Die europäische Posse ums Leistungsschutzrecht

Die EU versucht, was in Deutschland schon krachend gescheitert ist. Nämlich gesetzlich ein Leistungsschutzrecht fürs Internet durchzusetzen.

Dahinter stehen offenbar mächtige Lobbygruppen von Verlagen.

Es geht um folgendes. Suchmaschinen und ähnliche Angebote im Internet sollen künftig dafür zahlen müssen, wenn sie beispielsweise von Zeitungen die Überschriften und Textanrisse verwenden. Denn sie würden ja dadurch auch profitieren, dass sie diese Textschnipsel verwenden, weil sie dadurch für Leser interessant werden. Leser wenden sich nämlich an diese Suchmaschinen, weil diese Suchmaschinen Content auffindbar machen.

Das war nun das Narrativ der Verlage.

Das Narrativ der Suchmaschinen geht anders: Sie liefern kostenlos den verschiedenen Verlagen und ihren Zeitungen eine Menge Traffic und viele Besucher. Und nun sollen sie für diesen Service auch noch zahlen?

Das klingt wirklich absurd. Denn wenn ein Verlag oder eine Zeitung nicht möchte, dass eine Suchmaschine das eigene Angebot im Internet auffindbar macht, kann es das eigene Angebot einfach hinter einer Bezahlschranke verstecken. Fertig. Das ist dann so, wie wenn eine Zeitung im Kiosk liegt. Die muss man auch erst bezahlen, bevor man sie liest.

Künftig soll es in der EU so sein, dass also kommerzielle Anbieter wie Suchmaschinen, vielleicht aber auch wie Facebook oder Twitter, dafür sorgen müssen, dass keine Inhalte von Verlagen dort auftauchen, die zuvor nicht ihr Okay dazu gegeben haben, oder dass nur solche auftauchen dürfen, für welche die Suchmaschinen extra Geld bezahlen.

Das kann dazu führen, dass Suchmaschinen, Facebook, Twitter und Co Uploadfilter einrichten, die sicherheitshalber nicht nur kritische Inhalte, für die sie bezahlen müssten, sondern auch Inhalte, die eventuell vielleicht möglicherweise kritisch sein könnten, gar nicht mehr hochladen.

Die Folge könnte dann sein, dass die Suchmaschinen weniger Zeitungsartikel anzeigen werden, was zur Folge hat, dass weniger Leser die jeweiligen Zeitungen besuchen werden.

Das Ganze ist so, als müsste der Zeitungsständer, in dem die Zeitung verkauft wird, der Zeitung noch Geld zahlen, damit er sie verkaufen darf.

Solche Absurditäten gibt es nur in der EU. Und in Deutschland. Aber selbst den Deutschen war das Ganze zu absurd. Und das heißt schon was. Kommen tut das Gesetz in der EU wahrscheinlich trotzdem. Aber wen stören schon die Absurditäten des Alltags.

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