Menschen, die ungelesene Links teilen

Ja, ich gestehe es. Ich habe das auch schon mal gemacht. Und nicht nur einmal.

Früher zumindest. Irgendwo in einem Netzwerk eine knackige Überschrift gelesen und sie dann geteilt. Oder, noch viel schlimmer, den Link mit irgendeinem Messenger an irgendjemanden geschickt, von dem ich dachte, das könnte ihn interessieren. Vielleicht. Eventuell. Möglicherweise.

Umgekehrt sieht die Sache natürlich etwas anders aus. Man bekommt einen Link zugeschickt und hat aber gerade keine Lust oder Zeit, diesen Artikel zu lesen. Man fragt den anderen Menschen, ob er einem denn nicht schnell einmal eine kurze Zusammenfassung des Artikels geben könne, weil man ihn jetzt selber gerade nicht lesen wolle. Dieser sagt, nein, leider nicht, er habe den Artikel gar nicht gelesen. Man fragt sich dann schon, warum man selber dann diesen Artikel, der ja nicht sonderlich interessant zu sein scheint, denn eigentlich überhaupt lesen sollte.

Nein, wenn ich Artikel an irgendwelche Freunde verschicke, dann mache ich das tendenziell nur noch recht selten. Es wirkt irgendwie so belehrend. Und Leute werden ja nicht so gerne belehrt, obwohl sie von mir ja so unglaublich viel lernen könnten. 🤪 Aber was wissen die schon. Und wenn ich es aber doch tue, einen Artikel weiterzuschicken, dann nur, weil ich ihn wirklich gut finde und ihn natürlich, um das beurteilen zu können, zuvor auch gelesen habe.

Oh, da habe ich gerade einen tollen Link gesehen. Die Überschrift klingt ganz fantastisch. Wollen Sie ihn haben?

5 Gedanken zu “Menschen, die ungelesene Links teilen

  1. Theolounge: „Es wirkt irgendwie so belehrend … obwohl sie von mir ja so unglaublich viel lernen könnten. 🤪“

    Da ist kein Problem.
    Vorausgesetzt, du hast etwas tatsächlich Bereicherndes oder Erhebendes anzubieten. – Sonst ist es nur albern.

    Hier berühren wir die Thematik: Geistige Reife.

    Ein Lehrer unterscheidet sich von den Schülern nicht nur über einen Vorsprung an Wissen, sondern weil er nicht ständig auf gleicher Höhe mit ihnen rumalbert.

    In Sachen Reife behält er einen
    gewissen… Höhen-Abstand bei.

    „Lehrer“, die dazu nicht imstande sind (siehe Übergriffe), gehören schnellstens aus diesem Dienst entfernt.

    Die Reife des Lehrers zeigt sich gerade im Bewußtsein der V e r a n t w o r t u n g bezüglich all dessen, was er innerhalb seiner Funktion sagt, schreibt und sonstwie tut. Das gilt selbstverständlich nicht nur für den Schul-Lehrer, sondern in gleicher Weise auch für alle irgendwie lehrend Tätigen, also auch für die Geistlichen, die Priester, die Pastoren und auch für die Blog-Betreiber.

    Die heute in den Medien übermittelten Worte des Papstes zum Beispiel kommen von einer hohen Ebene der Reife… im Gestus des Lehrers.

    SonntagsGrüße
    von Nirmalo

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