Wie das bedingungslose Grundeinkommen funktionieren würde

Viele finden es attraktiv, wenn man, ohne etwas zu tun, monatlich Geld bekommen würde.

Man wäre nicht mehr so abhängig von Miete und der Arbeit, sondern könnte beispielsweise tendenziell eher eine Arbeit machen, die einem auch entspricht, als jede Arbeit annehmen zu müssen, wie es bei einigen Menschen der Fall ist.

Was aber viele nicht wissen, ist, wie das Grundeinkommen funktionieren würde. Sie können das nämlich selber schon einmal testen. Wählen Sie sich doch mal 100 Leute, mit denen Sie das probieren. Sie sind dann einer von den 100.

Jeder von diesem 100 Leuten zahlt monatlich 100 € auf ein Konto. Jeder von den 100 Leuten bekommt monatlich wieder 100 € ausgezahlt. Ein Nullsummenspiel.

Angenommen, 50 Leute von diesen 100 arbeiten nicht. Dann müsste von den anderen 50 Leuten jeder 200 € im Monat zahlen. Von den nach wie vor immer noch 100 Leuten bekäme jeder nach wie vor hundert Euro zurück.

Und wie ist es? Nun gefällt Ihnen das bedingungslose Grundeinkommen doch nicht mehr so gut?

Wie gesagt, Sie können das mit Ihren Freunden und Freundesfreunden einfach einmal testen. Machen Sie statt 100 € einfach mal 1000 €.

15 Comments

  1. Die Rechnung ist aber komplizierter, als dargestellt. Es ist ja nicht so, dass man mit dem bedingungslosen Grundeinkommen nicht mehr an der Wertschöpfung aktiv teilnimmt. Nur kann man dann z. B. Arbeiten machen, die im regulären Arbeitsmarkt nicht oder kaum bezahlt werden. Zudem erwirtschaften jene, die einer nuchtselbstandigen Tätigkeit nachgehen ja auch etwas, aber bekommen für diese Arbeit nur einen Teil der erwirtschafteten Wertschöpfung nden anderen sacken sich Z.B. Arbeitgeber und Konzerne aber auch der Staat über Steuern ein. Das BGE wird ja nicht allein durch die nuchtselbstandigen Arbeitnehmer erwirtschaftet, sondern durch die ganze Gesellschaft. Es ist also ein solidarische Prinzip. Als Christen kennen wir das z. B. aus der Apostelgeschichte, aber auch aus der Regula benedicti. Was also schon mal funktionierte, kann auch im GROßEN funktionieren. Dafür braucht es aber etwas, was uns mangelt: Solidarität quer durch die ganze Gesellschaft.

  2. also…219 Seiten mal so nebenbei zu lesen…eher unrealistisch. Was ist denn die Quintessenz aus dem Dossier ? Und weicht sie wesentlich ab von dem, was ich hier mal skizziert hatte ?

  3. Man muss sicherlich nicht alles lesen. Der Text ist gut gegliedert und er räumt mit landläufigen Missverständnissen auf. Insofern ist er sicherlich hilfreich. Ich empfehle zumindest Seiten 21 – 27 zu lesen.

  4. Ja, im Prinzip eine gute und schöne Utopie, sehe ich durchaus. Aber die Menschen sind womöglich zu egoistisch dafür, dass das funktionieren könnte.
    Auch in der christlichen Urgemeinde gab es ja Probleme damit. Man verkaufte seine Äcker u.ä., weil man die Naherwartung hatte, dass Jesus bald wiederkommen würde. Dann gab es die Parousieverzögerung, also Jesus kam nicht wieder. Man verlegte sich drauf, es so zu sehen, dass vielleicht jeder dann wiederkommt und zwar für einen persönlich, wenn man stirbt, dass man also vor Jesus bzw. Gott als Richter steht irgendwann.
    In der christlichen Urgemeinde funktionierte auch schon das Abendmahl nicht optimal. Die einen fraßen sich voll, die anderen kamen gerade von der Arbeit zum Mahl gehetzt und waren die Dummen, weil die anderen schon fertig waren.

  5. BGE ist kein Nullsummenspiel – es zahlen sich die Menschen nicht selbst, denn sonst hätte es ja keinen Effekt – dann kann man es gleich lassen sein. Beim BGE geht es um eine faire Verteilung von oben nach unten, bisher war ja immer nur die Verteilung von unten nach oben vorhanden – das BGE kehrt dieses ausbeuterische Prinzip einfach um und zwar zum Wohle aller.

  6. Ja, wie gesagt, der Gedanke hat ja was. Aber im Prinzip zahlen natürlich diejenigen, die Arbeit haben, diejenigen, die keine haben. Also im Prinzip läuft es schon so, wie ich es beschrieben habe, denke ich, oder ? Aber es ist sicher ein solidarisches Prinzip und könnte dazu beitragen, die Welt bzw. das Land gerechter zu machen und wirtschaftliche Ausbeutung zu reduzieren. Von daher durchaus ein guter Denkansatz. Wer weiß, vielleicht setzt es sich ja durch.

  7. Reale Versuche haben gezeigt, dass eben nicht auf Faul gemacht wird. Einige haben ihre Ausbildung verbessert, andere Projekte begonnen usw. Viel Kreativität bleibt auf der Strecke weil der ökonomische Druck behindert. Ein gewisser Teil würde wohl wirklich nur abhängen aber wir werden diese in der Wirtschaft sowieso nicht zwingend benötigen. In ein paar Jahren gibt es weniger LKW Fahrer, niemanden mehr an der Kasse oder auf dem Feld. Wenn wir dann nicht immer weiter neue Märkte erobern durch Krieg und Gewalt wird es viele geben die sowieso keine produktive Arbeit finden. Wachstum macht die Erde kaputt und die Produktivität steigt enorm.

  8. Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

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