Abtreibungen: I come from Alabama…

In Alabama wurden vor kurzem die strengsten Abtreibungsgesetze in den USA verabschiedet. Ärzte müssen mit bis zu 99 Jahren Haft rechnen, wenn sie eine Abtreibung vornehmen. Ausnahme ist, wenn das heranwachsende Baby ernsthaft krank ist oder die Gesundheit der Mutter ernstlich gefährdet ist. Ansonsten muss eine Frau auch trotz einer Vergewaltigung oder trotz Inzests ein Kind austragen.

Als Frau hat man also, gelinde gesprochen, nicht mehr ganz so viele Rechte über den eigenen Körper.

Nun zieht auch Louisiana nach, wo das Abtreibungsrecht ebenfalls verschärft wurde. Nur innerhalb der ersten sechs Schwangerschaftswochen kann dort eine Frau eine Abtreibung vornehmen lassen, also bis zum ersten messbaren Herzschlag des Fötus gewissermaßen. Danach dann nur noch, wenn der Fötus unheilbar erkrankt ist oder eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit der Mutter besteht.

In Louisiana sind die Gesetze also noch ein klein wenig lockerer in bezug auf Abtreibung als in Alabama. Trotzdem wird damit gerechnet, dass dieses Gesetz, das vom Gouverneur von Louisiana voraussichtlich unterzeichnet werden wird, vor dem Supreme Court landen könnte. Dort, so hoffen die Abtreibungsgegner, könnte eine Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 1973 gekippt werden, nach welcher bislang Frauen Abtreibungen durchführen lassen dürfen.

Um Männern einmal klarzumachen, was es bedeutet, nicht mehr Herr im eigenen Haus bzw Herr über deinen eigenen Körper zu sein, werde ich mal einen Vergleich anbieten, auch, wenn jeder Vergleich natürlich hinkt. Denn ein Kind ist prinzipiell etwas Positives, wenn aber ein Mann etwas im Körper hat, was dort beseitigt werden soll, ist es in der Regel etwas Negatives.

Nehmen wir also mal an, ein Mann hätte Gallensteine. In Alabama dürfte er sie überhaupt nicht entfernen lassen, es sei denn, der Arzt würde in Kauf nehmen, dafür 99 Jahre in den Knast zu gehen, was man sich als Arzt wahrscheinlich schon ein bisschen überlegt. In Louisiana dürfte sich besagter Mann sechs Wochen lang nach der Indikation die Gallensteine entfernen lassen. Da Männer aber Arztbesuche ja gerne etwas hinauszögern, könnten diese Gallensteine dann z.b. im 5 Monat, wenn besagter Mann dann tatsächlich endlich mal einen Arzt aufsuchen würde, nicht mehr entfernt werden.

Mir fällt in dieser Hinsicht das Lied ein: I come from Alabama with a Banjo on my knee.

Das Lied hat mit Abtreibung natürlich überhaupt nichts zu tun, aber inhaltlich geht es darum, dass jemand mit seinem Musikinstrument, einem Banjo, unterwegs ist zu einer Susanna, die ihm emotional sehr nahesteht und viel bedeutet. Er kommt aus Alabama, sie ist in Louisiana. Vielleicht ist sie dort, weil sie abtreiben musste und vor den rigiden Gesetzen fliehen musste? Nun, es dürfte ihr nicht allzu viel bringen, denn auch in Louisiana geht diesbezüglich nicht allzuviel, es sei denn, sie ist noch innerhalb der 6-Wochenfrist.

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