Notre Dame und Ostern

Ein bedeutender Teil der historisch und architektonisch und gesellschaftlich äußerst bedeutenden Kirche Notre Dame ist durch ein Feuer zerstört worden. Erst gestern. So kurz ist das her.

Dieses Drama wird damit unfreiwillig ein Sinnbild für das Ostergeschehen. Denn Ostern heißt zunächst einmal, dass Gott, der sich in Jesus gezeigt hat, am Kreuz jämmerlich gestorben ist. Aus, kaputt, tot.

Nun ist bei dem Großbrand in Notre Dame offenbar niemand zu Tode gekommen, aber ein Teil des kulturellen Gedächtnisses Europas ist damit auch aus, kaputt, tot.

Ostern wäre jedoch kein sonderlich fröhliches Fest und man würde keine bunten Ostereier sammeln, wenn die Sache mit Karfreitag beendet wäre. Ostern heißt Tod, einerseits. Ostern heißt aber auch Auferstehung und Hoffnung auf ein Weiterleben und Hoffnung auf ein Neues.

So kann man in dieser traurigen Stunde Ostern als Sinnbild für den Großbrand weiterdenken. Etwas ist zerstört worden, dabei soll es aber nicht bleiben. Es ist ein bedeutendes Gebäude, aber es ist nur ein Gebäude. Wichtig ist, was nun daraus wird, in Zukunft. Wichtig ist, ob daraus neues Leben erwächst. Ob daraus Hoffnung für die Zukunft erwachsen kann.

Im Moment hat die Trauer die Gegenwart fest im Griff. Aber die Osterhoffnung ist, dass diese Trauer nicht von Dauer sein wird. Sondern dass die Hoffnung siegen wird. Dass sie siegen wird, weil sie begründet ist.