Die Klimabewegung ist in Gefahr: durch Extinction Rebellion.

Medienheilige sind nicht für immer heilig.

Greta Thunberg ist aktuell in den Medien-Olymp aufgestiegen und eine Göttin des Klimaschutzes, aber dort dürfte sie auf Dauer nicht bleiben. Denn eine andere Gruppe sägt bereits an ihrem Ast, auf dem sie sitzt.

Die neue Aktivistengruppe Extinction Rebellion dürfte mit ihren radikalen Grenzüberschreitungen dafür sorgen, dass die Klimabewegung nach und nach diskreditiert wird. Bisher war es ein verhältnismäßig kleiner Tabubruch, freitags ein bisschen Schule zu schwänzen. Aber der Deutsche mag es nicht, wenn seine Autostraßen besetzt werden, wie Extinction Rebellion das macht. Das wird den Zuspruch der fridays for future Bewegungen vermutlich reduzieren, weil beide Gruppen miteinander in Verbindung gebracht werden, auch, wenn sie originär nichts miteinander zu tun haben.

Was schade wäre, weil das Klima eigentlich nicht auf uns wartet. Und weil die fridays for future Demonstrationen politisch einiges bewirken konnten. Dies dürfte nun aber auf dem Spiel stehen, wenn der Klimaaktivismus zu radikal wird. Denn dann steigen viele bürgerliche Deutsche aus ihrer innerlich unterstützenden Haltung aus und sehen die Klimabewegung nach und nach immer mehr als anarchistische Rebellion, was sie eigentlich nicht ist. Aber die Grenzen werden verschwimmen und medial wird ein anarchistisches Gefühl bleiben, gegen das ein gesamtgesellschaftliches Ressentiment entstehen dürfte.

Die Radikalität der Extinction-Rebellion-Bewegung könnte somit genau das Gegenteil bewirken von dem, was sie ansteuert, nämlich die Klimabewegung schwächen und stoppen.

Wie gesagt, dem Klima ist das egal. In ein paar Millionen Jahren hat sich die Welt wieder erholt. Nur die Menschen sind dann eben nicht mehr da.

Zu radikal ist in Deutschland nicht en vogue. Zumindest nicht klimapolitisch.