Antisemitismus im Islam. Gründe – Und was man dagegen tun könnte.

Es ist nicht so, dass es nur im Islam Antisemitismus gäbe, aber im Vergleich zum Christentum kommt er dort wohl derzeit verstärkt vor, genauer gesagt in einigen muslimisch geprägten Ländern. Und auch unabhängig von der Religion gibt und gab es Antisemitismus, wie man am Deutschland der Nationalsozialisten zurzeit der Hitlerdiktatur sehen konnte.

Interessant zum Thema Antisemitismus ist ein Artikel, der in der aktuellen Printausgabe der „ZEIT“ in der Rubrik „Glauben und zweifeln“ erschienen ist. Der Autor ist Constantin Schreiber, der die ARD Tagesschau moderiert. Er ist 39 Jahre alt und spricht arabisch, zudem berichtete er aus dem nahen Osten.

Er hat über 100 Schulbücher aus der Türkei, Ägypten, dem Iran, dem Libanon, dem Irak, Jordanien, Palästina und Afghanistan zusammengetragen und analysiert.

Die Naturwissenschaften sind in der Gesamtheit der Bücher auf einem ganz guten Stand. Was aber auf keinem guten Stand ist, ist die Darstellung des Westens im generellen und die Darstellung von Juden. In vielen Schulbüchern finden sich antisemitische Klischees und Vorurteile, die so natürlich in die Köpfe der nachwachsenden Generation implementiert werden.

Das Fazit von Herrn Schreiber ist, dass man mit finanziellen Unterstützungen für derartige Länder künftig differenzierter umgehen müsse und auch verlangen solle, dass beispielsweise derartige Missstände nicht mit deutschen Geldern finanziert werden.

Die Lehrer, so sagt man, sind die Wächter des Staates. Damit das in einer allgemein verträglichen Weise funktioniert, müssen sie aber optimalerweise auch Werte wie Toleranz und Achtung vor Andersdenkenden und Religionsfreiheit respektieren und vermitteln können.

Und diese Werte beginnen in den Büchern, die dem Schulunterricht zugrunde liegen.

Andererseits sind Schulbücher natürlich auch der Ausdruck der jeweiligen Gesellschaft, die mit ähnlichen Gedanken groß geworden ist. Von daher ist es auch nicht ganz leicht, Schulbücher zu ändern, weil erstmal die Politik veränderte schulbücher zulassen muss.

Trotzdem ist es sicher ein Ansatzpunkt, bei der Bildung zu beginnen.

7 Comments

  1. „… aber im Vergleich zum Christentum kommt er dort wohl verstärkt vor,…“
    Ist dem wirklich so? Der Antisemitismus ist bei Christen Jahrhunderte lang tief verwurzelt (gewesen). Erst vor einigen Jahren hat sich die evangelische Kirche ausführlich mit den antisemitischen Haltungen Martin Luthers kritisch auseinander gesetzt. Ich würde gerne mal Belege für die obige These haben, denn ich zweifel sie an.

  2. Abgesehen von der Geschichte des Antisemitismus im Christentum kommt er, zumindest meiner Wahrnehmung nach, im Christentum nicht mehr allzu stark vor. Vielleicht so, wie im Querschnitt der Gesellschaft, aber nicht mehr als spezifisch christlich gefärbter Antisemitismus.

  3. Sehr interessanter Artikel. Auch was Herr Wittka dazu geschrieben hat. Martin Luther war nicht ohne und wird heute als Reformator hoch gepriesen. Die Menschheit kann so schön wegschauen und nur das sehen, was sie sehen wollen…

  4. Ja, diese dunkle Seite von Luther fällt oft unter den Tisch und wird von dem Positiven, das er gebracht hat, überstrahlt. Andrerseits griff er den zu seiner Zeit vorhandenen Antisemitismus sicher auch auf und ist so wohl auch ein Kind seiner Zeit.

  5. Haben Sie zufällig eine Sure, wo das stehen soll? Dass Juden sich selber als Gott darstellen würden, kann ich mir nicht vorstellen. Das würde doch komplett ihrem Glauben widersprechen.

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