenn das noch etwas hin ist…
Mich beschäftigt immer mehr die Frage, was wir denn nun eigentlich von Gott empfangen haben als wir Jesus angenommen haben. Für viele Christen ist es gerade mal die Errettung; für manche sogar noch weniger, denn manche meinen, dass Gott uns nur ein Buch und ein paar Gebote gelassen hat und sehnen sich nach der Zeit des ersten Jahrhunderts zurück in der man Jesus treffen und erleben konnte. Das erste, was ich gehört habe, als ich Christ geworden bin war, dass ich nun den Sinn des Lebens erfüllt hätte: der ganze Sinn sei es, Jesus anzunehmen und nach dem Tod zu Gott zu kommen, wo es dann im Himmel ganz toll ist. „Geschenke finden“ weiterlesen

Bibel lesen – aber richtig!

Die Kommentare zu “Komm nicht um!” haben es deutlich gemacht: Ihr denkt, dass ich den ganzen Tag Bibel lese. Der Verdacht liegt auch nahe; einige Posts handelten von der Wichtigkeit des Wortes; ich frage in jeder Predigt, ob die Leute ihre Bibeln mithaben und lege generell viel Wert darauf, dass Christen das Wort Gottes lesen und kennen.
Tatsächlich lese ich aber nicht sehr viel Bibel. Das letzte mal richtig lange einfach nur Bibel gelesen habe ich vor einem Jahr. Ich hatte es früher immer so verstanden, dass schon das Lesen der Bibel es bringen würde (”es”= geistliches Wachstum), musste aber feststellen, dass das so nicht ganz richtig ist. Meine ersten Bibelleseerfahrungen waren ein Griff ins Klo: Nichts verstanden, nur Fragen, überall Widersprüche und nix von Gott gesehen. Mein Fazit damals: Ich kaufe mir einen Kommentar, wahrscheinlich bin ich zu doof, das Wort zu verstehen und brauche einen Ausleger. Also habe ich mir Barclays Kommentar zum NT gekauft – was es nicht besser gemacht hat. „Bibel lesen – aber richtig!“ weiterlesen

Komm nicht um!

Manchmal fragt man sich ja schon: “Wann kommt ein geistlicher Durchbruch?” (Ich übersetze: Wann tut Gott endlich seinen Job, giesst Seinen Geist aus und schenkt Erweckung?). Tja, immer wenn es mir mal so geht, bekomme ich dieselbe Antwort:
Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis. (Hosea 4,6 nach der Elberfelder) Es geht nicht darum, dass Gott noch irgendetwas machen müsste oder uns etwas vorenthielte. Es geht darum zu verstehen und zu leben, was wir schon haben. Ich habe neulich schon mal darüber geschrieben, aber es ist ein wichtiges Thema, das Wiederholung verträgt.
Gott hat Seinen Teil schon getan: Jesus ist gestorben, der Geist ausgegossen, die Bibel geschrieben. Das, was fehlt ist, dass wir erkennen und verstehen, wer wir in Jesus sind und was Jesus für uns getan hat. Das Problem ist nicht Gott, wir sind das Problem. „Komm nicht um!“ weiterlesen

seeing is believing

Ein berühmter Satz, der ziemlich gut die Einstellung vieler (der meisten?) Menschen zum Ausdruck bringt. “Ich glaube nur, was ich sehen und anfassen kann!”, war auch die Einstellung von Thomas, einem der Jünger, der den auferstandenen Jesus als einer der letzten gesehen hat. Er konnte die Begeisterung der Anderen nicht teilen, die ihm von der Auferstehung berichteten. “Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.[1] Thomas wollte nicht glauben, was er nicht sieht, er war nicht bereit, Tatsachen anzuerkennen und zuzulassen, die unsichtbar sind. „seeing is believing“ weiterlesen

Vergebend leben

Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt. (Matthäus 18,34-35 nach der Einheitsübersetzung)

In der letzten Zeit mache ich eine Beobachtung: Es gibt nichts, was mich mehr von Jesus und einem Leben auf Gott zu abhält als Zorn. Für die Meisten von uns zählt Zorn ja nicht zu den besonders schlimmen Sünden, eher so etwas wie ein Kavaliersdelikt. Ich merke, dass es bei mir anders ist. Wenn ich mich über jemanden oder etwas richtig ärgere, dann ist die Leitung zu Gott dicht. „Vergebend leben“ weiterlesen

