Wassermangel auf deutschem Rettungsschiff „Alan Kurdi“

Etwa 80 Flüchtlinge befinden sich seit 6 Tagen auf der „Alan Kurdi“, einem Schiff des deutschen Seenotrettungsvereins Sea-Eye.

Es darf keinen Hafen anlaufen, derzeit befindet es sich außerhalb der 24 Meilenzone vor Malta.

Letzte Nacht gab es schweren Seegang mit Wellen, die bis zu 5m hoch waren. Mittlerweile wurde das Wasser für die Hygiene und auch das Trinkwasser rationiert, ebenfalls die Nahrungsmittel.

Möglicherweise wird heute Wasser und Nahrung auf das Schiff gebracht, allerdings ist das noch unklar.

Es könnte zudem in den nächsten Tagen dazu kommen, dass der Treibstoff ausgeht, sodass die Alan Kurdi manövrierunfähig werden könnte. Obwohl sie sich vor der Küste Maltas befindet, könnte sie dann selbst gerettet werden müssen.

An Bord sind viele junge geflüchtete Erwachsene und zwei Familien mit Kindern. Einige von ihnen berichten von Internierungslagern in Libyen, wo sie längere Zeit untergebracht gewesen seien und teilweise gefoltert worden seien sowie miterleben mussten, wie andere Menschen getötet wurden. Einige sind also traumatisiert.

Insgesamt wurde die Seenotrettung in der letzten Zeit in ihrer Intensität zurückgefahren, was aber nicht bewirkt hätte, dass wesentlich weniger Menschen ertrinken. Was in sich logisch erscheint, weil es ja auch nicht weniger Verkehrsunfälle gibt, nur weil man die Notärzte abzieht.

Europäische Politiker tun sich natürlich schwer, zu offen auf Flüchtlinge zu reagieren, weil sie sonst Gefahr laufen, rechtspopulistische Parteien daheim groß werden zu lassen.

Dabei hätte Europa ja prinzipiell genug Platz, andererseits möchte man politisch natürlich keine falschen Anreize setzen, denn es könnte ja sein, dass ein Flüchtlingsstrom gar nicht mehr abreißt. Aber das tut er aktuell ja auch schon nicht, wobei er seit 2015 doch kleiner wurde, zumindest in Deutschland.

Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, mit nordafrikanischen Staaten derart zu operieren, dass dort beispielsweise auf großen Flächen gut betreute und gut ausgestattete Flüchtlingsstädte oder Dörfer entstehen können, in welchen die Flüchtlinge auch gute Bildung erhalten. Die ehemals Geflüchteten könnten dann in Zukunft eine positive Rolle für die wirtschaftliche Lage des jeweiligen Landes spielen. Andererseits ist die politische Lage in vielen nordafrikanischen Ländern ja auch nicht unbedingt für ihre Stabilität bekannt.

Oder es findet sich ein Großinvestor, der die von mir einmal utopisch angedachten riesigen schwimmenden Inseln im internationalen Gewässer im Mittelmeer errichtet.

Dass man aber Flüchtlingsboote nicht mehr anlanden lässt, ist ethisch gesehen schon äußerst bedenklich und unterste Kajüte. Klar, viele Politiker fürchten, vermeintlich falsche Anreize zu setzen, wenn man keine Härte zeigt.

Aber in Bezug auf die Menschenrechte ist es doch eine Bankrotterklärung, wenn flüchtende Menschen im Mittelmeer ertrinken oder ihr Boot nicht verlassen können und dabei Wassermangel und Nahrungsknappheit erleiden müssen. Gerade für das sogenannte christliche Abendland ist das eigentlich ein ethisches NoGo. Oder besagtes christliches Abendland sollte künftig besser auf sein epitheton ornans, sein schmückendes Beiwort „christlich“, verzichten.

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