Auschwitz. Damals, heute, morgen.

Vor 75 Jahren befreiten Soldaten der Roten Armee die verbliebenen Gefangenen aus dem Konzentrationslager Auschwitz, das die Nationalsozialisten unter Hitler im eroberten Polen aufgebaut hatten.

In diesem Lager hatten die deutschen Nationalsozialisten und ihre willigen Helfer über eine Million Menschen ermordet, einfach aus dem Grund heraus, weil sie sie nicht mochten. Oder weil sie glaubten, sie nicht zu mögen.

Damit ist das Gedenken an Auschwitz nach wie vor brandaktuell. Denn auch heute hört man immer wieder rechtspopulistische und rechtsextreme Spitzen, nach denen man angeblich ja nichts gegen Flüchtlinge, Juden, Moslems und Ausländer habe, aber diese Menschen sollten doch bitte einfach aufhören Flüchtlinge, Juden, Moslems und Ausländer zu sein.

Weil Deutschland eine Demokratie ist und in einer Demokratie die Mehrheitsverhältnisse durch Wahlen entschieden werden, ist es essentiell wichtig, derartigen verbalen Spitzen sofort laut und entschieden entgegenzutreten. Verbal, politisch und auch juristisch.

Denn Auschwitz könnte theoretisch wieder passieren. Wenn sich die politische Stimmung in einem Land wie Deutschland ändert, dürfte das damit beginnen, dass verbale Grenzüberschreitungen nicht geahndet werden. Das Sagbare wird immer weiter ins Rechtsextreme verschoben und irgendwann wäre man dann wieder dort, wo man zu Beginn der Hitlerdiktatur auch schon war. Drum, wehret den Anfängen. Der Anfang ist nämlich immer der Gedanke, der Anfang ist das Wort. Daraus erwachsen dann Taten und Untaten.

Sorgen wir dafür, dass ein Auschwitz nie wieder passieren kann. Ebenso wenig eine Diktatur. Nicht in Deutschland und nicht in Europa. Am besten nirgendwo auf der Welt.

Im Umkehrschluss heißt das, es lebe die Vielfalt. Es lebe die Toleranz. Man darf Ausländer sein, Jude, Moslem, Flüchtling. All dies ist legitim. Und all dies muss gesellschaftlich anerkannt sein. Es darf nicht in Frage gestellt werden. Denn sonst weiß man, wo man wieder landen kann.

Und nein, wir leben derzeit nicht in einer Diktatur unter Angela Merkel, wie manche rechtsextreme Spitzen es bereits insinuieren. Wir leben in einer gewählten Demokratie mit gewählten Volksvertretern. Und nein, es gibt bei uns keine „Lügenpresse“, ein nationalsozialistischer Kampfbegriff übrigens, sondern die Presse ist sehr heterogen von links bis rechts und in der Mitte, und sie ist unabhängig.

Wir leben in Deutschland in einer Demokratie. Sorgen wir dafür, dass wir auch morgen noch in einer aufwachen.

Und hier kommen Sie ins Spiel. Wenn Sie mitbekommen, dass jemand verbal die Grenzen ins Rechtsextreme verschiebt, machen Sie ihren Mund auf. In der Familie, im Freundeskreis, im Bekanntenkreis, in den sozialen Netzwerken. Lassen Sie Unsagbares nicht einfach im Raum stehen, sondern stellen Sie klar, dass man manche Dinge nicht legitim sagen kann, weil sie anderen Menschen ihre Rechte wegnehmen würden.

Wer schweigt, stimmt zu. Drum schweigen Sie nicht, sondern machen den Mund auf. Jetzt.

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