Das Geheimnis wachsender Gemeinden

„Wir sind nicht Kirche im Abbruch, wir sind Kirche im Aufbruch“, meinte Wolfgang Huber noch auf der diesjährigen EKD-Synode. Dennoch sind wachsende Gemeinden eher die Ausnahme als die Regel.Doch wie machen es die wachsenden Gemeinden nun?

Was ist ihr Erfolgsrezept? Das Buch „Wachsen gegen den Trend“ stellt eine Studie dazu vor. Das Ergebnis ist nicht eindeutig, vielmehr werden unterschiedliche Faktoren benannt. Und je nach theologischem Gusto des jeweiligen Lesers kommt man zu dieser oder jener Lesart des Buches, z.B. „Wachstum durch Gottesdienste.“ „Das Geheimnis wachsender Gemeinden“ weiterlesen

Wie Gottes Wort uns verändert

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Geistliches Leben bedeutet Veränderung. Ein Leben als Christ verändert und will verändern. Doch nicht immer gelingen Veränderungen. Ein beliebtes Beispiel ist das Rauchen aufzugeben.

Normalerweise gibt es zwei Wege: Entweder sich selbst überlisten, einen Weg finden, mit dem man es selbst gut schaffen kann, oder aber Gott überlisten, „Wie Gottes Wort uns verändert“ weiterlesen

Wofür darf ich beten?

„Ich würde nie für Heilung beten. Eher dafür, dass die Menschen Kraft und Trost bekommen.“ So sagte jemand im Gespräch über Pfingstkirchen.Mit anderen Worten: es soll nur für das gebetet werden, was „Gott“ auch einlösen kann. Oder noch anders: es darf nur gebetet werden, was auch innerweltlich erklärbar ist. Kein Gebet für Wunder, weil es die dem Weltbild entsprechend nicht gibt. „Gott“ kann demnach nur alles Menschliche und Innerweltliche „bewirken“. „Wofür darf ich beten?“ weiterlesen

Ganzheitlich glauben

„Würde Jesus bei ikea kaufen?“ fragte Tobias Faix mit seinem gleichnamigen Buch. Darin erzählt er u.a., wie ihn amerikanische Christen wegen des deutschen Umweltbewusstseins auslachten. Schließlich würde doch der Herr Jesus am Ende der Tage alles neu und gut machen. Umweltschutz wurde damit an Jesus delegiert.Ein anderes Klischeebild: Ich betrete ein Gemeindehaus. Als erstes sehe ich das Schild, dass hier fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wird. Als nächstes fällt der Verkaufstisch auf mit verschiedenen Fair Trade-Produkten. Die Diakonin huscht durchs Voyer mit ihren weit schlabbernden bunten Klamotten. Plakate zu G8-Protesten … „Ganzheitlich glauben“ weiterlesen

Bibeln zu verschenken

„Weißte, bei uns in Ägypten liegen in jeder Moschee mehrere Koran-Ausgaben zum Weggeben rum…“ erklärte mir Fatma. Sie fragte mich, wo sie eine Bibel bekäme. Sie bräuchte eine fürs Studium. Schande, dass es bei uns meistens nicht so ist, dass wir in jeder Kirche Bibeln zum Verschenken haben. Das sollten wir ändern. „Umsonst habt ihr’s empfangen …“ In dieser Hinsicht sind gewisse Sekten großzügiger. Hauptsache, es werden „Papiere“ beschlossen … Und die werden dann gerne umsonst ausgegeben, ob das jemanden interessiert oder nicht … >Originalpost. Bibeln zu verschenken weiterlesen

Mutter Natur oder Gott Vater?

Naturwissenschaftler kommen aus dem Staunen nicht raus. Nun hat man in der Sahara eine rollende Spinne entdeckt. Mal wieder ein neu entdecktes Wunder der Natur.
Der Spiegel, der traditionell zweimal im Jahr (Ostern&Weihnachten) gegen das Christentum schießt, spricht von einer „Erfindung von Mutter Natur.“ Und das ist nicht einmal selbstironisch gemeint, so weit ich es verstehe. „Mutter Natur oder Gott Vater?“ weiterlesen

Erste Hilfe an der Seele

Wie können wir mit Trauernden und Notleidenden umgehen?

Es war Dienstag. Jana machte sich auf dem Weg zum Kreis Junger Erwachsener. Ihr war mulmig zu Mute. Wie würden die anderen wohl auf sie reagieren? Wie würden sie mit ihr und ihrer Situation umgehen? Jana hatte sich am Wochenende von ihrem Freund getrennt.

