Israelkritik und Antisemitismus

In den letzten Monaten und Jahren hat der Antisemitismus in Deutschland wieder zugenommen. Schlimm genug.

In diesem Zusammenhang gibt es einige Menschen, die sagen, man werde aber doch wohl noch die israelische Politik kritisch betrachten dürfen. Hinter dieser sogenannten Israelkritik steht allerdings oft ein versteckter Antisemitismus.

Natürlich darf man über die Politik eines anderen Landes auch Aussagen treffen und darf politisch interessiert mitdenken und diskutieren. Wenn man aber beispielsweise mehr an der Politik Israels interessiert ist, als an den Angelegenheiten im eigenen Land, sollte einen das schon stutzig und nachdenklich machen.

Schauen uns dieses Thema doch einmal aus deutscher Sicht an. Im Ausland wird unter anderem über Deutschland berichtet, dass der Antisemitismus zugenommen hat und dass rechtsradikale Kräfte in der Politik immer wieder zu Wort kommen. Sind wir deshalb der Meinung, alle Deutschen seien Antisemiten oder rechtsradikal? Nein.

Ähnlich verhält es sich mit Menschen, die in Israel wohnen. Es gibt die Politik, es gibt die Berichterstattung, es gibt aber auch die Menschen. Und die Menschen sind, genauso wie in Deutschland, in der Regel doch ziemlich heterogen.

Antisemitismus und Rassismus aber haben das Postulat, dass man alle Menschen über einen Kamm scheren könne, dass alle Menschen einer gewissen imaginären Gruppe generell gleich seien. Die Juden seien so und so, die Deutschen soundso. Und das ist das Problem. Das ist das Problem, wenn Menschen sogenannte Israelkritik betreiben, weil sie oft damit bestimmte Stereotype auf Menschen jüdischen Glaubens und jüdischer Abstammung übertragen. Das funktioniert aber korrekterweise weder bei jüdischen Menschen, noch bei Deutschen, noch bei irgendjemandem.

Deswegen sollte man, wenn man über die Politik Israels redet, immer genau überlegen, welcher denn der Impuls ist, der einen da reden lässt. Und wenn man sich nicht ganz sicher ist, weshalb man zu dem Thema etwas zu sagen habe, sollte man besser den Mund halten.

2 Gedanken zu “Israelkritik und Antisemitismus

  1. Ich frage mich, warum redet man von Antisemitismus und dann parallel von Rassismus?
    Antisemitismus ist doch Rassismus. Wir reden doch auch nicht von Antisyrismus oder Antirussismus. Warum also diese zusätzliche Schublade?
    Und was hat die sicherlich sehr kritikfähige israelische Politik mit Annexion und Ausbombardierungen denn in einem Topf zu suchen mit Antisemitismus? Ich meine:
    Wir sollten uns hier nicht zum Werkzeug irgendwelcher Rechtfertigungen machen lassen.

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  2. Rassismus ist, wenn Menschen glauben, es gebe angeblich verschiedene Menschenrassen, die es zu unterscheiden gelte, was nicht stimmt. Es gibt keine verschiedenen Menschenrassen.
    Antisemitismus bedeutet Judenfeindlichkeit. Im religiösen Gewand spricht man dann von Antijudaismus.
    Aber ja, letztlich sind sich Antisemitismus und Rassismus natürlich schon ziemlich verwandt.

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