Jakob und Esau. Ein moderner Erbschaftsstreit.

Im Alten Testament in der Bibel wird von den beiden Söhnen des Isaak berichtet. Auf heutige Zeit übertragen könnte die Geschichte wie folgt lauten.

Esau ist gerade auf der Jagd, irgendwo in der Wüste. Seit zwei Tagen hat er schon nichts getrunken. Da kommt er plötzlich an einen Kiosk, der mitten in der Wüste aufgebaut ist, und siehe da, es ist sein Bruder Jakob, der da hinter dem Tresen des Kiosks steht.

Esau hat natürlich Durst ohne Ende, und Jakob bietet ihm einen ganzen Kasten Sprudel an. Für 1.000.000 Euro.

Das findet Esau schon ein bisschen teuer, sagt aber schließlich ja. Schließlich hat er Durst. Nur der Preis ärgert ihn ein wenig. Er ärgert ihn umso mehr, je mehr der Durst nachlässt.

Später wird Jakob vor Esau fliehen müssen, weil er Esau über den Tisch gezogen hatte.

Im Alten Testament geht es nicht um einen Kasten Sprudel und 1.000.000 EUR, sondern um das Erstgeburtsrecht, also um das Recht, wer das Erbe des Vaters Isaak bekommen wird. Esau verkauft sein alleiniges Erbrecht, das ihm als Erstgeborenem zusteht, für eine Linsensuppe. Weil er mächtig Hunger hat.

Der Mensch ist eben manchmal recht affektgeleitet und keineswegs so überlegt und logisch, wie beispielsweise ein Vulkanier in Star Trek.

Mithilfe seiner Mutter Rebecca, dessen Lieblingskind Jakob ist, wird er schließlich den betrügerischen Deal gegenüber seinem Vater Isaak besiegeln. Er ist der alleinige Erbe. Daraufhin muss er fliehen. Er flieht zu seinem Onkel, dem Bruder seiner Mutter Rebecca.

Doch dieser wird den Betrüger ebenfalls betrügen. Jakob möchte nämlich dessen ältere Tochter Rahel zur Frau haben und verpflichtet sich zu diesem Zweck, dem Onkel Laban für 7 Jahre zu dienen. Dieser gibt ihm danach jedoch nicht wie vereinbart Rahel, sondern die ältere Tochter Lea zur Frau. Der Betrüger Jakob ist also betrogen. Er muss noch einmal weitere sieben Jahre bei Laban arbeiten, dann erhält er schließlich auch seine geliebte Rahel.

Ganz am Schluss wird er sich mit seinem von ihm betrogenen Bruder Esau aussöhnen und sie werden einvernehmlich ausmachen, wer künftig welches Weideland für seine Tiere haben darf. Der Erbschaftsstreit wird gütlich beigelegt.

Ein langer Weg bis zur Versöhnung. Zwischenzeitlich hatte Jakob noch am Fluss Jabbok mit einem göttlichen Wesen gekämpft, mit Gott höchstpersönlich nämlich. Dieser hatte ihm schließlich seinen Segen zuteil werden lassen. Segen bedeutet im biblischen Sinne, dass Gott auf einen sieht und ihn beschützt und ihm und seiner Familie Reichtum und ein langes Leben schenkt. Jakob, der ehemalige Betrüger, hat Reue gezeigt und wird von Gott wieder angenommen.