Das russische Internet

Gerade wurde in Russland ein Gesetz verabschiedet, nach dem künftig die Regierung alle wichtigen Knotenpunkte des Internets in Russland kontrollieren darf und wird. Ein eigenes russisches soll aufgebaut werden.

Angeblich wolle man damit unabhängiger werden vom Ausland, man habe nämlich Sorge, die USA beispielsweise könnten Russland das Internet abschalten.

Unsinn, sagen Leute, die sich mit dem Thema auskennen. Es dürfte vielmehr darum gehen, die staatliche Kontrolle über die Inhalte im Internet gewisse unliebsame Inhalte entweder von vornherein ganz auszublenden, oder Leute, die diese Inhalte hervorbringen, strafrechtlich zu verfolgen. Die Vorratsdatenspeicherung in Russland wird zudem massiv ausgebaut.

Und ja, aus Sicht „lupenreiner Demokraten“ hätte das durchaus einen gewissen Charme, zumal es ja auch wunderbar in China oder Nordkorea beispielsweise funktioniert.

In westlichen Demokratien darf man glücklicherweise weiterhin im Internet schreiben, was man möchte, sofern man nicht gegen geltendes Recht verstößt. Einschränkung ist hier vielleicht einzig Facebook, eine Welt innerhalb der Internetwelt, die mitunter recht undurchsichtige Regeln aufstellt, wer was schreiben darf und nicht. Insofern, vielleicht ein bisschen russisch, dieses Facebook. Ach ja, hatte dieses Netzwerk nicht auch massiv dazu beigetragen, dass Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt wurde? Nur mal so eine Frage.

Aber in der restlichen westlichen Welt ist man zum Glück nach wie vor frei in seiner Meinungsäußerung.