Bodo mit dem Bagger und die deutsche Nationalhymne

Der thüringische Ministerpräsident, Bodo Ramelow, macht gerade etwas von sich reden, weil er meint, Deutschland brauche eine neue Nationalhymne.

Die aktuelle Nationalhymne erinnere ihn an in Naziaufmärsche.

Die Nationalsozialisten unter Hitler sangen jeweils die erste Strophe der Nationalhymne, die beginnt mit: „Deutschland, Deutschland über alles.“ Und dann irgendwie so weiter.

Diese Strophe wird heute glücklicherweise nicht mehr gesungen in Deutschland, sondern die dritte Strophe: „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand. Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.“

Nun könnte man Herrn Ramelow vielleicht zunächst einmal zwar nicht ideologisch, doch aber gedanklich folgen, weil in der Tat ein Teil des Liedes, das aus historischen Gründen zurecht nicht mehr gesungen wird, nationalsozialistisch behaftet ist.

Allerdings gibt es ja mehrere Dinge, die auch von den Nationalsozialisten genutzt wurden. Schönes Wetter beispielsweise. Die Nazis marschierten bei schönem Wetter auf. Und auch bei schlechtem Wetter. Und auch in München. Konsequenterweise müsste man dann eigentlich das schöne Wetter abschaffen, was in Deutschland ja nicht so schwierig wäre, das schlechte Wetter aber auch, was in Deutschland schon problematischer wäre und zudem auch noch München.

Irgendwie habe ich, wenn es um dieses Thema von Bodo Ramelow geht, diesen Ohrwurm von 1984 im Kopf, als Mike Krüger die Satire über einen Baggerfahrer sang:

„Das ist Bodo mit dem Bagger am Baggerloch, das ist Bodo mit dem Bagger und der baggert noch.“ Im deutschen ein Wortspiel mit dem Begriff Bagger und dem gleichnamigen Verb.

Der Bodo aus Thüringen baggert derzeit auch ein wenig, nämlich im Topf der Geschichte. Ziel ist vermutlich, irgendwie in die Medien zu kommen. Was ihm gelungen ist. Und zwar als irgendjemand, der sich um sein deutsches Vaterland scheinbar Sorgen macht. Bodo macht also gewissermaßen den Kevin Kühnert, nur dass Bodo eben von der Linkspartei ist. Aber Kevin Kühnert ist von dieser gedanklich vielleicht auch nicht so weit entfernt.

Nun ist es so, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Assoziationen zu allen möglichen Dingen haben. Wenn Bodo mit der dritten Strophe der aktuellen deutschen Nationalhymne seltsamerweise immer die Nationalsozialisten assoziiert, ist es aber nicht automatisch oder gar zwangsläufig so, dass alle Leute das tun. Andere würden sagen, in dieser Nationalhymne und ihrem nicht mehr gesungenen Text steckt auch eine demokratische Entwicklung drin, der Gedanke der Demokratie also, welche jedoch immer bedroht ist und bleibt, beispielsweise von Rechtsextremen. Insofern ist die deutschen Nationalhymne sicher ein historisches Dokument, das in besonderer Weise auch Demokratie ausdrückt und zugleich die stetige Bedrohung derselben.

Allerdings, der Kerngedanke von Bodo ist ja zumindest nachvollziehbar, dass man etwas, was einem selber nicht gefällt, abschaffen möchte. Ich würde aus historischen Gründen gerne das schlechte Wetter abgeschafft wissen.

Sie wollten Bodo mit dem Bagger sehen und hören? Hier ist er:

Kommentar verfassen...(Kommentare, die Links enthalten, müssen auf Freischaltung warten)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.