Die Büttenrede der Annegret

Eine Büttenrede ist eine Rede zu Karneval, die politische und gesellschaftliche Themen durch den Kakao zieht und nicht ganz politisch korrekt ist. Das ist ihr Wesen. Sonst ist sie keine Büttenrede mehr.

Die neue CDU-Vorsitzende mit dem schwer aussprechbaren Namen, Annegret Kramp-Karrenbauer, witzelte in einer eigenen Büttenrede offenbar gegen Transgender-Toiletten.

Nun springt die Empörung der Presse sogleich vorhersagbar und wie erwartet an und sagt, das sei politisch nicht korrekt, womit sie prinzipiell sicherlich Recht hat. Aber was ist schon politisch korrekt in einer politisch unkorrekten Büttenrede?

Mir sei nun einmal verziehen, dass ich die besagte Stelle überhaupt nicht gesehen habe. Aber ich kann mir vorstellen, dass das Thema Transgender natürlich die Gemüter hochkochen lässt.

Da witzelt also die Vertreterin der einen Minderheit in Deutschland, der CDU, deren Wahlergebnis ja nicht über 50% liegt, despektierlich über die andere Minderheit, über die Transgender-Leute. Wobei bei letzterer Minderheit, wenn ich die Transgender-Forschung richtig im Kopf habe, noch gar nicht ganz ausgemacht ist, dass es sich dabei unbedingt um eine Minderheit handeln müsste, habe doch offenbar jeder Mensch weibliche und männliche Anteile in sich.

Und dann kommt die dritte Minderheit im Staat zu Wort, die versucht, daraus Kapital zu schlagen, die Presse. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass nicht jeder Bürger in Deutschland ein eigenes Verlagshaus oder einen Medienkonzern haben kann und dass die Presse von Haus aus natürlich immer eine Minderheit darstellt, aber ich wollte es nur mal gesagt haben.

Die eine Minderheit witzelt also in einer politisch unkorrekten Rede über eine andere Minderheit und eine dritte Minderheit versucht, daraus die Leserquote zu erhöhen.

Kürzlich sprach ich mit einer Redakteurin vom Bayerischen Rundfunk. Sie berichtete von einer hausinternen Abteilung, die darauf ausgerichtet ist, Quote in den Medien zu generieren. So habe man gewisse Schlagworte identifizieren können, die man prinzipiell möglichst oft verwenden müsse, weil dann die Klickrate in den Internetmedien um ein vielfaches höher sei, als wenn man sie nicht verwendet.

Mir fallen da eigentlich zwei Schlagworte ein, die dazu äußerst geeignet sind, nicht nur ein Skandalon zu erzeugen, und sei es nur ein Sturm im Wasserglas, sondern auch die Klickrate kräftig zu erhöhen. Das eine Schlagwort heißt „Transgender“, das andere „Annegret Kramp-Karrenbauer“, weil sie die Vorsitzende der CDU ist.

Beides zusammen erzeugt für die Medien eine traumhafte Klickrate und generiert viele, viele neue Leser.

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