Iran hat also doch eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen. Was heißt das nun?

Heute morgen in den Medien war die Lage noch nicht so klar. Die sogenannten iranischen Revolutionsgarden, die eine Art parallele Armee zur echten iranischen Armee darstellen, hatten eigenen Angaben zufolge eine US-amerikanische Aufklärungsdrohne abgeschossen. Die USA dementierten zunächst.

Nun haben die USA den Abschuss bestätigt, aber schärfstens verurteilt, weil er über internationalem Luftraum stattgefunden haben soll. Die Revolutionsgarden des Iran hingegen behaupten, die Drohne sei über iranisches Gebiet geflogen.

In den Wochen zuvor gab es zwei Angriffe auf Öltanker, die in internationalen Gewässern unterwegs waren, wobei diese Übergriffe ebenfalls den iranischen Revolutionsgarden zu Last gelegt werden.

Die Lage ist also angespannt. Vor kurzem verstärkten die USA ihre militärische Präsenz um tausend weitere Soldaten in der Region.

An anderer Stelle in den Medien las ich heute morgen, dass im Falle eines US-Angriffs auf den Iran China und Russland den Iran unterstützen wollten.

In der Wochenzeitung „Die Zeit“ las ich kürzlich, dass Heiko Maas, der deutsche Außenminister, ziemlich desillusioniert aus dem Iran zurückkehrte und feststellen musste, dass das Atomabkommen tatsächlich tot sei.

Und wiederum an anderer Stelle las ich, dass im Weißen Haus noch unklar sei, wer sich dort durchsetzen werde, die sogenannten Falken und Schafmacher, die gerne gegen den Iran militärisch vorgehen würden, oder die Diplomaten.

Die Frage, die sich einem stellt, ist auch, inwiefern ein militärisches Vorgehen gegen den Iran etwas bewirken könnte, bzw wie groß es angelegt sein müsste. Einen richtigen Krieg zu gewinnen ist eine Mammutaufgabe und würde wahrscheinlich tausende oder vielleicht sogar hunderttausende Opfer fordern, teilweise Todesopfer, teilweise in Form von Flüchtlingen. Zudem könnte die Region dort über die nächsten Jahrzehnte komplett destabilisiert werden.

Wofür? Würde dadurch ein derart guter Zweck erreicht werden, der einen Krieg tatsächlich legitimieren könnte?

Aus Sicht der USA dürfte es andererseits auch klar sein, dass man sich nicht einfach so eine Drohne abschießen lassen kann. Hier liegt also sicherlich noch einiges an Eskalationspotential.

Wollen wir mal hoffen und beten, dass sich auf allen Seiten diejenigen durchsetzen, die an das Gute im Menschen glauben, und dass sie vor allem dann auch recht haben mögen mit ihrer positiven humanistischen Sicht. Und wollen wir hoffen, dass diese Krise, die möglicherweise zu einer großen Eskalation ausarten könnte, doch wieder friedlich beigelegt werden kann. Denn wie wir wissen, sind in einem Krieg Drei die ersten Opfer: die Vernunft, die Nachsicht und die Wahrheit.