Maria 2.0. – Chancen und Grenzen.

5 Katholikinnen aus Münster haben eine Bewegung losgetreten, die nun in ganz Deutschland Anhängerinnen gefunden hat.

Die Bewegung nennt sich Maria 2.0 und es geht ihr darum, in der katholischen Kirche beispielsweise das Priesteramt auch für Frauen zu öffnen. Zudem ist man nicht sonderlich einverstanden mit den patriarchalen Machtstrukturen in der Kirche, die offenbar auch den Missbrauch innerhalb der Kirche begünstigt oder ermöglicht haben, und möchte diese reformiert wissen.

Von der Deutschen Bischofskonferenz hört man, dass eine Reformierung wenn überhaupt dann nur Schritt für Schritt stattfinden könne.

Die AktivistInnen von Maria 2.0 wollen nun eine Woche lang, nämlich bis Samstag, ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten innerhalb der katholischen Kirche ruhen lassen und keine katholische Kirche mehr betreten. Nicht unoriginell ist, dass der Streik nur bis Samstag geht, denn so können die Damen nämlich am Sonntag wieder in die Kirche gehen und an der heiligen Messe teilnehmen.

Die Deutsche Bischofskonferenz verstehe zwar prinzipiell das Anliegen, findet den Kirchenstreik aber gar nicht gut. Der Streik sei nicht das probate Mittel, um das Anliegen der Frauen zu kommunizieren oder durchzusetzen. Man könne doch einfach mal abwarten und schauen, ob sich was ändere.

Wenn man einmal ins neue Testament ins Evangelium schaut, sieht man übrigens, dass Frauen im engsten Umfeld Jesu tätig waren und dass es zudem auch Frauen waren, die als erste an das leere Grab Jesu gekommen sind uns gewissermaßen die ersten Zeugen für die Auferstehung Jesu sind. Frauen haben also zu Zeiten Jesu eine zentrale Rolle gespielt. Drum ist unklar, wieso das in der katholischen Kirche nicht mehr der Fall ist.

Wenn man einmal auf die katholische Kirche blickt und dann auf die Entwicklung in den letzten Jahrhunderten, könnte man allerdings die vorsichtige Prognose abgeben, dass die Forderungen von Maria 2.0 vielleicht zwar gehört und auch mitunter vereinzelt positiv aufgenommen werden könnten, bis sich was ändert aber doch noch ein paar Jahrhunderte ins Land ziehen könnten.

Eine reformierte katholische Kirche gibt es übrigens schon. Martin Luther hatte sie gegründet, ursprünglich in dem Anliegen, die katholische Kirche zu reformieren. Daraus ist dann aber die evangelisch-lutherische Kirche hervorgegangen, weil es mit der Reformation der katholischen Kirche einfach nicht voranging. Sollte es den Frauen von Maria 2.0 also zu lange dauern, noch einige Jahrhunderte zu warten, könnten sie auch in Erwägung ziehen, einfach in die evangelisch-lutherische Kirche zu wechseln. Oder alternativ ihre Forderungen immer mal wieder aktualisieren, bis es dann vielleicht Maria 300.0 heißt.

Ein Gedanke nebenbei noch. In der ukrainisch katholischen Kirche beispielsweise können Priester übrigens heiraten, vor der Priesterweihe zumindest, und dann aber ukrainisch katholischer Priester sein. Die ukrainisch katholische Kirche erkennt trotzdem den Papst an. Hier sieht man, dass Entwicklungen durchaus möglich sind. Vielleicht geht da ja doch noch was mit Maria 2.0.

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