Soll der Verfassungsschutz radikalisierte Kinder überwachen?

Bundesinnenminister Horst Seehofer möchte das Gesetz in Deutschland so ändern, dass der Verfassungsschutz künftig auch radikalisierte Kinder im Alter bis 14 Jahre überwachen kann.

Bundesjustizministerin Barley hält nichts davon, für sie schießt diese Initiative über das Ziel hinaus.

Die Wahrheit liegt möglicherweise zwischen beiden Positionen.

Es müsste genauer definiert werden, was genau denn radikalisierte Kinder sind. Vermutlich ist eher an Jugendliche gedacht, 13 oder 14 Jährige.

Natürlich ist es der Horror für Eltern, wenn ihre Kinder vom Verfassungsschutz überwacht werden würden. Handelt es sich dabei vielleicht aber um Jugendliche, die vielleicht 13 oder 14 Jahre alt sind und die beispielsweise in die islamistische Szene eintauchen oder in rechtsradikalen Kreisen verkehren, kommen in der Regel auch Eltern an ihre Grenzen und erreichen ihre Kinder kaum noch, bzw bekommen überhaupt nicht mit, was diese gerade tun. Insofern ist die Idee des Bundesinnenministers, die man zunächst vermutlich erst einmal rundherum ablehnen würde, nicht so sehr aus der Luft gegriffen, wie es zuerst scheint.

Noch besser geeignet als der Verfassungsschutz wären aber vermutlich Streetworker, Jugendarbeiter und Sozialpädagogen, die sich um solche Jugendliche kümmern würden. Nur mal so als Gedanke. Aber ja, die kosten Geld. Das müsste man eben in die Hand nehmen dafür. Und man müsste übrigens schon bei der frühkindlichen Bildung ansetzen, dann hätte man wahrscheinlich die Probleme gar nicht, dass Jugendliche sich später radikalisieren.