Ein paar Freundinnen hatte sie es erzählt. Und so viel war klar: solche Nachrichten verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Sie konnte sicher sein, dass nun, zwei Tage später, alle Bescheid wüssten. „Erste Hilfe an der Seele“ weiterlesen

Kirche, Mitglieder und Mission

Mission als Kernaufgabe der Kirche – so hat sich Thies Gundlach im idea-Interview geäußert. Schön wär’s natürlich.
Fakt ist jedenfalls, dass Mission & Evangelisation nicht richtig in die Theologenausbildung integriert sind. Im Studium ist das fakultativ, sofern solche Veranstaltungen überhaupt angeboten werden.
Im Vikariat geht es relativ kurzatmig um Mission an und für sich. Was das jedoch praktisch bedeutet, bleibt im Dunkeln und dem jeweiligen Selbststudium vorbehalten. Schade. „Kirche, Mitglieder und Mission“ weiterlesen

Losungen und Lösungen

Ich war im Grundschulalter, als ich bei meiner Ur-Oma ein kleines Buch fand mit dem Titel „Losungen 19xx“. (An die genau Jahreszahl erinnere ich mich nicht mehr.)
Ich hielt es damals für einen Druckfehler. Es müsse doch „Lösungen“ heißen. Lösungen – wofür auch immer. Erst viel später hab ich verstanden, was die Losungen bedeuten, und dass es eben kein Tippfehler ist. Oder?  „Losungen und Lösungen“ weiterlesen

Bibel als Gebrauchsanweisung zum Leben?

Es ist eine Formulierung aus meiner Jugendzeit: „Die Bibel ist die Gebrauchsanweisung für mein Leben.“ Ich erinnere mich an ein Interview in einem Gottesdienst, wo jemand von seinem neuen Videorecorder (=analoges Magnetbandgerät) erzählte. Und dann kam dieser Vergleich. Das war mir damals sehr sympathisch. „Bibel als Gebrauchsanweisung zum Leben?“ weiterlesen

Als Christen identifizierbar leben?

Salz der Erde. Wie oft habe ich das gehört. Kann ich es noch hören? Und wenn nein: könnte es vielleicht daran liegen, dass ich mir eingestehen müsste in Wirklichkeit doch kraftlos zu sein, eher die Made im Speck anstatt das Salz in der Suppe?Wo ist denn der gesellschaftliche Einfluss der Christen? Macht es wirklich etwas aus, dass es uns gibt?
„Als Christen identifizierbar leben?“ weiterlesen

Mission und/oder Diakonie?

Es scheint nicht zusammen zu passen. Mission und Diakonie. Allzu oft gehen Kirchen, Gemeinden und Werke entweder den einen oder den anderen Weg, doch selten beide.Ursprünglich gehörte es zusammen. Es waren wohl hauptsächlich zwei Faktoren, weshalb man sich in diese Lager gespalten hat.

Zum einen hat man u.a. im Pietismus die Sünde und ihre Folgen sehr ernst genommen, und damit verbunden die Verlorenheit der Menschen ohne Erlösung. Folge: Konzentration auf Seelenheil. „Mission und/oder Diakonie?“ weiterlesen

Ziel des geistlichen Lebens?

„Das vorrangige Ziel geistlichen Lebens ist Veränderung … die Wiederherstellung des Menschen. … Das Ziel solchen Wachstum ist es, so zu leben, als ob Jesus ungehindert Einfluss auf uns hätte… immer mehr so zu leben, als ob Jesus an unserer Stelle leben würde.“

(„Das Leben, nach dem du dich sehnst“ von John Ortberg)

Ich weiß nicht. Das klingt anstrengend. Fast nach einem Zwang zur Veränderung. Da besteht doch die Gefahr, Jesus kopieren zu wollen. Und dabei sind wird doch alle als Originale geschaffen. „Ziel des geistlichen Lebens?“ weiterlesen

Luther und wortwörtliche Übersetzungen

Mythen und Märchen aus dem Reich der Bibelübersetzungen. Ich werde nicht müde, damit aufzuräumen:

1. Die Elberfelder übersetzt immer wortwörtlich.
2. Das hebräische Wort für Mann bedeutet „an die Wand pissen“.

Mal von hinten angefangen. „Mann“ heißt im hebräischen „isch“ und hat nichts zu tun mit Wänden oder Urinalen bzw. Vorgängen, die dort möglicherweise stattfinden könnten. „Luther und wortwörtliche Übersetzungen“ weiterlesen

Das wahre Christentum

Was ist nun das wahr von Gott gewollte Christentum?Im Laufe der 2000jährigen Kirchengeschichte gab es immer wieder Strömungen, die meinten, mit je ihrer Spezialansicht zum wahren Ursprung und zur wahren Bestimmung zurückzukehren.

