Heute kommt der Nikolaus. Wer war er eigentlich?

Eigentlich heißt er Nikolaus von Myra und wurde zwischen 270 und 286 in Patara, der heutigen Türkei, geboren. Damals sprach man dort allerdings griechisch. Für die Ostkirchen und die lateinische Kirche ist er einer der bekanntesten Heiligen.

Mit 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht und später zum Abt eines Klosters in der Nähe von Myra.

Er soll viele Wohltaten getan haben, beispielsweise habe er eingegriffen, als ein völlig verarmter Vater allen Ernstes vorhatte, seine Töchter in die Prostitution zu schicken, weil ihm die Mitgift für eine Verheiratung der Töchter fehlte. Nikolaus habe den Jungfrauen nachts jeweils einen großen Klumpen Gold durchs Fenster geworfen. Der wahre Teil an dieser Legende könnte sein, dass Nikolaus von Myra den jungen Frauen geholfen hat, wahrscheinlich finanziell.

Weiteren Legenden zufolge soll er Menschen, die in Seenot geraten waren, durch die Stillung eines Sturms gerettet haben. An dieser Stelle soll wohl legendenhaft seine Bedeutung metaphorisch dargestellt werden.

Während einer großen Hungersnot habe er von Seeleuten, deren Schiff gerade im Hafen lag, einen Teil des geladenen Kornes erbeten, um den Hunger der Bevölkerung zu lindern.

Es gibt noch eine ganze Menge weiterer Legenden, die im Kern darauf abzielen, dass er ein sehr wohltätiger und uneigennütziger Mensch war.

Der Brauch, Kindern in der Nacht auf den 6. Dezember etwas in die Schuhe zu legen, z.b. etwas Süßes, geht auf die Legende von den drei jungen Frauen zurück, denen Nikolaus nachts das Gold gab und sie somit vor dem ihnen bevorstehenden Schicksal rettete.

Auch heute noch freuen sich Kinder, wenn sie am Morgen des Nikolaustages etwas Süßes in den Schuhen finden. Glücklicherweise muss man sie in aller Regel, zumindest in unseren Breiten und sofern die Eltern nicht irgendwie völlig verrückt sind, nicht mehr vor derlei schrecklichen Dingen retten, sondern höchstens vor Karies.