Ein kleiner russischer Auftragsmord unter Freunden?

Berlin weist zwei russische Diplomaten aus, der Bundesstaatsanwalt hat die Ermittlungen an sich gezogen.

Hintergrund ist die Ermordung eines Georgiers in Berlin vor etwa 3 Monaten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die russische Regierung oder der russische Geheimdienst dahinter stecken könnte.

In diesem Fall wäre der Mord allerdings nicht wie bei Herrn Skripal, der in London vor gar nicht allzu langer Zeit durch das Nervengift Novichok auf gar ungeklärte Weise zu Tode kam, vonstatten gegangen, sondern ganz konventionell durch ein paar Kugeln. Good old school eben. Selber schuld, wer sich von hinten in einem dunklen Park einfach so in den Rücken schießen lässt. War doch nicht persönlich gemeint. Watch your back!

Hörte man von der Bundesregierung in Bezug auf die NSA-Abhöraffäre vor einigen Jahren noch Sätze wie: „Abhören unter Freunden, das geht ja gar nicht“ , fragt man sich nun, ob der folgende Satz nicht aktualisiert so lauten müsste:

Morden unter Freunden, das geht ja gar nicht.

Noch eine Frage zum Schluss: sind die Russen eigentlich Freunde? Oder Brüder? Der Unterschied zwischen Brüdern und Freunden ist nämlich der, dass man sich Brüder nicht aussuchen kann, Freunde schon.