Die junge Kassiererin mit dem Kopftuch

Vorhin war ich einkaufen. Die Kassiererin war dabei, einer jüngeren Kollegin, die offenbar ganz neu war, zu erklären, wie alles abläuft und wie sie alles machen muss.

Die neue Kollegin war eine junge Frau, vielleicht 17 Jahre alt, vielleicht 19, und sie trug ein Kopftuch, so, dass man auch wirklich kein Haar sehen konnte.

Sie wirkte etwas schüchtern, aber sie wirkte freundlich und nett. Blickkontakt wollte sie erstmal nicht, sie wirkte etwas scheu. Ich fragte mich in Gedanken, warum es Menschen gibt, die ein Problem damit haben, wenn jemand ein Kopftuch trägt. Ich dachte mir, man muss doch immer schauen, wie der jeweilige so Mensch ist, der es trägt. Und diese junge Frau wirkte sympathisch, wenn auch etwas zurückhaltend. Ich dachte mir, dass sie wahrscheinlich eine recht fromme junge Frau ist. Auch im christlichen Bereich gibt es solche. Sie kommen dann vielleicht aus einem pietistischen Umfeld, sie wären für mein persönliches Empfinden vielleicht viel zu fromm, aber sie meinen es allen Leuten gut, sie möchten sich anständig verhalten, sie möchten ein anständiges Leben führen. Man mag das selber für sich selbst vielleicht übertrieben halten, aber sie haben die höchsten ethischen Ziele, die sie ansteuern. Eigentlich durchaus bewundernswert.

Ich zahlte und verabschiedete mich von der Kassiererin. Dann kam es doch zu einem kurzem Blickkontakt mit der jungen und nun nicht mehr so scheuen Kollegin, ich sagte auch auf Wiedersehen und sie erwiderte den Abschiedsgruß.

Als ich gerade gehen wollte, fiel einem Kollegen eine hohe Reihe von Einkaufskörben um. Zack, alles über den Boden verteilt. Die junge Frau mit dem Kopftuch war die Erste, die ihm wie selbstverständlich sofort zu Hilfe kam.

 

5 Thoughts

  1. Die Deutschen haben nicht mehr den Mut zu zeigen, dass sie Christen sind. Sind es wohl meistens auch nur auf dem Papier.
    Diese junge Dame dagegen ist mutig und steht zu ihrem Glauben. Respekt!

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  2. In meiner Nachbarschaft hatte ich eine christliche deutsche Familie, deren weibliche Familienmitglieder immer ein Kopftuch trugen. Das Kopftuch ist kein Zeichen einer bestimmten Religion.

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  3. „Ich fragte mich in Gedanken, warum es Menschen gibt, die ein Problem damit haben, wenn jemand ein Kopftuch trägt.“… Eine gute Frage.
    Anstatt zu fragen, warum der andere etwas tut, sollten wir uns selbst immer zuerst fragen, warum es mich stört / mir besonders auffällt / mich ggfls. beleidigt etc. Es ist die Projektion unserer Gedanken, die auf die anderen fallen, nicht aber der Andere selbst.
    Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag.
    Herzliche Grüße
    Serap

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