Die Geduld der Hochleistungsgesellschaft

Um die Coronapandemie etwas auszubremsen, sagte die Bundeskanzlerin in ihrem wöchentlichen Podcast, dass man jetzt geduldig sein müsse.

Und mal ehrlich, es ist noch keine allzu große Leistung, gerade den siebten Tag etwas ausgebremst zu leben, zumindest dann nicht, wenn die Existenz weiterhin einigermaßen gesichert ist.

Geduld fällt einigen Menschen in Deutschland offenbar schwer, sind sie es doch gewohnt, dass die Gesellschaft nach anderen Maßstäben tickt: Leistung, Effizienz, Schnelligkeit.

Dabei ist es in diesen Zeiten wohl genau umgekehrt. Schnelligkeit erreicht man dann, wenn man langsam macht. Je langsamer, desto schneller.

Dieser Gedanke kam auch schon mal in dem Buch Momo von Michael Ende vor, als Momo und ihre Verfolger, die grauen Herren von der Zeitsparkasse, bei O’Hora zu Besuch sind. Die Verfolger wollen vermeiden, dass Momo sie wahrnimmt und gehen noch etwas langsamer, wodurch sie sich dann automatisch schneller voranbewegen.

Geschwindigkeit ist eine Zier, doch schneller geht es ohne ihr. Das müssen wir erst noch lernen.

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