Der Zeitgeist

Er beeinflusst eigentlich alle, der Zeitgeist. Auch diejenigen, die etwas schreiben. Redakteure von Zeitungen und Online-Medien genauso wie Blogger.

Dabei wäre es gut, wenn man nicht automatisch im Zeitgeist mitschwimmen würde, wenn man andererseits aber auch nicht chronisch in Opposition zum Zeitgeist gehen müsste, wie es manche ja auch tun.

Sinnvoll und erstrebenswerter wäre es dagegen, wenn man in sich einen Standpunkt finden kann, der gefestigt genug ist, um zu erkennen, wann man gerne mit dem Zeitgeist mitlaufen kann, weil dies in Ordnung ist, oder wann es sinnvoll ist, in Opposition zu gehen, ohne eben automatisch immer Opposition sein zu müssen.

Allerdings ist das Ganze schwer. Wir alle werden durch Meldungen aus den Medien beeinflusst. Um nur ein paar Stichworte zu nennen, in denen der Zeitgeist sehr mächtig die Gesellschaft prägte und prägt: Flüchtlingskrise, Elektromobilität, Trump, Brexit, EU.

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wenn wir in ein paar Jahren zurückblicken, werden wir erkennen, wo der Zeitgeist richtig lag, wo er vielleicht überhitzt war oder wo er völlig falsch lag. Toll wäre es, wenn wir es schaffen würden, das im Hier und Heute schon ansatzweise erkennen zu können. Aber dieses Ziel ist wohl immer nur ein Etappenziel, das man aus der Gegenwart heraus niemals ganz erreichen können wird.

Trotzdem sollten wir versuchen, den Zeitgeist wahrzunehmen, aber auch immer wahrzunehmen, welche anderen Meinungen es dazu gibt, um selbst abwägen und analysieren zu können, in welche Richtung eine Gesellschaft gedanklich gerade unterwegs ist.

Leichter gesagt, als getan. Aber einen Versuch ist es wert.