Armut

Ich hatte in einem Gottesdienst gepredigt. Die Liturgie musste eingehalten werden, es gab Fürbitten und eine Kollekte. Wie immer in der Kirche hatten diese Teile etwas Unangenehmes, wahrscheinlich waren sie als Ausdruck “sozialer Gerechtigkeit” geplant gewesen und sollten betroffen machen. Mich haben sie im nachhinein nur wütend gemacht.
Die Fürbitten gingen um die Standardthemen “Armut” und “Krieg”. Kinder in der Dritten Welt halten ja immer recht gut dafür her, betroffen zu machen wenn man für sie betet. Am Ende waren dann auch bestimmt 20 Euro in der Kollekte für irgendeine Aktion, deren Namen ich vergessen habe. Bei vielleicht 250 Gottesdienstbesuchern nicht gerade die Welt! Habe ich je zuvor so viel Kupfergeld gesehen? Glaub´ nicht…. „Armut“ weiterlesen

Erkenntnis – Das Gebet des Paulus

Erkenntnis kann nur erkennen, was Gott bereits getan hat. Sie macht keine eigenständigen Erfindungen sondern entdeckt etwas Vorhandenes. Schon das blosse Wort “Entdeckung” ist interessant. Es bedeutet, dass etwas ent-deckt wird, also aufgedeckt. Die Decke, die über etwas gelegen hat wird fortgenommen und man kann es nun sehen. Es war immer da, aber vor den Blicken verborgen. In diesem Sinne muss man auch die “fortschreitende Offenbarung” verstehen, um die es in einem der letzten Posts zum Thema “Metatheologie” ging. Der erste Schritt um eine (neue) Erkenntnis zu bekommen ist es, überhaupt eine zu wollen. Sehnsucht nach mehr von Gott ist wichtig damit sich das geistliche Leben nicht festfährt und im Fluss bleibt. „Erkenntnis – Das Gebet des Paulus“ weiterlesen

Erkenntnis – der Anfang

Die Erkenntnis der Menschheit, die uns in der Bibel überliefert ist, war eine traumatische Erfahrung, die die Menschen alles kostete, was wertvoll war in ihrem Leben. Mitten im Paradies stand der verbotene Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Es ist ein seltsamer Baum und ich kann mir kaum vorstellen, welche Erkenntnis er gegeben hat. Gut und Böse sind moralische Qualitäten und ich kann mir kein Leben vor dem Essen der Frucht vorstellen. Es muss ein Leben ohne Moral gewesen sein, aber dennoch nicht negativ, denn die Menschen lebten im Paradies. Offenbar lag über allem ein Mantel der Unschuld; man musste sich keine Gedanken machen ob das, was man tat gut oder böse ist, man tat einfach und es war gut. „Erkenntnis – der Anfang“ weiterlesen

Was sehen wir, wenn wir Jesus sehen?

Hebräer 12:3 sagt nach der Elberfelderübersetzung: “… betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet! Anders als andere deutsche Übersetzungen entscheidet sich die Elberfelder für “betrachten”. Alle anderen übersetzen in die Richtung von “bedenken”. Rein vom Wort her ist das so auch richtiger, [analogizomai] bedeutet “abwägen, bedenken, usw.”. Dennoch finde ich die Elberfelder Übersetzungsvariante gelungen, denn genau das ist ja der Sinn bei tiefem Nachdenken über Jesus, dass ein inneres Bild entsteht. Nach meinem Verständnis hat dieses “Erwägen” die Bedeutung von Meditation, einem fortwährenden, tiefen Kreisen der Gedanken um Jesus. „Was sehen wir, wenn wir Jesus sehen?“ weiterlesen

[K]eine Frage der Motivation

Ich habe es oft gehört, dass alles eine Frage der Motivation ist. Das Richtige aus der falschen Motivation heraus zu tun bringt gar nichts, sagt man. Ich stimme in dem Punkt überein, dass Motivation wichtig ist. In der Bergpredigt und an vielen anderen Stellen legt Jesus die falschen Motive der Pharisäer offen (z.B. Matthäus 6,2) und macht klar, dass es neben dem richtigen Tun auch die richtige Einstellung gibt.
Auf beides kommt es an. „[K]eine Frage der Motivation“ weiterlesen

