Die mediale Schlacht ums Elektroauto

Kürzlich las ich in einer seriösen Zeitung, dass prinzipiell genug Rohstoffe vorhanden seien auf der Erde, um auch in großem Stil die Elektromobilität ausbauen zu können.

Auf Facebook tickerte dann vor kurzem ein genau gegensätzlicher Artikel durch. Bald seien die Grenzen der Rohstoffe für den Bau von Akkus erreicht.

Und so geht das nun hin und her und hin und her. Neben dem Elektroantrieb wird dann immer mal wieder behauptet, der Wasserstoffantrieb sei doch viel besser. Und zwischenrein kommen immer wieder Einschübe, dass der Diesel an sich auch gar nicht so schlecht sei, man könne ihn doch noch ein ganzes Stück verbessern und sauberer machen.

Zudem sei Fliegen in der oberen Atmosphäre ohnehin viel schlimmer für die Umwelt und die Erderwärmung, da müsse man mal ansetzen, anstatt nur aufs Auto zu schimpfen. Am besten sollte man doch Bahn fahren. Oder sich zu Hause Dias anschauen, aber nur an einem Laptop, der mit Strom aus einem Windrad betrieben wird.

Ich bin verwirrt. Aber das ganze hat System, ich soll auch verwirrt sein. Denn es dürften recht mächtige Lobbygruppen im Hintergrund versuchen, das mediale Rennen für sich zu entscheiden. Elektroantrieb! Oder vielleicht doch ein Diesel-Revival? Wasserstoff!

Wenn auch Sie verwirrt sind, dürfen Sie darauf hoffen, dass es fähige Redakteure gibt, die genau recherchieren und nicht einfach nur von anderen abschreiben. Denn das wäre derzeit ziemlich wichtig. Eine Presse, die ihre Recherchefunktion ernst nimmt.

Eine solche Presse mag man dann gerne auch bezahlen, indem man seriöse Zeitungen abonniert. Aber zu glauben, die Nachrichten könnte man auf eine Überschrift zusammenschrumpfen und wüsste bei Facebook dann, was Sache ist, ist wohl leider ein Trugschluss. Es geht um die Zukunft des Automobils, des Klimas und unserer Gesellschaft. Und diese unsere Gesellschaft sollte einen kühlen und vernünftigen Kopf bewahren und sich nicht von verschiedensten Lobbygruppen nach links und rechts und oben und unten treiben lassen, sondern mit Bedacht analysieren, welcher Antrieb denn wirklich zukunftsträchtig ist. Nicht, dass man in zehn Jahren dann zwar keinen Dieselskandal mehr hat, aber einen mit dem Elektroauto dem Wasserstoffauto.