Der Arbeiter arbeitet

Draußen ist es 30 Grad Celsius, ich hole das Auto aus der Garage und kann es kaum erwarten, die Klimaanlage anzuschalten, damit endlich das Schwitzen aufhört.

Ich komme an einer Baustelle vorbei, wo die Arbeiter arbeiten.

Nun ist es linguistisch gesehen nicht falsch, dass dort die Arbeiter arbeiten. Allerdings neigt man leicht zu der Ansicht, dies würde ihr Wesen und ihr Dasein komplett beschreiben.

In Wirklichkeit tun die Arbeiter aber viel mehr. Sie schwitzen, sie kriegen vielleicht einen Kollaps wegen der Hitze, sie dürsten, sie hoffen, die nächste Stunde zu überstehen, sie hoffen auf den Abend, sie hoffen, mit dem Geld eine kleine Existenz aufbauen zu können, sie fürchten sich davor, im Winter keine Arbeit mehr zu haben, sie freuen sich darauf, zu sich nach Hause auf einen längeren Heimaturlaub zu fahren, wo sie ihre Familie nach vielen Monaten wieder sehen können.

Insofern ist es schon richtig, zu sagen, dass die Arbeiter arbeiten.

Bei genauem Hinsehen tun sie aber viel mehr als das: Sie leben und sie existieren, mit allem, was dazu gehört. Sie sind nur in diesem einen kleinen Kontext, den ich da gerade gesehen habe, Arbeiter, vom Wesen her sind sie aber Menschen.

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