Nicholas, „Delineated“, piqs.deVon einer großen Scheidung berichtet das Evangelium des heutigen Christkönigsonntags (Mt 25,31-46). Von einem Endgericht ist die Rede, von Schafen, die von Böcken geschieden werden, erstere zum ewigen Leben, letztere zur ewigen Strafe. Hat dieses Evangelium uns heute noch etwas zu sagen? Sind solche Vorstellungen von Endgericht Himmel und Hölle nicht überholt? Für uns Christen sind Himmel und Hölle jedenfalls Realitäten, die zu unserem Glauben gehören. Einen sehr guten, ich möchte sogar behaupten den besten, Versuch, Menschen unserer Zeit diese Realitäten zugänglich zu machen, ist der Roman Die große Scheidung des englischen Schriftstellers Clive Staples Lewis (1898-1963).

„Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids!“ (Mt 15,22), ruft die kanaanäische Frau Jesus zu und bittet um Heilung für ihre kranke Tochter. So lesen wir im Evangelium dieses Sonntags. Diese einfache und doch tiefe Bitte, die in dieser Form noch öfter in der Bibel bezeugt ist (vgl. Mk 10,47; Lk 17,13), hat eine breite Wirkungsgeschichte entfaltet. Die Bitte um Erbarmen verbunden mit der Anrufung des Namens Jesu ist erstmal für das 6. Jahrhundert schriftlich als Gebetsformel bezeugt, wurde aber wohl schon früher geübt. Noch heute ist diese Gebetsformel in Brauch, im sogenannten Jesusgebet. Die konkrete Formulierung kann varriieren: „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.“ oder auch „Herr Jesus Christus, sohn Gottes, hab erbarmen mit mir Sünder.“ Einige Beter lassen auch die Bitte um Erbarmen weg und benutzen als Gebetsformel „Jesus Christus“, „Herr Jesus“ oder „Jesus“.

Mitte des 12. Jahrhundertes in der Großen Kartause in Frankreich. Ein Mönch, Guigo der Kartäuser († 1193), ist in seiner Klosterzelle mit Handarbeit beschäftigt und denkt dabei über die in den Klöstern alt hergebrachte Art des privaten Betens nach: über die sogenannte lectio divina. „Leiter der Mönche zu Gott“ nennt er diese Gebetsmethode und ihm kommen vier Stufen in den Sinn, aus denen diese Leiter besteht: 1. Lesung, 2. Meditation, 3. Gebet und 4. Kontemplation.

Von Daniel Tibi. Die spirituelle Sehnsucht der Menschen unserer Zeit ist groß, das erkannte der schwedische protestantische Bischof Martin Lönnebo (* 1930) und suchte nach einer Möglichkeit, den Menschen eine Hilfe zum Gebet an die Hand zu geben. Die Idee kam ihm nach seiner Pensionierung, im Jahr 1996, während einer Reise nach Griechenland. Bei einer Fahrt auf einem Fischerboot wurde er von einem Sturm überrascht und saß für einige Tage auf einer kleiner Insel fest. Er sah die Dorfbewohner mit ihren Rosenkränzen, Ikonen und Kerzen. Dabei wurde ihm klar, dass es in der protestantischen Kirche keine solchen Hilfsmittel gibt, um den Geist beim Gebet auf Gott auszurichten. Muße hatte er in den Tagen seines unfreiwilligen Aufenthalts auf der Insel genug. So begann in ihm die Idee zu einem Perlenband zu reifen.