In der Reformationszeit spaltete sich der Protestantismus von der Kath. Kirche ab. Keine Werkgerechtigkeit, sondern Gnade allein aus Glauben. So richtig das sein mag, aber sollte die Christenheit 1500 Jahre ausschließlich einen Irrweg bestritten haben? „Das wahre Christentum“ weiterlesen

Wer ist eigentlich „fromm“?

„Fromm“ ist für Viele eine Selbstbezeichnung. Besonders Pietisten und Evangelikale bezeichnen sich selbst als fromm. Auch jene, die Angst davor haben, das Label „evangelikal“ aufgedrückt zu bekommen (weil sie sich weiterentwickelt haben), bezeichnen sich so. Und selbst jene ganz Fortschrittlichen, die sich auch von diesem Etikett verabschiedet haben, fühlen sich doch meistens noch den „frommen Kreisen“ zugehörig. Man kennt sich. Man weiß, was es da und da für Gemeinden gibt, wie der Pastor heißt etc., und auch die Glaubensinhalte, Interessen, Erwartungen und Abneigungen sind ähnlich. Nur zugeben wollen sie es nicht (mehr). „Wer ist eigentlich „fromm“?“ weiterlesen

Luther ist kein Heiliger

Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Hartmut Lehmann, warnt vor einer Heldenverehrung des Reformators Martin Luther (1483-1546). Fast 500 Jahre nach dem Ereignis der Reformation müsse man so manche Aussagen Luthers anders sehen. «Es ist erstaunlich, wie sehr Theologen, die sonst jeden Satz der Bibel historisch-kritisch unter die Lupe nehmen, Luther-Legenden ungeprüft übernehmen» Zum vollständigen Artikel hier. Foto: Gabi Schoenemann | pixelo.de Luther ist kein Heiliger weiterlesen

Gott lieben – Teil 5

Wie können nun wir Gott lieben? Können wir das überhaupt? Lässt sich Liebe befehlen?Zu jeder Liebe gehört die Treue. Die fordert auch Gott von seinen Gläubigen. Denn er ist eifersüchtig, ja intolerant. So, wie nur Liebende intolerant sein können, dürfen und müssen. In der Liebe gibt es ein „Nur Du!“, eine Exklusivität. „Gott lieben – Teil 5“ weiterlesen

Comeback der Gretchenfrage

Religion ist wieder „in“. Doch was genau heißt das?
Wolfram Weimer, Gründer und Chefredakteur des Politmagazins „Cicero“, sprach am vor einiger Zeit in Hannover über diese Frage und auch darüber, was daran gut sei.
Weimers Beobachtungen zufolge gibt es drei Wellenbewegungen, die nicht zeitlich nacheinander stattfinden, sondern eher parallel verlaufen.

Ziel: Liebe

Wozu die ganzen Gebote in der Bibel? Wozu das Gesetz, wie Paulus es nennt? Zum einen: das Gesetz hält uns einen Spiegel vor. Paulus schreibt:

Wir wissen, dass diese Gesetze gut sind, wenn sie so verstanden und genutzt werden, wie Gott es wollte. Sie wurden jedoch nicht für den gemacht, der das Richtige tut, sondern für Menschen, die ungehorsam und rebellisch sind, die ohne Gott leben und sich in Schuld verstricken, denen nichts heilig ist…

1.Tim 1,8+9

Wer ist eigentlich Christ?

Der Begriff „Christ“ ist ziemlich verwässert. Man ihn sehr eng oder auch sehr weit fassen. Je nach dem bezeichnet er entweder

– alle, die im (post-)christlichen Abendland, dem „Westen“, also Europa und Amerika leben,
– alle, die einmal (freiwillig oder unfreiwillig) getauft worden sind,
– alle, die (immer noch) irgendeiner christlichen Kirchen (als Mitglieder) angehören,
– alle, die auch irgendwie gläubig bzw. religiös sind,
– alle, die bekehrt und wiedergeboren sind,
– oder einen „heiligen Rest“, der sich besonders abhebt, u.a. durch strikte moralische Einstellungen.

