Frühstück und Flüchtlinge

Wenn man am letzten Urlaubstag irgendwo in einer netten Pension auf der Terrasse sitzt und bei angenehmen und sommerlichen Temperaturen genüsslich sein Frühstück zu sich nimmt, denkt man sich, dass das beispielsweise Flüchtlinge nicht in der gleichen Weise tun können.

Diese sitzen vielleicht in einer Flüchtlingsunterkunft oder einer ähnlich unkomfortablen Behausung und haben außer dem wenigen Hab und Gut, das sie auf ihrer Flucht mitnehmen konnten, alles verloren, was ihr Leben ausmachte. Haus, Hof, Wohnung, Freunde, Verwandte. Eben waren sie noch Bauern, Hofbesitzer, Händler, Ärzte, Ingenieure. Nun sitzen sie, ihres ganzen Lebens und allem, was ihr Leben ausmachte, beraubt, also in irgendeiner Flüchtlingsunterkunft und nehmen ihr karges Frühstück zu sich. Und selbst das wird ihnen von manchen Menschen in Deutschland noch missgönnt. Und nicht nur von Menschen in Deutschland.

Wer oder was aber sind Flüchtlinge?

Flüchtlinge sind Menschen, die eben auch noch auf einer Terrasse saßen und ihr Frühstück genossen in ihrem Heimatland, bevor sie überrollt wurden von Krieg, Armut, Gefahr, Gewalt.

Denken wir daran, dass man im Leben Dinge schnell einmal von der anderen Seite erleben muss. Das gilt übrigens auch für uns.