Die Lampe zum Brennen bringen

Als 1879 die erste Glühbirne 40 Stunden lang leuchtete, hatte ihr Erfinder, Thomas Alva Edison, schon einiges hinter sich. Um eine leistungsfähige Glühbirne zu bauen, waren mehr als 1000 Versuche nötig gewesen. Auf die Frage, wie er mit diesen 1000 Fehlschlägen klargekommen wäre, antwortete Edison: „Wieso Fehlschläge? Ich habe 1000 Arten entdeckt, wie die Glühbirne nicht funktioniert.
Die Geschichte von Edison zeigt mir etwas über Vision und den unbedingten Willen, sie umzusetzen. „Die Lampe zum Brennen bringen“ weiterlesen

Das Wort unter pflügen

Gestern habe ich auf dem Weg von Remscheid nach Hause im Auto eine Predichtkase von John Wimber gehört. Er sprach über das Gleichnis vom vierfachen Acker und darüber, dass die Menschen in Israel wohl ganz andere Ackerbaumethoden verwenden als wir. Ihm war bei einer Reise aufgefallen, dass die Bauern erst das Saatgut über den Acker geworfen und dann gepflügt hatten. Auf die Frage, ob sie „Das Wort unter pflügen“ weiterlesen

Löchrige Zisternen

Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten. (Jeremia 2,13 nach der Einheitsübersetzung)

Dieser Vers ist mir schon seit Jahren sehr wichtig, was in sofern bemerkenswert ist als ich ansonsten mit Jeremia meine liebe Not habe.
Ich stelle immer wieder fest, dass ich eine Tendenz habe, genau das gleiche Unrecht zu verüben „Löchrige Zisternen“ weiterlesen

form follows function

Das Schwert pfiff Sekundenbruchteile durch die Luft, eine rote Fontäne schoss aus dem Halsstumpf hervor und malte ein Spritzmuster auf das Kleid des Scharfrichters. Der Kopf fiel polternd zu Boden und rollte zur Tür, wo ihn ein Knecht geschickt mit dem Fuß stoppte und auf den blankpolierten Silberteller legte. Der Täufer war tot, ein Ärgernis beseitigt, ein Versprechen gehalten.

Johannes brannte für Jesus. Schon von Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt, gab es für ihn nur einen Lebensinhalt: die Menschen auf Jesus hinzuweisen. Er war nicht attraktiv, niemand „form follows function“ weiterlesen

Unzufriedenheit

Veränderung kommt nur, wenn wir mit der momentanen Situation unzufrieden sind. Das ist eine wichtige Erkenntnis, wenn wir lernen und weiterkommen wollen. Die zweite wichtige Erkenntnis ist, dass nichts sich von selbst verändert. Alles, was sich ändert ist auf jemanden zurückzuführen, der mit einem Zustand unzufrieden war, sich ein Herz gefasst hat und etwas verändert hat. Mit Buber gesprochen: “der archimedische Punkt, von wo aus ich an meinem Orte die Welt bewegen kann, ist die Wandlung meiner selbst”[1] „Unzufriedenheit“ weiterlesen

Kritik an der Lakeland-Erweckung

Die Lakeland-Erweckung wird zum Teil heftig im Internet diskutiert. Einige Christen sind total begeistert, andere sind strikt dagegen. Ich bete seit Jahren dafür, dass es mal eine richtige Erweckung in Deutschland gibt und gerade im Bereich Heilung mal richtig was geht. Wir sollten 2008 die Apostelgeschichte weiter schreiben! Deswegen versuche ich, Gegenargumente zu entkräften oder zu zeigen, wie man es auch anders als negativ auffassen kann. Hier geht es zu den Antworten auf die wichtigsten Kritikpunkte… weiterlesen. Lesen Sie auch: > Todd Bentley – Wunderheilungen bei Evangelisation ? [Bild: Gerd Altmann. pixelquelle] Kritik an der Lakeland-Erweckung weiterlesen

