Was ist eigentlich Wirtschaftswachstum?

Der Begriff ist ja ziemlich abstrakt. Hier mal ein Beispiel.

Ich gehe zum Friseur und nehme dazu das Auto. Das Auto parke ich und zahle dafür einen Parkschein. Zwischendrin gehe ich noch in einen Dönerladen und esse etwas. Inwiefern ist das nun Wirtschaftswachstum?

Nun, ich habe vielleicht 15 € für eine Herrenfrisur gezahlt, nicht viel. Dann vielleicht noch 1 € Trinkgeld gegeben. Mein Kopf ist jetzt also 15 € mehr wert, auch, wenn er weniger Haare hat. Jemand anders hat nun meine ehemaligen 15 €, die er ausgeben kann, und noch 1 €, für die er sich den Teil eines Bieres kaufen kann.

Die Stadt hat Geld erhalten von meinem Parkschein, den sie prozentual gesehen in Gehälter ihrer Angestellten oder beispielsweise in die Sanierung von Straßen und so weiter stecken kann. Der Dönerladen hat einen Döner verkauft, Der Besitzer des Ladens kann Gehälter zahlen, die Empfänger dieser Gehälter können sich etwas kaufen, beispielsweise auch mit dem Auto zum Friseur fahren.

Insgesamt haben viele Leute etwas dazugewonnen. Ich habe einen höherwertigen Kopf bekommen, weil ich 15 € für eine Frisur gezahlt habe. Die Stadt hat etwas gewonnen. Mein Auto muss nun schneller zur Wartung, weil wieder ein paar Kilometer mehr darauf sind, die Werkstatt wird also Gewinn machen. Der Dönerladen hat etwas gewonnen, der Friseur hat etwas gewonnen. Die Schere des Friseurs ist ein bisschen abgenutzt worden und muss irgendwann einmal nach weiteren 10.000 Kunden ersetzt werden, irgendein Verkäufer wird in ferner Zukunft also eine Schere verkaufen, und so weiter.

Das heißt, es wurde vieles unternommen, was den Wert verschiedener Dinge erhöht oder verändert hat. Und es kam Geld in Umlauf, das weiterhin dann wieder in Umlauf gebracht werden kann. Das nennt man Wirtschaftswachstum. Wirtschaftswachstum heißt, dass die Dinge nicht in Ruhe bleiben, sondern Geld immer wieder investiert wird. Dadurch erhöht sich der theoretische Wert von Dingen. Die Wirtschaft wächst.

7 Comments

  1. Leider verstehen das viele in den „aussterbenden“ Kleinstädten nicht und bestellen wie die Irren bei Onlineshops Waren wie Bücher, Tierfutter, Schlüpper, Socken, Steckdosen und und und… Und sorgen noch zusätzlich dafür, dass Orte der Begegnung wie Vereine immer weniger Mitglieder haben und gemütliche Kneipen

  2. In der Rechnung fehlt, wo du das Geld für den Friseur, die Parkgebühr und den Döner her hast. Du bist für deinen Kopf, der nur äußerlich mehr wert ist, ganz schön geschröpft worden. Deine persönliche Wirtschaft ist nicht gewachsen. Was hat dir der Kopf wirtschaftlich gebracht?

  3. Naja, zumindest Kneipen kann man ja glücklicherweise nicht online bestellen. Sondern kann sie noch ganz wie in der guten alten Zeit, sofern es die denn jemals gab, selbst besuchen.

  4. Aber in Bezug auf Konsumgüter, die man bei großen Versandhändlern bestellt, mag das durchaus stimmen. Dadurch haben es die vor Ort ansässigen kleinen Geschäfte natürlich ziemlich schwer.

Kommentar verfassen...(Kommentare, die Links enthalten, müssen auf Freischaltung warten)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.