Ist Greta Thunberg ein wenig wie Jesus?

Der Berliner Bischof Heiner Koch verglich das Mädchen Greta Thunberg, die Lichtgestalt der Klima-Demonstrationen, die unter dem Hashtag #fridaysforfuture immer wieder an Freitagen für eine verantwortlichere Klimapolitik und gegen die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung stattfinden, mit Jesus.

Die Freitagsdemonstrationen würden ihn etwas an den Einzug in Jerusalem erinnern. Jede Gesellschaft brauche zudem ihre Propheten, um auf Fehlentwicklungen und Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen.

Jesus predigte zwar vom bereits anbrechenden Reich Gottes, was Greta Thunberg nicht tut. Jesus hatte in seiner Botschaft einen starken Gottesbezug, Greta nicht.

Allerdings bot auch Jesus ein radikales Lösungskonzept für die Probleme seiner Zeit an, nämlich für eine hasserfüllte Welt, seinen radikalen Pazifismus. Und er entkoppelte die Religion vom jerusalemer Tempel und ebnete den Weg dazu, dass jeder direkten Zugang zu Gott erlangen könne.

Insofern kann man sagen, in der Klarheit der Positionen ähneln sich die beiden Lichtgestalten.

Einen wesentlichen Unterschied gibt es jedoch trotzdem. Greta möchte, dass die Menschen Angst bekommen, vor dem Klimawandel. Dies solle sie endlich zum Handeln bewegen. Die christliche Botschaft spielt dagegen nicht mit Angst, sondern lautet: fürchtet euch nicht!

Wer aus Angst und Panik heraus handelt, reagiert nur. Manchmal blind und kopflos. Besser wäre es, aus Vernunft heraus zu handeln und in der Hoffnung, dass man die Herausforderungen auch bewältigen kann.