Warum wir Menschen überhaupt Interesse daran haben, etwas zu tun

Vor kurzem schrieb ich einen langen Artikel. Gestört hatte mich an anderer Stelle die Behauptung, dass Menschen eigentlich immer nur deswegen handeln würden, um sich selber besser zu fühlen. Dieses Prinzip stehe angeblich hinter allen Handlungsimpulsen.

 

Hier kurz und knapp eine Gegenthese.

Es gibt auch Menschen, die aus Dankbarkeit handeln. Altruistisch. Menschen, die ein gutes Leben hatten und haben. Und die anderen Menschen etwas zurückgeben wollen. Klar, sie fühlen sich dadurch vielleicht dann auch besser, wenn sie anderen etwas ermöglichen können, was sie selber hatten. Aber das ist sekundär. Primär ist der Wunsch, dass es anderen gut geht. So gut, wie einem selber. Dass es anderen auch gut geht, weil es einem selber gut geht.

Sie handeln also nicht, um sich selbst besser zu fühlen. Sie handeln, weil sie sich gut fühlen.

Abschließend wage ich die Behauptung, dass es im Grunde drei Motive gibt, die die Menschen zu Handlungen motivieren können.

1. Egoismus. Der Wunsch, sich selbst besser zu fühlen.

Was beispielsweise nach außen als altruistisch erscheint, kann innerlich vielleicht egoistisch motiviert sein.

2. Dankbarkeit. Man erwartet also nicht, dass man sich durch eine Handlung für andere besser fühlt, weil man sich bereits gut fühlt.

Das Handeln entspricht einem echten Altruismus, der nicht das versteckte egoistische Ziel hat, letztlich nur sich selbst besser zu fühlen.

3. Verstandesmäßige Gründe und Pflichtgefühl. Man hat eine Sache als richtig erkannt und bejaht das Prinzip, das dahinter steht. Volitativ handelt man also nach diesem Prinzip. Vielleicht geht es einem dabei auch besser, vielleicht schlechter, egal. Das Prinzip steht im Vordergrund und ist alleine handlungsleitend.

Man setzt sich beispielsweise für die Menschenrechte ein, auch, wenn einem das selbst vielleicht Nachteile bringen würde, weil man vielleicht davon profitiert, dass de facto nicht jeder Mensch die gleichen Rechte hat. Man profitiert z.b. von der schlecht bezahlten und ausbeuterischen Arbeit in Billiglohnländern.