Karfreitag und was er bedeutet

Wenn Sie manchmal zu Gott beten und in ihm einen Vertrauten sehen, dann hat das eigentlich auch etwas mit Karfreitag zu tun.

An Karfreitag denkt man daran, dass Jesus vor etwa zwei Jahrtausenden von den Römern auf brutalste Weise hingerichtet wurde.

In den Evangelien wird dieses Ereignis bedeutsam inszeniert. Es habe ein Erdbeben gegeben, eine Sonnenfinsternis, und die Toten seien aus ihren Gräbern gekommen. Zudem sei noch der Vorhang im jüdischen Tempel in Jerusalem zerrissen.

Jesus predigte zu Lebzeiten, dass das Reich Gottes ganz nah sein, dass es mit ihm bereits anbreche.

Er bezeichnete Gott als Abba, als Papa. Er stellte also eine ganz enge Gottesbeziehung zwischen Menschen und Gott her.

Das Besondere, das mit Jesus in die Welt kam, ist vor allem diese enge Gottesbeziehung. Vor seiner Zeit war es dem jüdischen Hohepriester in Jerusalem einmal im Jahr gestattet, im Tempel hinter den Vorhang in das Allerheiligste zu gehen. Dort, so glaubte man, sei die Gegenwart Gottes anwesend.

Die Evangelisten lassen diesen Vorhang nun zerreißen, der Gott von den Menschen trennt. Das bedeutet, dass nun jeder Mensch direkten Zugang zu Gott hat. Und das ist eine weltbewegende Sache. Das bringt die Erde ins Beben, das verdunkelt wie bei einer Sonnenfinsternis für diejenigen, die an ihrer Exklusivität des Gotteszugangs festhalten, erst einmal die Welt.

Erstaunlich ist, dass im Evangelium gerade ein Heide, ein Ungläubiger, der römische Hauptmann nämlich, der unter dem Kreuz steht, erkennt, dass hier etwas Neues und Bahnbrechendes geschieht. Er soll gesagt haben: dies war wirklich Gottes Sohn.

Karfreitag bedeutet auch, dass das Göttliche, das sich in Jesu Leben gezeigt hat, bis in den Tod dabei bleibt und nicht klammheimlich flüchtet. Das Göttliche in Jesus erlebt am Kreuz die Gottverlassenheit. Es erlebt die menschlichen Urängste.

Wie gut, dass es bei dieser Verzweiflung und Gottverlassenheit nicht bleibt. Sonst wäre wohl auch das Christentum nicht entstanden und nicht zur größten Weltreligion avanchiert. Am Ostersonntag feiert man dann nämlich, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern es die Hoffnung gibt, die berechtigte Hoffnung, dass es nach dem Tod weiter geht. Auferstehung, so nennt man dies.

Zur Auferstehung gibt es übrigens unterschiedliche Vorstellungen. Wenn es Sie interessiert, gehen Sie mal in die Suchmaske rechts oben dieses Blogs und suchen nach „Auferstehung“.