Der große Slowdown

Seit das Coronavirus um sich greift, verändert sich der Takt der Gesellschaft.

In Deutschland gibt es glücklicherweise noch keine Ausgangssperren, in Bayern wurde gestern der Katastrophenfall ausgerufen, aber auch hier kann man sich noch frei bewegen. Ob das so bleiben wird, weiß man nicht.

Es stehen sicher einige Wochen bevor, in denen das Leben für viele Menschen recht anders sein wird, als noch vor ein oder zwei Wochen. Wichtige Geschäfte werden in Deutschland weiterhin geöffnet bleiben, Supermärkte beispielsweise, Apotheken, Tankstellen und auch Arztpraxen. Aber ansonsten wird sich die Gesellschaft etwas weiter distanzieren müssen voneinander, zumindest was die direkten Kontakte anbelangt. Indirekte Kontakte über Telefon und soziale Netzwerke dürften hingegen einen Aufschwung erleben.

Wollen wir mal hoffen, dass diese Pandemie, die nun auch in Deutschland offenbar Fuß gefasst hat, sich verlangsamt und dann irgendwann auch nach und nach wieder zurückzieht, ohne einen Pfad der Verwüstung zu hinterlassen.

Wie konnte es aber soweit kommen eigentlich? Hatte man nicht in China in Wuhan gesehen, was diese Epidemie, als welche sie dort noch bezeichnet wurde, anrichten konnte?

Doch, man hatte es gesehen. Aber bis vor kurzem glaubte man noch, Deutschland sei gut vorbereitet. Man habe ja alles im Griff. Im Grunde glaubte dies auch die Bevölkerung.

Man fuhr beruhigt in Urlaub, etwas beunruhigt wurde man durch Meldungen aus Italien, aber man glaubte, das sei tendenziell wahrscheinlich ein italienisches Problem. In Deutschland könne man das schon irgendwie handlen. Und ja, man kann es natürlich auch handlen, man tut das ja auch gerade, aber in Deutschland sind wohl sowohl die Politiker wie auch die Bevölkerung irgendwie doch überrannt worden von der Wucht der Pandemie. Denn der Mensch ist wohl nicht so angelegt, in derart großen Dimensionen und in einer solchen Abstraktheit denken zu können, mit welcher man gerade zu tun hat. Das Virus ist klein und unsichtbar, und wenn man dessen desaströse Folgen sieht, ist schon viel zu viel Zeit ins Land gegangen.

Der Mensch tut sich schwer, in diesen Kategorien abstrakt zu denken. Wäre dies uns Menschen leichter gefallen, hätte man Maßnahmen, die man jetzt ergreift, womöglich früher ergreifen können. Einreisestopps, Aussetzen von Flugverbindungen. Aber im Nachhinein ist man immer klüger. Vor wenigen Wochen konnte man es sich einfach nicht vorstellen. Jetzt kann man es.

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