Zum Amoklauf in Virginia Beach

Im US-Bundesstaat Virginia in der Stadt Virginia Beach hat ein Mann ein Massaker angerichtet.

Er war am Donnerstag aus der Stadtverwaltung entlassen worden und betrat gestern ein Haus der Stadtverwaltung, wo er wahllos 12 Menschen erschoss, bis er von Polizisten dann seinerseits erschossen wurde.

Über das Motiv, so hört man in den Medien, sei noch nichts bekannt. Ich wage aber, die vorsichtige These aufzustellen, dass es möglicherweise etwas mit seiner Entlassung zu tun haben könnte.

Mittlerweile geht in der US-Politik auch wieder eine kleine Diskussion los, ob es denn gut sei, wenn Hinz und Kunz und Jim und John in den USA so viele Waffen haben können, wie sie gerade möchten. Vermutlich geht diese Diskussion ein Weilchen, bis sie dann wieder im Sande verebbt. Fazit der Diskussion dürfte dann sein, dass es an sich keine bösen Waffen gebe, sondern nur die Menschen, die sie für böse Zwecke einsetzen, böse seien. Und in der Tat, diese Beschreibung ist objektiv gesehen natürlich völlig korrekt. Nur hilft sie eben nicht, um künftig Amokläufe zu verhindern.

Man kann analog zur moralischen Bewertung von Waffen auch sagen, dass beispielsweise das Pockenvirus nicht von Haus aus böse ist, sondern einfach nur versucht, das Beste aus seiner Existenz zu machen. So ist es wohl auch bei Waffen. Waffen wollen ja schießen, dazu sind sie gebaut. Es liegt einfach in ihrer Natur, ab und zu mal zum Einsatz kommen zu wollen.

In Deutschland gibt es glücklicherweise nicht so leicht die Möglichkeit, Schusswaffen zu besitzen, denn man muss, wie für alles in Deutschland, einen Schein dafür machen. Dafür gibt es hierzulande immerhin die Diskussion, das Tragen von Messern etwas einzudämmen, denn mit ihnen kommt es auch immer wieder zu Stichverletzungen. Auch hier der Gedanke, dass nicht die Messer an sich böse sind, sondern natürlich die Menschen, die böse Taten damit tun.

Allerdings gibt es in Deutschland, anders als in den USA mit ihrer national rifle association, hierzulande meines Wissens nach keine Messer-Lobby, die für ihre Lieblinge immer wieder das Wort ergreift.

Andererseits gibt es in Deutschland auch etwas, worauf die meisten Menschen nicht verzichten wollen und was ebenfalls als Waffe gelten könnte, nämlich das Fehlen eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Und wie wir alle in der Fahrschule gelernt haben, ist der Führerschein ja gewissermaßen auch ein Waffenschein.

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