An der EU-Außengrenze

Dieser kurze Artikel ist für all diejenigen, die die EU irgendwie verachten und gerne wieder nationale Grenzen hochziehen würden.

Wir kommen gerade aus der Ukraine. An der EU-Außengrenze nach Ungarn muss man ein wenig Zeit mitbringen.

Diesmal waren es drei Stunden. Gegen 19 Uhr waren wir da und nach etwa 20 Minuten hatte die ukrainische Seite uns passieren lassen. Den Rest der Zeit standen wir in einem langen Autokorso im Niemandsland vor der ungarischen Grenze mit Zöllner und Grenzbeamten, die nicht unbedingt von großer Geschäftigkeit angetrieben waren.

Da es nicht ganz kühl war und wir andererseits den Motor zum Aufrechterhalten der Klimaanlage nicht über zweieinhalb Stunden laufen lassen wollten, saßen wir da bei offenen Fenstern und es ging im Schritttempo ab und zu mal ein Stückchen weiter. Begrüßt wurden wir immer mal wieder von ein paar ungarischen oder ukrainischen Mücken, die in einer gewissen Kooperationsbereitschaft aber auch das Auto sofort wieder verließen, wenn man sie nach draußen scheuchte. Insofern waren sie fast ein wenig kooperativer als der Zoll und die Grenze, die doch all die Autos Stunde um Stunde warten ließen.

Eine Frau mit einem neugeborenen Kind beispielsweise packte irgendwann den Kinderwagen aus und ging zwischen den Autos mit ihrem Baby auf und ab, damit es in den Schlaf kam.

Was auch etwas verwunderlich war, war die eine Spur, die einfach nicht geöffnet war an der Grenze, obwohl die Autoschlangen sehr lang waren. Gab es keine Beamten? Aber eigentlich müssten die Grenzbehörden doch eine gewisse Erfahrung in Bezug auf den Bedarf am Grenzbeamten haben, würde man denken.

Nun, man muss nicht alles verstehen. Ich freue mich meinerseits auf die ungarische Salami und darüber, die immerhin freundlichen Grenzbeamten nun doch hinter uns gelassen zu haben.

Ach ja, und wenn Sie nun immer noch für die Wiedereinführung nationaler Grenzen innerhalb der EU plädieren, empfehle ich Ihnen doch eine Reise in die Ukraine und danach die Rückfahrt über Ungarn. Sie werden es lieben.