Der Schlüssel

Ein bisschen unklar ist es schon, wem denn dieser Schlüssel an dieser Kette gehört. Kürzlich bin ich daran vorbeigekommen, habe beides dann aber wieder zurück gelegt. Vielleicht findet sich ja noch der Eigentümer.

Petrus dürfte der Schlüssel nicht gehören, denn sonst wäre der Himmel ja vermutlich zeitweise verschlossen oder offen. Wem aber um Himmels Willen kann er dann gehören?

Wo wir gerade schon beim Thema sind, auf Petrus bezieht sich übrigens die Sukzession der Päpste im Vatikan. Der Apostel Petrus wird gewissermaßen als der erste Papst betrachtet, nach katholischer Lesart zumindest. Und ja, der Schlüssel ist sicherlich eine Metapher für die Macht, die Petrus da im Matthäus-Evangelium zugesprochen wird.

Ein wenig anders sieht es in der evangelischen Kirche aus, zumindest in lutherischer Tradition. Martin Luther sprach vom Priestertum aller Gläubigen, was soviel bedeutet, dass evangelische Christen unmittelbar zu Gott Kontakt aufnehmen können und evangelischer Pfarrer nicht einen besonderen Weihestand voraushaben, den gewöhnliche Christen nicht hätten. Denn nach Martin Luther sind alle Christen durch die Taufe zu Priestern geweiht.

Matthäus 16,18f:

„Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.“