Karfreitag – der Tod Gottes

An Karfreitag gedenken Christen des gewaltsamen Todes Jesu durch die Römer.

Da sich nach dem christlichen Glauben Gott höchstpersönlich in Jesus Christus gezeigt hat, kann man hier auch vom Tod Gottes am Kreuz sprechen. Gott selber entkleidet sich also seiner Allmacht und lässt sich von den Römern kreuzigen, obgleich es Gott ein Leichtes sein dürfte, sich aus dieser schlimmen Lage zu befreien. Jesus (bzw. Gott) lebt und erleidet hier also bewusst und freiwillig einen selbst gewählten Pazifismus, um nicht von seiner Allmacht Gebrauch machen zu müssen, welche die Menschheit zu Marionetten degradieren würde.

Jesus (und somit Gott) durchlebt zudem am Kreuz und auch schon in der Leidensgeschichte davor das Gefühl der größten Gottesferne und Verzweiflung, welches Menschen auch immer wieder in Krisensituationen durchleben. Gott war sich somit nicht zu schade, um das zu durchleiden, was seine Geschöpfe manchmal durchleiden müssen. Am Ende siegt jedoch nicht der Tod, sondern das Leben, die Auferstehung. Aber an Karfreitag geht es erstmal um den Tod.

Pontius Pilatus, der römische Statthalter des Kaisers Tiberius in der Provinz Judäa, hatte Jesus als vermeintlichen Aufrührer durch Kreuzigung hinrichten lassen. Jesus wurde als politisches Vergehen vorgeworfen, sich selbst zum König der Juden deklariert zu haben, was die Römer, die alleine die jüdischen Könige legitimierten, natürlich nicht dulden konnten. Jesus selbst jedoch sah sich nicht als König der Juden, nicht als einen politischen König, sondern sagte, sein Reich sei nicht von dieser Welt. Damit ist gemeint, dass Jesus der König des Universums ist, dass Jesus also Gott ist. Im Johannesevangelium beginnt der Prolog genau damit: am Anfang von allem war das Wort, und im Verlauf des Prologs wird Deutlich, dass mit „Wort“ bzw. dem griechischen „Logos“ Jesus gemeint ist: am Anfang war Gott.

Heute Abend wird Papst Franziskus die Stationen des Kreuzweges am Petersplatz abschreiten, wohl mit nur sehr wenigem Menschen wegen der Corona-Pandemie. Letztes Jahr fand der Kreuzweg mit unzähligen Gläubigen im Kolosseum in Rom statt.

Das Musical „Jesus Christ Superstar“ spielt die Geschichte von Jesu Leben und Sterben nach. Hier ein paar Auszüge.

Jesus im Garten Gethsemane im Gebet mit Gott. Soll Jesus sich den Römern, die gleich kommen werden, ausliefern ? Ja, entscheidet Jesus. Er vertraut darauf, dass es Gottes Wille ist, sich nicht zu wehren, zumal er nichts Falsches getan hat:

Eine aufgeheizte Menschenmenge und der jüdische Hohe Rat fordern von Pilatus den Tod Jesu. Es handelt sich hierbei um eine innerjüdische Angelegenheit, Jesus war selbst Jude. Um die Masse zu beruhigen, lässt Pilatus Jesus zunächst nur auspeitschen, um kein Todesurteil vollstrecken zu müssen. Allerdings dürfte die Darstellung, nach welcher Pilatus keine Schuld auf sich nehmen will und sich die Hände in „Unschuld“ wäscht, eine abschwächende Darstellung in den Evangelien sein: man wagte es offenbar nicht, sich in Wort und Schrift gegen die Römer zu wenden, die ja noch Besatzungsmacht in Judäa waren. Tatsächlich dürfte es Pilatus, einem ranghohen Militärverwalter, nicht allzu viel ausgemacht haben, einen Menschen mehr kreuzigen zu lassen. Das römische Militär war in dieser Hinsicht nicht gerade zimperlich.

Judas, der Jesus an den jüdischen Hohen Rat und auf diesem Umweg indirekt an die Römer verraten hatte, verzweifelt wegen seiner Tat und nimmt sich selbst das Leben:

Jesus wird gekreuzigt. Als er am Kreuz stirbt, leuchtet von hinten das (göttliche) Licht hell auf. Dies kann schon als Hinweis auf die kommende Auferstehung, derer am Ostersonntag gedacht wird, verstanden werden:

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