Ukraine: on the road

Wir fahren von Lemberg (Lviv) ganz im Westen der Ukraine, ca 100 km von der polnischen Grenze entfernt, in die Nähe eines Skigebiets, Bukovel. Dort ist auch im Sommer einiges los.

Los ist auch einiges auf den Straßen. Auf manchen zumindest. Die einen Straßen sind mittlerweile gut ausgebaut und fast etwas langweilig und kann auf ihnen so gut fahren wie in Deutschland. Die anderen Straßen erfordern die ganze Aufmerksamkeit, sodass man nur noch peripher auf den Verkehr achten kann und stattdessen vielmehr darauf bedacht sein muss, nicht mit dem gesamten Auto in einem der großen und spontan erscheinenden Schlaglöcher zu versinken.

Und dann gibt es noch die ukrainischen Autofahrer, die unbedingt immer eines müssen, überholen. Dass sie dann gleich hinter dem nächsten Lastwagen wieder ausgebremst werden, scheint sie nicht davon abzuhalten, ihr Anliegen immer wieder zu wiederholen. Überholen, überholen, überholen, nur um dann wieder hinter einem Lastwagen hinterher zu schleichen.

Gegen Abend erreichen wir unser Hotel. Genauer gesagt, wir erreichen es fast. Denn es schließt sich eine gravel road an, eine unbefestigte Straße von etwa 1,5 km Länge. Diese gilt es hinter sich zu lassen, um das Hotel zu erreichen. Und diese ist das Problem. Obwohl wir das Hotel über Booking gebucht hatten, stand dort nichts von der Beschaffenheit der Straße. Per E-Mail teilte uns der Hotelier mit, es seien schon andere Autos dort hochgefahren, das funktioniere schon. Es funktioniert aber nicht. Schon viele gravel roads bin ich in der Ukraine gefahren, langsam und holprig, aber hier muss ich passen. Zunächst einmal eine große Steigung, darunter Kies, es geht steil bergauf, die Kupplung stinkt. Sie stinkt auch eine Stunde später noch. Die Reifen drehen immer wieder durch. Danach wird der Weg, der die Breite eines Feldweges hat, ein wenig besser, allerdings nur für Wanderer. Für ein Auto, das kein Jeep ist, das im Gegenteil sogar etwas wenig Bodenfreiheit hat, entpuppt sich der Weg als ein Ding der Unmöglichkeit, zumindest sofern man das Auto nicht zerstören möchte.

Irgendwann, es ist schon dunkel geworden kehren wir um. Wir schauen in der Booking-App nach und finden andere Hotels, diesmal eines in Bukovel, mit einem gut ausgebauten Ski Resort in der Nähe. Wir kontaktieren das Hotel per Telefon und handeln den Preis und 50 € herunter. 5 Personen für 3 Nächte für 250 €. Das ist für die Ukraine durchaus ein saftiger Preis, aber es ist spät und das Hotel ist gut. So what.

Der Weg zum Hotel ist wieder eine der deutschen Straßen, völlig problemlos zu fahren, einwandfrei. Der gravel road ist vergessen. Wir schlafen gut und wachen zum Frühstück auf. Dieses erwartet uns mit Speisen, die nicht unbedingt den deutschen Frühstückstisch erobern werden. Es gibt Öl mit Spaghetti, Öl mit Spiegelei, Dill mit ein wenig Krautsalat und dann noch allerlei andere Leckereien. Was aber gut ist, ist der Kaffee, aus einer italienischen Maschine. Wir bestellen gleich mehrere.

Nun könnte all das einen falschen Eindruck vermitteln, zumindest einen falschen kulinarischen. Das Essen ist in der Ukraine normalerweise sehr gut und schmackhaft, auch, wenn man sich ein wenig an das beinahe zur Nationalspeise avancierte Gericht mit roter Beete, die eigentlich überall gerne verwendet wird, gewöhnen muss, an den Borschtsch. Borschtsch, das ist rote Beete mit ein wenig Suppe drumherum.

Und auch, wenn ich eben noch über manche Straßen schimpfte, das Land ist weit, das Land ist schön, das Land ist ein Erlebnis. Wir werden es auch heute wieder erleben und uns bezaubern lassen von der Anmut der Landschaft, der Menschen und der Kultur. Und möglicherweise essen wir irgendwo auch einen Borschtsch. Sagte ich möglicherweise?

Unten ein paar Fotoimpressionen von dem Weg. Ehrlich gesagt wirkt es auf den Bildern wesentlich harmloser, als es tatsächlich war. Glauben Sie mir, man konnte den Weg einfach nicht fahren, ohne das Fahrwerk und den Unterboden zu ruinieren.

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