Nach dem Kemmerich ist vor dem Kemmerich

Gestern war in Thüringen der FDP-Politiker Thomas Kemmerich unerwartet im dritten Wahlgang unter anderem auch mit Stimmen der thüringischen, rechtsradikal gefärbten AFD zum Ministerpräsidenten gewählt worden.

Es hagelte Kritik von fast allen Parteien und Medien, mit Ausnahme der AFD natürlich. Diese hatte diesen Coop ja eingefädelt.

Da man aber aus der Geschichte weiß, dass es ganz bestimmt keinen Segen bringt, mit rechtsradikal gesinnten Parteien zu paktieren, weil sich sonst die Geschichte wiederholen könnte, was gerade im Bezug auf die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts äußerst problematisch wäre, ist es nun eine große Erleichterung, dass Thomas Kemmerich erklärt hat, er wolle den thüringischen Landtag auflösen und selbst zurücktreten. Glauben wird man es wohl erst, wenn es tatsächlich passiert ist.

Und sollte es so kommen, was natürlich zu wünschen ist, dann sollten bei der nächsten Wahl zum Ministerpräsidenten die demokratischen Parteien sich soweit im Griff haben, dass sie gemeinsam auch tatsächlich einen Ministerpräsidenten ihrer Wahl wählen.

Damit dann nicht noch ein zweites Mal ein derartiger Coup gelingt von einer Partei, deren Parteivorsitzender in Thüringen, Björn Höcke, gerichtlich legitimiert als Faschist bezeichnet werden darf. Wenn mehrere sich streiten, lacht sonst nämlich der Dritte. Der Höcke.