Im Osten was Neues. Und nichts Gutes.

In der Ukraine geht es rund. Am Sonntag in einer Woche ist die zweite Runde der Präsidentschaftswahl und wenn es dumm läuft, könnte die Ukraine am Schluss zerfallen oder in die Hände Russlands fallen, das bereits seit 2014 im ukrainischen Osten Krieg gegen das Land führt.

So wie es derzeit aussieht, könnte der Komiker Selensky mit etwa der doppelten Anzahl der Stimmen den bisherigen Präsidenten Poroschenko aus dem Amt vertreiben.

Wer ist aber Selenski? Bekannt geworden ist er unter anderem durch eine Fernsehserie, in welcher er einen Präsidenten karikiert. In einer Folge dieser Serie steht der von ihm gespielte Präsident mit zwei Maschinenpistolen in der Hand im Parlament und löscht es aus.

Selensky punktet vor allem durch seine Bekanntheit aus Film und Fernsehen und dadurch, dass sein Wahlprogramm völlig im Vagen bleibt. So wird er Projektionsfläche für alle irgendwie unzufriedenen Ukrainer, die irgendwas ändern wollen, aber nicht genau wissen, was.

Unterstützt wird er unter anderem von ehemaligen getreuen Helfern des abgesetzten prorussischen Präsidenten Janukowitsch, der nach und nach immer stärker die Tendenz hatte, das Land in eine Diktatur zu verwandeln und massiv Gelder aus öffentlichen Quellen zu seinem eigenen Vorteil abgeschöpft hatte. Das ukrainische Volk stand damals im sogenannten Maidan im Jahre 2013 und 2014 auf und protestierte vier Monate lang zunächst friedlich, dann auch gewaltsam gegen die entstehende Diktatur, nachdem auf dem Maidan in Kyiv, offensichtlich von Janukowitsch angeordnet, über 100 Menschen erschossen worden waren.

Ein enger Kreis aus dem ehemaligen Umfeld des diktatorischen Janukowitsch unterstützt derzeit den Komiker und möglicherweise neuen Präsidenten der Ukraine, Selensky, ideologisch, aus ihrem Umfeld hört und liest man Posts dergestalt: die Anhänger des bisherigen Präsidenten Poroschenko würden nach dem Triumphzug bzw der Präsidentschaftswahl von Selensky in Konzentrationslager geschickt werden.

Die intellektuelle Elite der Ukraine hingegen steht praktisch geschlossen hinter dem aktuellen Präsidenten Poroschenko.

Der Komiker und mögliche künftige Präsident Selensky ist zudem nicht sonderlich unabhängig. Unterstützt wird er insbesondere von dem Oligarchen bzw Milliardär Kolomoisky. Dieser besitzt vier Pässe und lebte etwa 30 Jahre lang in der Ukraine und Schweiz, bis es zu einem großen Eklat mit seiner sogenannten „Privatbank“ kam. Diese Bank, die in seinem Eigentum stand, war lange Zeit die größte Bank in der Ukraine und geriet in Insolvenz. Um das Finanzsystem des Staates aufrechtzuerhalten, musste diese „Privatbank“ mit Steuermitteln am Leben erhalten werden und wurde verstaatlicht. Kolomoisky wollte jedoch weiterhin Eigentümer bleiben, was ihm verwehrt wurde. In diesem Zusammenhang werden ihm große finanzielle Unregelmäßigkeiten zur Last gelegt, weshalb die Schweiz ihn an die Ukraine ausliefern wollte. Da Kolomoisky jedoch nicht nur einen Pass der Schweiz und der Ukraine besitzt, sondern auch einen von Zypern und, weil er jüdischer Abstammung ist, zudem einen von Israel, hält er sich derzeit in Israel auf, von wo aus er wohl mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an die Ukraine ausgeliefert werden dürfte. Gesucht wird er zudem auch aus anderen Gründen von der Justiz der USA.

Kolomoisky unterstützt also Selensky massiv, man geht sogar davon aus, dass Selensky im Grunde dessen Projekt und dessen Kreation ist. Und dieser Selensky könnte nun in einer Woche der neue Präsident der Ukraine werden.

Unter dem aktuellen ukrainischen Präsidenten Poroschenko wurde die Westbindung des Landes in die Verfassung geschrieben, also die langfristige Eingliederung in die EU und möglicherweise auch in die NATO.

Der vielleicht nächste Präsident der Ukraine jedoch, Selensky, wurde vor einiger Zeit auch gefragt, ob die Ukraine denn eine Westbindung oder Ostbindung haben solle. Er antwortete, das solle in einem Referendum abgestimmt werden.

Seit der Krimannexion gibt es aber weltweit doch gewisse und äußerst berechtigte Zweifel an der Integrität von Referenden, welche die ukrainische Staatlichkeit betreffen. Zumal über etwas, das längst in der Verfassung steht.

Für die EU ist eine Westbindung oder Ostbindung der Ukraine vielleicht ein wirtschaftliches Thema, für die Ukraine jedoch eines, das über Freiheit oder russische Knechtschaft entscheidet. Und für den russischen Präsidenten Putin ist das Thema neben wirtschaftlichen Interessen primär auch ein ideologisches.

Letztlich dürften auch die ukrainischen Medien in ihrem Versuch, eine gute Leserquote zu erreichen, um die Verkaufszahlen zu steigern, für das mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorstehende Disaster mitverantwortlich sein. Denn etwa 78% der in den ukrainischen Medien erscheinenden Beiträge richten sich gegen den aktuellen Präsidenten Poroschenko, etwa 22% gegen den Komiker und möglicherweise neuen Präsidenten, von dem niemand weiß, für was er eigentlich steht.

Die Medien, so weiß man, sollten aber die Wächter des Staates sein und nicht das schreiben, was Quote bringt. Das ging schon bei der Präsidentschaftswahl in den USA schief.

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