Meditation über Heilung

Hier eine kleine Meditation, die ich gestern beim spazieren gemacht habe und heute vielleicht wiederhole. Ziel solcher biblischer Betrachtungen ist es, Gottes Wort tiefer in sich eindringen zu lassen und zuzulassen, dass der Heilige Geist uns durch Gottes Wort prägt.
Dazu denke ich, idealerweise betend (manchmal auch in Sprachen betend), über einen Bibelabschnitt nach und frage Gott, was die Passage mir heute zu sagen hat. Gestern habe ich mir die Verse in mein moleskine kopiert und habe sie beim gehen immer wieder laut gelesen und zwischendurch gebetet und, wenn meine gedanken abgeschwiffen sind, in Sprachen gebetet. Das macht Spass, hat Sinn und ist eine schöne Abwechslung zum “normalen” Gebet. Leider fällt es mir oft schwer, zu meditieren weil ich zu viel zu predigen und zu lehren habe und so sehr viel Zeit mit Vorbereitungen verbringe und weniger mit dem, was mir auf dem Herzen liegt und was ich verstehen will. „Meditation über Heilung“ weiterlesen

Der Auftrag der Theologie

In einem der posts über metatheologie kam ein kleines gespräch mit [depone] auf, darüber, was theologie ist, bzw. von welcher theologiedefinition ich ausgehe. ich habe zuletzt mit einer an niklas luhmann:“(luhmann hat mehrere solcher reflexionstheorien. für mich am griffigsten war: „ethik ist die reflexionstheorie der moral“)“: angelehnten definition geantwortet: „theologie ist die reflexionstheorie des glaubens“. ich bin immer noch sehr zufrieden mit dieser weiten definition.
heute habe ich an einem seminar geschrieben und schrieb einen satz, über den ich später beim drüberlesen gestolpert bin: „Theologie bietet eine Perspektive auf das Wort Gottes. “ „Der Auftrag der Theologie“ weiterlesen

Vorsicht, Tradition!

crazy-mikey-aka-daskinnyblackman-flickr.jpgVor Jahren war ich mit einem Freund im Auto unterwegs. Wir hatten den einen oder anderen Joint geraucht und waren entsprechend etwas platt. Wir fuhren über eine Strasse und als ich aufschaute, kam das Auto vor uns immer näher. Es fuhr um einiges langamer als wir und mein Kollege fuhr einfach immer weiter.

„Brems!“, rief ich und er tat es.
Mittlerweile stand das Auto vor uns an einer roten Ampel (aha, deswegen fuhr es so langsam) und wir liessen etwas Gummi auf dem Asphalt, kamen aber noch rechtzeitig zum Stehen.
„was geht? Hast Du den nicht gesehen?“, fragte ich.
„Doch, gesehen habe ich ihn schon…“
„…aber? …“
„…irgendwie habe ich ihn nicht wahrgenommen.“

Es ist ohne weiteres möglich etwas zu sehen oder zu hören ohne es wahrzunehmen. Das geht geistlich genauso wie beim Autofahren. Tatsächlich ist es eine der grössten Gefahren „Vorsicht, Tradition!“ weiterlesen

Leiden und Herrlichkeit

stacheldrahtEs kommt immer wieder die Frage auf, ob Christen leiden müssten. Leider kann ich darauf nicht anders als mit „definitiv!“ antworten. Wir haben eine Verheissung, die deutlicher kaum sein könnte, aber selten von uns als Verheissung wahrgenommen wird:

So werden alle, die in der Gemeinschaft mit Christus Jesus ein frommes Leben führen wollen, verfolgt werden. (2.Timotheus 3,12)

Auch wenn hier inhaltlich nichts positives angesprochen ist, handelt es sich „Leiden und Herrlichkeit“ weiterlesen

son of sam

knastManchmal liest man im Netz Sachen über die man sich nur freuen kann weil sie Gottes Gnade zeigen. Ich hatte ein Buch über geistlichen Kampf gelesen und darin wurde David Berkowitz erwähnt. Berkowitz brachte es unter dem Pseudonym „Son of Sam“ als Massenmörder (engl. serialkiller) in Amerika zu einiger zweifelhaften Berühmtheit. „son of sam“ weiterlesen

auf die Ernährung kommt es an

BrotJesus sagte, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort, das Gott gesagt hat. Er wusste, wovon er redete, denn als er es sagte, hatte er gerade vierzig Tage lang gefastet. Nach diesen vierzig Tagen kam der Teufel persönlich und sagte: „wenn Du wirklich Gottes Sohn bist, dann verwandel ein paar Steine in Brot und iss dich satt.“ Trotz seines Hungers ging Jesus nicht darauf ein, denn er hatte etwas, das stärker war als aller Hunger, jedes Bedürfnis und jeder andere Wunsch: Gottes Wort und den alles verzehrenden Wunsch so zu leben, wie Gott es will. „auf die Ernährung kommt es an“ weiterlesen

Atheismus

jg_fichteDie Zeiten ändern sich. Früher war Atheismus ein Verbrechen, dessen man angeklagt werden konnte. So ging es, dem von mir sehr geschätzten, Johann Gottlieb Fichte, den die Atheismusklage einen Lehrstuhl und einige potentielle Jobs kostete. Heute ist es fast umgekehrt: in manchen Berufen muss man vorsichtig sein, wie man sich als Christ outet – mag sein, dass man dann als fanatisch gilt und Ärger bekommt, Atheismus ist da kein Problem.

