Das Bilderverbot

Du sollst dir kein Bildnis von Gott machen, so liest man im Alten Testament in der Bibel. Was bedeutet das?

Wir alle machen uns laufend Bilder von Gott, selbst, wenn wir ihn uns nicht vorstellen. Dann machen wir uns ein Antibild. Ansonsten machen wir uns sprachliche Bilder, wenn wir von ihm sprechen, gedankliche, wenn wir über ihn nachdenken, oder Kinder können natürlich auch Bilder malen, wie sie sich Gott vorstellen. Erwachsene ebenso. Darf man das nicht?

Doch, das darf man und das muss man auch, weil man sonst überhaupt nicht über Gott sprechen kann. Das Bilderverbot meint etwas anderes. Man soll Gott nicht auf eine spezielle Sache festlegen und dann behaupten, das sei Gott. Ganz im Gegenteil soll man Gott immer viel größer als unsere gesamte Vorstellungskraft denken und den Gottesbegriff in dieser Hinsicht offen lassen.

Wenn Menschen also meinen, ganz genau zu wissen, was Gott in dieser oder jener Situation zu sagen hätte, dann müssen sie sich eigentlich fragen, ob sie nicht gegen das Bilderverbot verstoßen. Indem sie Gott nämlich ganz genau festlegen. Doch das ist genau das, was man nicht tun soll.