Organspende: Schweineherzen?

Vorhin hörte ich beiläufig auf dem Infosender „B5 aktuell“ eine Diskussion zum Thema Organspende. Es war die Frage, ob man Menschen denn Schweineherzen implantieren dürfe, sofern dies ginge, aus ethischer Sicht.

Bisher ist die Forschung nicht soweit, dass dies funktionieren würde, es könnte aber einmal der Fall des Falles eintreten.

Die Frage stellt sich beispielsweise in Deutschland nur, weil es zu wenig Spenderorgane gibt. Viele Menschen, die ein Spenderorgan bräuchten, warten jahrelang darauf oder sterben, bevor eines frei wird.

Dem soll in Deutschland ja mit der sogenannten Widerspruchslösung begegnet werden, nach welcher jeder Bürger erst einmal apriori Organspender ist, es sei denn, er widerspricht zu Lebzeiten. Dass diese Regelung ethisch durchaus prekär ist, hatte ich ja an einigen Stellen schon diskutiert.

Besser wäre eine Entscheidungslösung, bei der beispielsweise dann, wenn man seinen Personalausweis vom Amt abholt, angekreuzt wird, ob man Organspender sein möchte oder nicht. Dies würde wohl mehr dem Gedanken der Menschenwürde entsprechen, weil der Mensch hier aktiv gefragt wird und aktiv entscheidet.

In Bezug auf die Frage, ob man denn Forschung in die Richtung betreiben dürfe, dass man Menschen, die ein Spenderorgan benötigen, irgendwann Schweineherzen implantieren kann, hat sich der Deutsche Ethikrat wohl nicht prinzipiell dagegen positioniert, allerdings viele „Wenn“ und „Aber“ eingebaut.

Wichtig ist bei der Frage, auch wenn Tierschützer das sicher anders sehen würden, nicht so sehr das Schwein, welches ja schnell mal als Schnitzel auf dem Tisch landet, sondern eher die Überlegung, ob ein Mensch, der ein Schweineherz implantiert bekommen hat, damit dann auch ähnlich lang und mit einer gewissen Lebensqualität leben könnte wie mit einem menschlichen Spenderherz.

Allerdings ist diese Frage bei einigen Menschen, die ein Spenderorgan brauchen, fast schon obsolet, denn auch eine nicht allzu lange Lebensverlängerung durch ein Schweineherz bedeutet immerhin eine Lebensverlängerung, die ohne Implantation oft nicht gegeben ist.

Auch in Deutschland müsse man sich über dieses Thema hinaus mit der Frage beschäftigen, ob und inwiefern Gentechnik im pränatalen Bereich Anwendung finden kann. Angenommen, man könnte Menschen genetisch so verändern, dass sie beispielsweise kein HIV mehr bekommen könnten, würde man dann darauf beharren, auf diese Veränderung zu verzichten, aus ethischen Gründen, oder würde man sagen, ja, diese Änderung nimmt man gerne in Kauf, weil sie Leid und Krankheit beseitigt?

 

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