Fichte schrieb gegen seine Anschuldigungen:

Die Beschuldigung der Gottlosigkeit ruhig ertragen ist selbst eine der ärgsten Gottlosigkeiten. Wer mir sagt, du glaubst an keinen Gott, sagt mir: du bist zu dem, was die Menschheit eigentlich auszeichnet und ihren wahren Unterscheidungscharakter bildet, unfähig; du bist nicht mehr als ein Tier. (von Unruh 1935, S. 63) „Atheismus“ weiterlesen

Finanzen – lass Dich nicht besitzen!

geldIch habe nie gerne über Finanzen gepredigt. Eigentlich komisch, denn es ist ein wichtiges Thema das uns alle etwas angeht, jeden interessiert und zudem noch in der Bibel gross angelegt ist. Trotzdem hatte ich immer eine gewisse Scheu es anzusprechen.
Das ist auch nicht erst so seit ich predige, es war schon früher immer etwas heikel für mich. Ich war ein paar Jahre lang selbständig als Webdesigner und konnte auch ganz gut davon leben. Aber im Umgang mit Kunden hatte ich immer etwas Schwierigkeiten, ganz besonders wenn die Frage nach dem Preis kam. Klar, dass das jeden Kunden interessiert, aber ich hatte echt Mühe damit Preisverhandlungen zu führen. Manchmal habe ich sogar gesagt: „was ist es ihnen denn wert eine Website zu haben?“ – was natürlich eine kreuzdumme Frage für einen Geschäftsmann ist… „Finanzen – lass Dich nicht besitzen!“ weiterlesen

über Absender und Empfänger

briefeIm Zusammenhang mit Heilungsmeditationen bin ich an folgender Stelle hängengeblieben:

Der Älteste dem geliebten Gajus, den ich liebe in der Wahrheit. Geliebter, ich wünsche, daß es dir in allem wohlgeht und du gesund bist, wie es deiner Seele wohlgeht. (3.johannes 1-2)

Die Frage, die mich bewegt hat ist: “kann ich das, was Johannes seinem Freund schreibt wirklich auch für mich und meine Zeitgenossen (von denen keiner Gajus heisst) anwenden?” Mittlerweile denke ich: ja. „über Absender und Empfänger“ weiterlesen

Der dumme Bauer

Er sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. (Markus 4,26-27 nach der Einheitsübersetzung)Ich finde das ein schönes Bild dafür, wie Veränderung in Gottes Reich abgeht. Jesus benutzte ja sehr gerne diese Metaphorik von Saat und Ernte und machte an anderer Stelle (Lukas 8,11) ganz deutlich, dass der Same das Wort Gottes ist. Der Same wird also gesät, fällt in die Erde, geht auf und bringt Frucht. „Der dumme Bauer“ weiterlesen

Vorfreude

ernte.jpgEr [Jesus] sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. (Markus 4,26-28 nach der Einheitsübersetzung)Seit Wochen lassen mich die Wachtstumsgleichnisse vom Reich Gottes nicht los. Ich predige derzeit auch darüber und denke, dass diese Gleichnisse einfach fundamental wichtig sind für unser Glaubenswachstum, weil sie beschreiben, wie Gottes Reich in uns gross wird. „Vorfreude“ weiterlesen

Widersprüchlichkeiten in der Bibel?

storch.jpgGuten Tag,

Ich bin neu hier, das ist mein erster Eintrag bei der theolounge. Deshalb verweise ich erst einmal auf meinen Blog, da gibt es ein Profil mit Infos über mich. Ich vermute, dass ich hier so grob einmal die Woche posten werde. Mehr von mir gibt es dann bei der Schönheit des Simplexen. Gottes Segen!

„Widersprüchlichkeiten in der Bibel?“ weiterlesen