Die Widerspruchslösung beim Besitz von Immobilien

Der aktuelle Gesundheitsminister in Deutschland, Jens Spahn, plant für die Organspende die sogenannte Widerspruchslösung. Jeder, die hat zu Lebzeiten einer Organentnahme nach dem Tod nicht widersprochen habe, sei damit automatisch Organspender.

Dass dieses Vorhaben ethisch problematisch ist, habe ich bereits thematisiert. Gestern hörte ich, dass die Grünen die Entscheidungslösung präferieren und durchsetzen wollen, nach man beispielsweise dann, wenn man seinen Personalausweis auf einer Behörde abholt, ankreuzen muss, ob man nach dem Tod Organspender sein möchte, ja oder nein. Diese Lösung ist ethisch korrekt, weil hier eine bewusste Entscheidung vorliegt.

Kürzlich hörte man von dem JUSO Vorsitzenden Kevin Kühnert, der die Nachwuchsorganisation der SPD leitet, es sei doch sinnvoll, wenn jeder gerade mal eine Wohnung oder ein Haus besitzen würde. Der Hintergrund für diese Äußerung war, dass der Wohnraum in Deutschland viel zu teuer ist.

Vielleicht könnte man die Gedanken von Jens Spahn und Kevin Kühnert kombinieren. Jeder, der mehr als eine Wohnung besitzt, wird automatisch enteignet und behält nur noch eine einzige Wohnung. Es sei denn, er hat innerhalb einer Frist von zwei Wochen widersprochen. Wäre das mal was?

Ist nicht ernst gemeint. Dieser Gedanke sollte nur einmal die Grenzwertigkeit der Widerspruchslösung bei der Organspende deutlich machen. Denn spätestens dann, wenn es nicht um Tote geht, denen man irgendwelche Organe ja einfach so entnehmen könnte, denn Tote widersprechen ja nicht, wird klar, dass die Leute bei Immobilien natürlich überhaupt keinen Spaß verstehen. Und vermutlich auch zu recht.

Wenn beispielsweise ein Ehepaar Jahr um Jahr gearbeitet hat, auf Urlaub verzichtet und sich angestrengt hat, um ein weiteres Haus oder eine weitere Wohnung zu kaufen, vielleicht auch zwei, beispielsweise um den Kindern später eine Wohnung als Start ins Leben geben zu können, wäre es ja nicht ganz korrekt, wenn all diese Mühe und Lebensleistung mit einem Schlag vergemeinschaftet und somit dem Ehepaar entrissen werden würde.

Die Vergemeinschaftung von Wohneigentum ist deswegen als äußerst kritisch anzusehen. Ebenso wie die automatische Vergemeinschaftung von Organen Verstorbener. Beides hätte wohl problematische Folgen für den Rechtsstaat.

Ein Gedanke zu “Die Widerspruchslösung beim Besitz von Immobilien

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