Deutschland fühlt sich grün

Dem ARD-Deutschlandtrend zufolge würden die Grünen, wenn jetzt gerade Bundestagswahl wäre, 27 Prozentpunkte erhalten, die Union nur 26.

Damit wären die Grünen die stärkste Kraft im Bundestag.

Dazu beigetragen haben vermutlich die anhaltenden Fridays-for-Future-Demonstrationen (FFF) und vielleicht auch das ca. 12 Millionen mal geklickte Video des Youtubers Rezo sowie eine allgemein gestiegene Sensibilität in der Bevölkerung für das Thema Klima.

Inwiefern dieser Trend zu grünerer Politik anhält, wird man abwarten müssen. In Bayern beginnen heute die Pfingstferien und viele Schüler*innen dürften mit ihren Eltern in Urlaub fahren oder fliegen. Hier wäre es schon mal interessant, zu wissen, ob nun nach den FFF-Demonstrationen tatsächlich mehr Leute mit der klimaverträglicheren Bahn verreisen, anstatt mit dem Flugzeug.

Wer mit einem vollbesetzten Auto verreist, dürfte wohl auch relativ klimaverträglich unterwegs sein.

Zudem wird in der Politik gerade die Einführung einer CO2-Steuer diskutiert. Auch hier bleibt sicher abzuwarten, ob selbst dann, wenn für Bürger tatsächliche Kosten entstehen, der Zuspruch zu einer grüneren Politik gleichermaßen stark bleibt. Denn mit Worten für grün zu sein ist etwas anderes, als mit dem Geldbeutel für grün zu sein.

Erstaunlich lange hält sich auch die Berichterstattung in den Medien zum Thema Klimaerwärmung. Es ist allerdings die Frage, ob dies so bleiben wird, wo doch normalerweise die Medien nach einer gewissen Zeit wieder ein neues zentrales Thema suchen, um die Leser nicht zu langweilen und die Verkaufszahlen aufrecht zu erhalten.

Schauen wir also mal, ob das Thema Klimaschutz tatsächlich die Sommerpause überleben wird, die demnächst ansteht. Es wäre wünschenswert. Ausgemachte Sache ist es aber noch nicht.