Die #Gurkentruppe. Und was sie mit mir macht

Wahrscheinlich ist es mein Fehler, dass ich die Predigt nicht gehört habe. Die Predigt, die so toll ist, diejenige von Sandra Bils, auf dem evangelischen Kirchentag.

Irgendwie scheint dort dabei der Begriff Gurkentruppe gefallen zu sein. Eine Truppe von Gurken also. Wir seien irgendwie eine Truppe von Gurken. Gurkentruppe hier, Gurkentruppe da, Hashtag Gurkentruppe. Man liest es immer wieder. Es mag ja wirklich eine mitreißende und tolle und einzigartige Predigt mit großen Visionen gewesen sein, denn so klingt es immer, wenn irgendjemand das Wort Gurkentruppe in den Mund nimmt. Und sei es auch nur der virtuelle Mund eines Menschen, der auf Twitter schreibt oder auf seinem Blog oder auf Facebook.

Und nun habe ich es auch in den Mund genommen, dieses Wort. Da ich es aber ohne den Zusammenhang lese, kommen mir in Bezug auf Menschen, die „Gurkentruppe“ verwenden, immer solch vermutlich unpassende Assoziationen wie Birkenstock-Sandalen, angehängte Gitarre an einem südamerikanisch gebatikten Gurt, Stola, alternativer Bart, und lange Haare bei Männern, die mit Birkenstock-Sandalen und Gitarre und Stola und alternativem Bart herumlaufen und milde lächelnd christliche Lieder auf der Gitarre spielen. Vielleicht in Würselen.

Ich weiß, irgendwann sollte ich mir diese Predigt auch mal anhören, dann werde ich auch zu denen gehören, die immer von der „Gurkentruppe“ schwärmerisch ins Träumen geraten. Noch sehe ich wie durch einen Spiegel, doch dann werde ich die Gurkentruppe von Angesicht zu Angesicht sehen. Bis dahin finde ich den Begriff der „Gurkentruppe“ bestenfalls etwas nichtssagend, schlechtestenfalls nicht ganz optimal gewählt.