Im Hotel-Schwimmbad

Wohl dem Hotel, das ein Schwimmbad hat! Kaum ist man von der Skipiste runter, kann man sich in die warmen Wogen werfen.

Doch bevor man diese erreicht, badet man bereits in einem Teppich von Akustik, die aus dem Schwimmbad hervorschwappt und in die Ohren trieft. Und nicht nur im Wasser baden dort die Leute, sondern manche auch in der Luft, zumindest Kinder, die einen Salto mortale machen oder einfach nur mal so von der Seite ins kühle Nass springen. Man muss dann ein klein wenig drauf achten, dass man ihren Salto nicht durch den eigenen Kopf beeinträchtigt.

Unbeeindruckt von der Geschäftigkeit im Schwimmbad gibt es dann noch die Kampf-Kraulerin, die mit grimmiger Miene ihre im Kopf festgelegte Bahn vehement zu verteidigen gedenkt. Auch ihr kommt man besser nicht in den Weg.

So wählt man dann das türkische Dampfbad, das in der Tat ganz angenehm warm ist, wenngleich dort kein einziger Türke sitzt. Stattdessen Schwaben, deren Gespräche nach einiger Zeit dazu einladen, zurück ins Schwimmbad zu gehen.

Achso, ich hatte ganz vergessen, kurz einmal zu erwähnen, was man eigentlich macht, wenn man das Schwimmbad betritt. Irgendwo muss man seinen Bademantel und seine Handtücher und die Keycard zum Zimmer ja ablegen. Allerdings ist dies schwierig, weil alle Liegen bereits besetzt sind. So findet man irgendwo in der Wand eine Nische, die für diesen Zweck herhalten muss. Die Leuten, die alle Liegen für sich reserviert haben, sind möglicherweise dieselben Leute, die auch mit Hausschuhen die Plätze auf den Skischuhwärmern schon tagsüber für sich reserviert hatten. Und möglicherweise sind es dieselben Leute, die auf der Piste, kaum dass man einen Augenblick mal stehen geblieben ist und die Landschaft genießt, möglichst nah und möglichst schnell an einem vorbeischießen.

Egal. Hatte ja keiner behauptet, dass Skifahren oder ein Schwimmbad eine Art von der Erholung wären. Erholen kann man sich ja noch, wenn man alt und grau und tatterig ist.

Aber ansonsten ist es eigentlich ganz schön hier. Vielleicht kam meine kleine satirische Abhandlung etwas zu negativ rüber, was dann doch nicht ganz der Realität entspräche.