Was sagt nun die Bibel, wer „Christ“ ist? „Wer ist eigentlich Christ?“ weiterlesen

Back Office des geistlichen Lebens

Neulich erzählte mir eine Frau, sie sei nach ihrem Burn Out innerhalb der Firma ins Back Office versetzt worden. Also Hintergrundarbeiten, die wichtig sind, aber von Kunden und anderen nicht bewusst wahrgenommen werden. Im Grunde ein demütiger Job, bei dem die Kluft zwischen Arbeit und sichtbarem Nutzen enorm klafft.Im geistlichen Leben ist das häufig auch so. Die „Gebetsarbeit“, wie Ole Hallesby es nennt, passiert doch im „Kämmerlein“. Das sieht keiner. „Back Office des geistlichen Lebens“ weiterlesen

(A-)Religiös unmusikalisch

Bisher war ich immer der Ansicht, jeder Mensch ist religiös, auch wenn das mitunter sehr unkonvetionelle Formen annehmen kann. Gerade die aktuelle Auseinandersetzung mit dem „neuen Atheismus“ zeigt, wie tief Religiosität verankert ist, wenn auch vielleicht mit negativem Vorzeichen.
Nun wurde ich eines besseren belehrt. In diesem sehr guten Ausatzband zu Gemeindepflanzungen (church planting) fand ich einen Artikel über die religiöse Situation in den neuen Bundesländern von E. Tiefensee. „(A-)Religiös unmusikalisch“ weiterlesen

Gottes Wille für mein Leben?

Gottes Wille für mein Leben? Ich glaube nicht, dass es den einen geheimnisvollen Plan (nach „Schema F“) für unsere Leben gibt. Ich glaube, Gott kann sich vieles für unsere Leben vorstellen. In vielen Dingen dürfen wir uns selbst entscheiden. Wir dürfen selber planen. Und genau dabei sollen wir Gott einbeziehen und ihn fragen, was für unser Leben gut und sinnvoll ist. Deshalb zu allererst:

Worum genau geht es?
Was ist meine konkrete Fragestellung an Gott? „Gottes Wille für mein Leben?“ weiterlesen

Gott lieben – Teil 3

Ein Gedankengang von Klaus Berger aus seinem Jesus-Buch. Berger ist für steile und provokante Thesen bekannt, die aber zumindest ein Fünklein Wahrheit in sich tragen.

In dem Kapitel „Das Märchen vom lieben Gott“ (s.99ff) wendet er sich gegen eine naive Vorstellung von der Liebe Gottes und einem damit verbundenen platten Gottesbild. Gott würde verkitscht: „Gras und Ufer“, „klischeehaft zärtliche Mutter“, „Gummiwand universellen Verzeihens“. „Gott lieben – Teil 3“ weiterlesen

Gott lieben – Teil 2

Der erste Beitrag zum Thema war etwas ungenau. Im Titel ging es um die Liebe zu Gott, im Beitrag selbst um die Liebe Gottes zu uns. Das war also das wirkliche Thema.Inzwischen bin ich etwas weiter gekommen. Mein heimliches Thema ist und bleibt immer wieder das Verhältnis von Transzendenz und Immanenz, also Gottes übernatürliches Handeln zu allen natürlichen und natur- und geisteswissenschaftlichen Erklärungen. „Gott lieben – Teil 2“ weiterlesen

Männer wie Mose

Wann ist ein Mann ein Mann? – So fragte Groenemeyer.

Was ist ein Mann, wie wird man einer, wann ist man einer geworden? Diesen Fragen geht das Buch „Der Weg des ungezähmten Mannes“ nach, das Nachfolgewerk von „Der ungezähmte Mann“.
Mag sein, dass es heroisch, altmodisch und klischeebeladen ist. Mich jedenfalls spricht es sehr an.
„Männer wie Mose“ weiterlesen

Endzeit – Hunger

Von Stephan Achtermann. Für manche Christen gehören bestimmte Endzeit-Fantasien zu ihrem festgefügten Weltbild. Mir scheint es manchmal schon eine Art Hunger oder Sehnsucht nach dem Ende zu sein.
Grundannahme dieser Denke ist: das Ende ist nahe. Ist ja auch mit genau einer Bibelstelle biblisch belegbar:

„Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge.“   1.Petr 4,7

Das ist eine sehr allgemeine Aussage, die „Herr Petrus“ vor fast 2000 Jahren gemacht hat. „Nahe“ scheint ein sehr dehnbarer Begriff zu sein. „Endzeit – Hunger“ weiterlesen