Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer. Wie das aufhören könnte.

Jeder 47. Migrant, der auf seiner Flucht über das Mittelmeer kommt, ertrinkt im Durchschnitt.

Italiens Innenminister, Matteo Salvini, polemisiert gegen Schiffbrüchige, wenn sie zugleich Flüchtlinge sind, und versucht, sie als nationale Bedrohung darzustellen. Die östlichen EU-Länder wie Ungarn und Polen möchten am liebsten überhaupt keine Flüchtlinge aufnehmen. Und auch in der EU ist man sich nach wie vor uneins, wie man denn Flüchtlinge, die noch Europa kommen, innerhalb der EU verteilen soll. Sie werden herumgereicht wie heiße Kartoffeln.

So what? Einfach weiter zusehen, wie Menschen sterben und die Sache aussitzen? Das ist keine menschenwürdige Option.

Ich hatte einmal die Idee, dass man notfalls gewaltige schwimmende Inseln in internationalen Gewässern installieren könnte, auf denen zumindest diejenigen Flüchtlinge, die keine Lust mehr haben, in libyschen Flüchtlingslagern vergewaltigt, ermordet und gefoltert zu werden, eine sichere Zuflucht hätten.

Oder aber die EU, die ja eine durchaus finanzstarke Wirtschaftsmacht ist, nimmt mal ein bisschen Geld in die Hand, macht einen politischen Deal mit einem afrikanischen Staat und baut dort in eigener Regie ein Flüchtlingslager im großen Stil auf, das gut gesichert ist vor feindlichen Übergriffen, in dem es sich sicher leben lässt, in dem man eine Arbeit bekommen kann und um das herum sich beispielsweise Handwerk, Dienstleistung und Industrie ansiedeln und in dem man auch Bildung für die nachwachsende Generation vermittelt.

Als weiteres könnte man dann den Gedanken des Türkeideals darauf übertragen, dass also Migranten, die illegal in die EU kämen, dort zwar an Land gehen dürften, ohne ein solches Trara, wie Herr Salvini es gerade vom Zaun gebrochen hatte, dann aber in ein derartiges Lager gebracht würden, wo sie gut versorgt werden, wo ihre Sicherheit und Integrität gewährleistet wird, und zwar von der EU selbst, wo die Kinder Bildung bekommen, wo die Erwachsen Weiterbildung bekommen und wo man einen Asylantrag stellen kann.

Mit einem solchen Auffanglager für Flüchtlinge, das hohen EU-Standards entsprechen würde und müsste, kämen vermutlich keine Flüchtlinge mehr übers Meer, weil sie damit rechnen müssten, bis zur Bewilligung eines Asylantrags in dieses Lager gebracht zu werden.

Das Lager müsste dann so beschaffen sein, dass es eher einer Stadt gleicht, als einem Lager, dass es dort also lebenswert ist. Und ja, es könnte sein, dass dieses Land, in dem sich dieses Lager befände und in dem es aufgebaut werden würde, dann wirtschaftlich auf Dauer sogar ziemlich davon profitieren könnte. Und vielleicht sogar auch die Flüchtlinge, die zwar vermutlich nicht alle einen europäischen Asylantrag bewilligt bekämen, dann aber entweder in ihre Heimat zurückkehren würden, oder, wenn die Fluchtursachen nach wie vor bestehen würden, sich dann in dieser Stadt eine neue Existenz aufbauen könnten.

Afrika ist so groß, Afrika ist so riesig, der Platz müsste doch da sein. Und die EU ist dermaßen finanzstark, das Geld müsste doch da sein.

Dann bräuchte es nur noch den guten Willen und niemand müsste mehr im Mittelmeer ertrinken. Also los, liebe Politiker !

4 Comments

  1. Kriegsflüchtlinge brauchen keinen Asylantrag zu stellen.
    Nach der Genfer Konvention müssen sie aufgenommen/beherbergt werden.

    Zukunftsfantasie: was, wenn viele Europäer*innen demnächst wegen der zunehmenden Naturkatastrophen flüchten / müssen … wer mag/kann sich das vorstellen/ausmalen???

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