Amoris laetitia. Wie die richtige Übersetzung lautet

Mit „amoris laetitia“ ist ein postsynodales Schreiben von Papst Franziskus aus dem Jahr 2016 gemeint.

Inhaltlich geht es um den Stellenwert, den Liebe, Ehe und Partnerschaft haben sollen, aus katholischer Sicht.

Oft werden diese beiden lateinischen Worte, „amoris laetitia“ , als „Freude der Liebe“ wiedergegeben, so auch in der aktuellen Printausgabe der ZEIT, die morgen am Kiosk erscheint, und zwar sogar auf der Titelseite. Übersetzt wird der Genitiv hier also als ein Genitivus subiectivus: Die Liebe ist es dieser Übersetzung nach, die sich freut. Die Liebe hüpft herum, jubiliert und ist einfach gut drauf.

Nun bin ich nicht so drin in den Gedankengängen des Vatikans und in den katholischen Ansichten, aber ich frage mich, ob man die beiden lateinischen Worte nicht korrekterweise als Genitivus objektivus übersetzen müsste, wobei die Liebe zum Objekt der Freude werden würde. Das würde doch inhaltlich mehr Sinn ergeben, meiner Meinung nach zumindest. „Amoris Laetitia“ würde dann heißen: „Freude an der Liebe“ . Und darum geht es in diesem Schreiben von Papst Franziskus doch eigentlich, dass die Liebe auch aus katholischer Sicht endlich einen angemessenen Stellenwert bekommt, oder?

Und last but not least könnte laetitia natürlich auch im Ablativ stehen. Es könnte sich z.b. um einem Ablativ des Grundes, einen Ablativus causae, handeln. Es würde dann heißen: wegen der Freude über die Liebe. Oder: aufgrund der Freude an der Liebe.

Wer Latein kann, sieht mehr.

 

2 Thoughts

  1. Amoris laetitia

    „Laetitia war in der römischen Mythologie die Personifikation der „grundlosen Freude“. (Internet)

    Theolounge: „Wer Latein kann, sieht mehr.“

    Aber nur an der Oberfläche.

    Meine Lateinkenntnisse sind bescheiden, doch können wir uns den beiden Begriffen auch so nähern: Es geht um Liebe & Freude.

    Wer es gewohnt ist, in die Stille zu gehen, in seine Mitte, sei es im Gebet oder in der Meditation, wird sie wohl kennen, die „grundlose Freude“. Sie wartet direkt unter der Oberfläche und ist verwandt mit der „grundlosen Liebe“.

    Dem, der sie kennt, wird es nicht wichtig erscheinen, ob es sich hier um den Genitiv, den Dativ, oder sonst eine Deklination handelt.

    Es gibt einen Ausspruch von William Shakespeare,
    der lautet: „Wo man Liebe sät, wächst Freude empor.“

    Das ist wahr. Der Mann weiß wovon er spricht.
    Man kann den Satz auch umdrehen. Dann ist er immer noch wahr:

    Wo man Freude sät,
    wächst Liebe empor.

    Mit der Freude zu beginnen, ist oft sehr viel einfacher.
    Wir alle kennen den 2000 Jahre alten Imperativ:
    „Freut euch! Und noch einmal sage ich: Freut euch!“

    Über die (grundlose) Freude 🌿
    landen wir übergangslos in der Liebe.

    Einen freudigen Tag
    …wünscht Nirmalo

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